Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann
Eine Ära endet und Megablockbuster werden wieder aufgewärmt: Potter macht einen Abgang, die Coen-Brüder wagen einen Western und Kaptain Jack Sparrow liebäugelt mit Penelope Cruz. News.de blickt auf das kommende Kinojahr und stellt die Highlights vor.
Das wichtigste Ereignis des kommenden Kinojahres ist ein Abschied: Mit Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2 endet 2011 die Ära des Zauberlehrlings. Bis zum 14. Juli müssen sich die Potter-Jünger allerdings noch gedulden, bis ihnen Verleiher Warner das Magierfinale auf der Leinwand kredenzt. Zehn Jahre lang hatte uns der Knilch mit Nickelbrille und Zauberstab durch die Kinogeschichte begleitet, jetzt ist Potter erwachsen und wird flügge.
Auch Twilight-Fans können sich schon einmal darauf vorbereiten, dass sie bald ganz stark sein müssen. Mit Breaking Dawn – Bis(s) zum Ende der Nacht 1 (24. November) wird auch hier das Finale mit einem ersten Teil eingeläutet, das dann aber erst 2012 vollendet wird.
2011 müssen sich Kinobesucher ohnehin durch eine ganze Reihe von Fortsetzungen arbeiten: Megablockbuster von Fluch der Karibik (19. Mai) über Mission: Impossible (15. Dezember) bis hin zu Scream sollen mit einem neuen Abwasch noch einmal verjüngt werden und stapelweise Scheine in die Kinokassen spülen. Captain Jack Sparrow tauscht Keira Knightley gegen die temperamentvolle Penelope Cruz und plustert sich in die dritte Dimension auf. Fortsetzungen gibt es auch von Cars, Paranormal Activity, Hangover, Kung Fu Panda, Transformers, Final Destination und Fast and Furious. Skepsis ist da angebracht.
Erst einmal aber beginnt das Jahr verheißungsvoll: Im hoch gehandelten Oscar-Anwärter Black Swan entdeckt Natalie Portman unter der Regie von Darren Aronofsky ihre dunkle Seite. Der Film kann sich schon mit vier Nominierungen bei den Golden Globes brüsten und vielleicht schmückt ihn bald auch das eine oder andere güldene Kerlchen. Am 20. Januar läuft dieser Film in den deutschen Kinos an.
Auch auf Tron: Legacy, die Fortsetzung des 1980er-Jahre-Kultfims Tron dürfen sich Freunde der spektakulären Science-Fiction-Unterhaltung freuen.
Oscar-Kandidat True Grit
Wenig später, am 10. Februar, eröffnet der neue Film der Regisseure Ethan und Joel Coen True Grit die Berlinale. Ab dem 24. Februar kann auch der Normalsterbliche den Streifen, der für vier Golden Globes nominiert ist, im Kino erleben. Der Western mit Jeff Bridges in der Hauptrolle wird auch als Oscar-Kandidat gehandelt.
Mysteriös und übersinnlich wird es ab dem 27. Januar mit Hereafter – Das Leben danach, dem neuen Film von Leinwandlegende Clint Eastwood. Matt Damon spielt darin ein Medium, das Kontakt zu Verstorbenen aufnehmen kann – der Trailer verspricht ein spannendes wie düsteres Abenteuer.
Auch der neue Polanski-Streifen wagt sich in düstere Gefilde: Am 5. Mai kommt Der Gott des Gemetzels, eine Adaption eines Bühnenstücks der französischen Schriftstellerin Yasmina Reza, in die Kinos. In dem Psychodrama dringen zwei gut situierte Ehepaare in Abgründe ihrer Persönlichkeit vor. Oscarpreisträger Christoph Waltz wird neben Kate Winslet, Jodie Foster und John C. Reilly eine der Hauptrollen spielen.
Und auch Brad Pitt wagt sich 2011 in dem Fantasy-Drama The Tree of Life (23. Juni) wieder auf die große Leinwand, Sean Penn steht im dabei zur Seite. Terrence Malik hat den Film inszeniert, der einen elfjährigen Jungen dabei begleitet, seinen Weg ins Leben zu finden.
Krieg mit Affen
Einen Monat später, am 28. Juli soll Rise of the Apes, das Prequel zu Planet der Affen anlaufen. Regisseur Rupert Wyatt hat das Science-Fiction-Spektakel mit James Franco, Andy Serkis und Freida Pinto verfilmt. Er knüpft damit an Tim Burtons Neuverfilmung des Klassikers an. In Rise of the Apes zetteln genetisch manipulierte Affen mit den Menschen einen Krieg um die Vorherrschaft an. Auch visuell dürfte dieser Film interessant sein, denn die Macher kündigen eine besonders natürliche Animation der Affen an.
Ein weiterer Klassiker kommt mit Tim & Struppi (27. Oktober) in die Kinos. Drei Teile sind geplant, die Steven Spielberg und Peter Jackson im Wechsel inszenieren wollen. Der erste Teil Die Abenteuer von Tim und Struppi kommt von Spielberg und in 3D. Jamie Bell (Billy Elliot – I Will Dance) spielt den Tim, Andy Serkis (Tintenherz) den Captain Haddock und auch Daniel Craig gibt sich die Ehre.
Auch aus deutschen Filmwerkstätten gibt es 2011 einiges zu entdecken: Wim Wenders präsentiert mit Pina (24. Februar) einen Tanzfilm über die Choreografin Pina Bausch. Außerdem kommen Werner – Eiskalt (19. August), der zweite Teil von Männerherzen unter dem Titel Männerherzen ... und die ganz, ganze große Liebe (29. September), Keinohrhasen 3 (22. Dezember) und Kokowääh (3. Februar) unter der Regie von Til Schweiger in die Kinos. Der Dokumentarfilmer Andreas Veiel (Black Box BRD) beschäftigt sich in seinem Spielfilmdebüt Wer, wenn nicht wir (10. März) wieder mit der RAF-Generation.
Insgesamt darf der Kinofreund sich 2011 auf eine große Portion Hausmannskost freuen: Altbewährtes wird neu aufgewärmt – das kann aber durchaus eine Delikatesse sein.
roj/reu/news.de