Die Haftstrafe und das Berufsverbot für den iranischen Regisseur Dschafar Panahi ist in Deutschland auf Entsetzen und Empörung gestoßen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, zeigte sich bestürzt.
Berlin (dpa) - Die Haftstrafe und das Berufsverbot für den iranischen Regisseur Dschafar Panahi ist in Deutschland auf Entsetzen und Empörung gestoßen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, zeigte sich bestürzt.
Er forderte den Iran auf, die fundamentalen Menschen- und Bürgerrechte zu achten und das Urteil aufzuheben. Auch die Deutsche Filmakademie kritisierte den iranischen Richterspruch scharf. Der international bekannte iranische Filmemacher («Der Kreis») war zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
«Mit dem zusätzlich ausgesprochenen Berufs- und Reiseverbot wird ihm gleichzeitig die Existenzgrundlage entzogen und die Wahrnehmung seiner bürgerlichen und politischen Rechte verwehrt. Das ist schlicht inakzeptabel», erklärte Löning am Mittwoch in einer vom Auswärtigen Amt verbreiteten Stellungnahme. «Die Verurteilung von Dschafar Panahi zu sechs Jahren Haft ist empörend.»
Das Revolutionsgericht in Teheran hatte Panahi laut seiner Anwältin der Propaganda gegen die islamische Führung für schuldig befunden. Zusätzlich wurde ein 20-jähriges Berufsverbot gegen Panahi verhängt. Der Regisseur darf in dieser Zeit keine Drehbücher mehr schreiben, Filme machen, Interviews geben oder ins Ausland reisen.
«Der Terror gegen die Freiheit der Kunst geht weiter», kritisierte die Filmakademie in Berlin. «Dieses harte Urteil ist nicht nur ein Angriff auf die persönlichen Rechte von Herrn Panahi, es muss auch als ein Angriff auf die Rechte der Filmschaffenden des ganzen Landes gesehen werden», schreibt der iranisch-stämmige Regisseur Ali Samadi Ahadi («Salami Aleikum»), der von der in Teheran geborenen Schauspielerin Jasmin Tabatabai unterstützt wird. Tabatabai zählt zum Akademievorstand.
Der Deutschen Filmakademie gehören mehr als 1100 Filmschaffende an. Sie ermutigte ihre Mitglieder und Freunde, sich mit einer Mail an die iranische Botschaft in Berlin dem Protest anzuschließen.
news.de/dpa
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