Soziale Netzwerke Facebook - Das Buch der Bücher

Mark Zuckerberg ist «Person des Jahres» für «Time» (Foto)
Hat gut lachen: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Heilsbringer Mark Zuckerberg: Der Facebook-Apostel warb 2010 mehr neue Netzwerk-Jünger als je zuvor. Der Konkurrenz blieb nur das Nachsehen. Helmut Markwort verspricht mit Stayalive aber immerhin das ewige Leben.

Jahresrückblick 2010

2010 - Für Facebook und seinen Gründer Mark Zuckerberg war es ein Jahr der Superlative. Der 26-jährige Jungmilliardär sprengte mit seinem sozialen Webdienst alle bisher dagewesenen Dimensionen. Im Juli knackte Facebook die 500 Millionen Mitglieder-Marke, inzwischen dürfte die Zahl der User weltweit sogar bei 700 Millionen liegen. Allein in Deutschland kommt das Netzwerk auf fast 13 Millionen Facebook-Jünger, im Vergleich zum Jahresbeginn eine Verdoppelung der User-Zahlen. Der Marktwert des nicht börsennotierten Unternehmens soll bei 50 Milliarden US-Dollar liegen (etwa 38 Milliarden Euro). Lohn der gigantischen Expansion: Zuckerberg wurde vom Time-Magazin zum Mann des Jahres gekürt.

Facebook-Imperium
Das Netzwerk hinter dem Netzwerk

Weniger schmeichelhaft war die unautorisierte Verfilmung des Zuckerberg'schen Aufstiegs in The Social Network. Ein Spielfilm, der seinen scheinbar skrupellosen Weg vom Harvard-Studenten zum Milliardär nachzeichnete. Doch selbst hier garantierte der Name Zuckerberg Erfolg: The Social Network wurde gleich für sechs Golden Globes nominiert, unter anderem in den Kategorien Bester Film, Beste Regie und Bester Hauptdarsteller. Der Original-Facebook-Frontmann reagierte auf den Film umgehend mit einer Image-Offensive, indem er öffentlichkeitswirksam Großspenden verteilte.

Vor allem in Deutschland sorgte Facebook 2010 auch immer wieder mit Datenschutz-Debatten für Schlagzeilen. Diese gipfelten darin, dass Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner nach einem Gespräch mit Konzernvertretern die Löschung ihres Facebook-Accounts verkündete. Die Massen störte es wenig, Facebook besserte dennoch nach und räumte den Usern mehr Kontrollmöglichkeiten ein. Für neuen Zündstoff sorgt nun die jüngste Ankündigung des Unternehmens, seine Fotosuche mit einem Gesichtserkennungsprogramm auszustatten.

Soziales Netzwerk
Facebook nervt
Video: news.de

Die Konkurrenz hechelt hinterher

Auf der anderen Seite hinterließ der Siegeszug von Facebook beinahe nur Verlierer. Im deutschen Markt traf dies vor allem die VZ-Netzwerke (SchülerVZ, StudiVZ und MeinVZ). Jahrelang Platzhirsch in Deutschland, liefen ihnen die User 2010 scharenweise davon. Zum Teil noch schlechter erging es den Portalen stayfriends, Lokalisten und wer-kennt-wen. Samt und sonders verbuchen sie im Jahresmittel ein deutliches Minus an Usern. Auch MySpaceMySpaceMySpace ist ein soziales Netzwerk im Internet. Benutzer können Fotos, Videos und Musik hochladen, sich in Gruppen organisieren und miteinander Neuigkeiten austauschen. Viele Nachwuchs-Bands nutzen das Portal, um ihre Musik zu veröffentlichen. Die Seite gehört zur News Corporation von Medienmogul Rupert Murdoch. , über Jahre Vorreiter der Branche, kommt inzwischen eher als lahmer Gaul daher. Ein Ende Oktober angekündigter Relaunch soll das Ruder noch einmal herumzureißen. Statt sich weiterhin mit Facebook zu messen, sieht MySpace seine Ausrichtung künftig noch stärker im Bereich Musik- und Entertainmentbereich.

Keine Angst vor der übermächtigen Konkurrenz aus Palo Alto braucht dagegen Helmut Markwort haben: Der 74-Jährige sorgte nach seinem Ausscheiden als Focus-Chefredakteur mit der Ankündigung für Aufsehen, ein Netzwerk für Tote etablieren zu wollen. Stayalive heißt der virtuelle Friedhof im Internet, Zielgruppenüberschneidungen mit Facebook sind kaum zu befürchten. Stattdessen bietet Markwort Unsterblichkeit für preiswerte 499 Euro.

Auch Google lockt der Einstieg in die Welt der sozialen Netzwerke. Mit Google Buzz stellte der Suchmaschinengigant im Februar eine Erweiterung seines E-Mail-Dienstes vor, mit der Benutzer Nachrichten, Bilder, Videos, Statusnachrichten und Kommentare austauschen können. Der Gegenschlag von Facebook folgte zwar nicht prompt, dafür aber mit Vehemenz: Ende November präsentierte Zuckerberg Pläne für einen neuen Universaldienst, mit dem Facebook nicht weniger als die gesamte interaktive Kommunikation revolutionieren will. Ob der Netzwerkriese auch damit Erfolg hat, bleibt abzuwarten. Konkurrent Google jedenfalls stampfte sein ähnlich ambitioniertes Projekt Wave, das eine Neuerfindung der E-Mail versprach, im August 2010 wieder ein.

Wie auch immer, die beiden Netz-Giganten werden sich in den nächsten Jahren noch öfter ins Gehege kommen. Und irgendwann wird auch das exponentielle Facebook-Wachstum zwangsläufig an seine Grenzen stoßen: Die Erde trägt schließlich derzeit «nur» knapp sieben Milliarden Menschen.

boi/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Schmitz
  • Kommentar 1
  • 02.01.2011 02:15

Dank Facebook habe ich wieder Kontakte zu Personen die ich vor etlichen Jahren aus den Augen verloren habe. http://privatezimmervermietung.webnode.com http://villaelisa.jimdo.com/

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