«WoW: Cataclysm» Aufgehübscht und wiedergeboren

Neue Figuren, neue Länder, neue Aufgaben - aber längst keine Revolution. News.de hat World of Warcraft: Cataclysm getestet. Der Hype um das Add-on ist berechtigt - gutem Handwerk sei Dank.

World of Warcraft: Cataclysm (Foto)
Sie sehen aus wie hinterhältige Schlitzohre: Goblins sind eine der zwei neuen Rassen, die in World of Warcraft nun gespielt werden können. Bild: Blizzard Entertainment

Cataclysm ist mittlerweile die dritte Spielerweiterung zu World of Warcraft (WoW), wohl aber die tiefgreifendste. Seit sechs Jahren können Fans des Online-Rollenspiels fast ununterbrochen durch die Fantasy-Welt Azeroth reisen. Doch nur die, die von Anfang an dabei waren, wissen, wie sehr sich das Spiel mit dem neuen Add-on verändert hat.

Vielleicht hat Blizzard selbst nicht mit dem großen Andrang gerechnet. Doch der Ansturm auf die neuen Spielinhalte war so groß, dass zeitweise Community-Seiten von World of Warcraft und Starcraft abgeschaltet werden mussten. Nur, damit ausreichend Kapazitäten für die Spieleregistrierung auf battle.net zur Verfügung standen.

«WoW: Cataclysm»: Eroberer einer neuen, alten Welt
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Allein in den ersten 24 Stunden sind laut Blizzard Entertainment 3,3 Millionen Spiele verkauft worden. Alle wollten die neuen Spielinhalte ausprobieren: die zwei neuen Charakterrassen - Worgen und Goblins -, neue Gegenstände, neue Quests. Doch vor allem locken die neuen Länder, die den Spielern mit dem Add-on zugänglich gemacht wurden.

Gewaltiger Ansturm

Noch knapp zwei Wochen nach Veröffentlichung von Cataclysm ächtzen die Server unter der Last der Spieler. Mancher musste immer wieder Wartezeiten in Kauf nehmen, um endlich die neuen Elemente der Fantasy-Welt ausprobieren zu können - gerade in den Abendstunden und am Wochenende. Derlei kennt der harte Kern der Spieler noch aus den Anfangstagen, damals allerdings war noch deutlich mehr Geduld gefragt. Neueinsteiger mag das heute verunsichern, doch der große Andrang wird sich legen - so wie bei allen vorherigen Add-ons.

«WoW Cataclysm»: Welten-Phönix aus der Asche
Video: YouTube

Schlange stehen - das gab es in den vergangenen Tagen auch im Spiel. Bisweilen drängten sich die Spieler darum, einen der Gegner zu finden, die in den zahlreichen Quests gesucht wurden. Doch hier gibt es inzwischen Entspannung. All jene, die Level 80 hinter sich gelassen haben, dringen in die Gebiete des Spiels vor, die höhere Anforderungen stellen.

Die Startgebiete der Spieler, die Level 80 bereits vor Erscheinen des Add-ons erreicht hatte, sind beinahe riesig geworden - etwa der im Spiel recht geschichtsträchtige Berg Hyjal oder die sagenumwobene Unterwasserstadt Vash'ir. Hier steht so viel Platz zur Verfügung, dass sich die digitalen Figuren von 1000 Spielern gleichzeitig nicht in die virtuellen Hacken laufen.

Weniger Komplexität, mehr Wandlungsfähigkeit

Das hat auch etwas damit zu tun, dass die Entwickler von Blizzard ihrem Motto ein wenig untreu geworden sind, die Spieler jederzeit ihre Quests zu jenem Zeitpunkt lösen zu lassen, den sie selbst für den besten halten. In den neuen Gebieten sind die Aufgabenfolgen etwas linearer gehalten. Ein Auftraggeber führt zum nächsten - so lange, bis der Spieler einmal das gesamte Spielgebiet bereist hat. Das macht es beinahe unmöglich, auf dem großen Spielfeld die Orientierung zu verlieren.

Obendrein haben die Spielmacher die Komplexität der Anforderungen etwas reduziert. Mussten die Rollenspieler früher die Fähigkeiten ihrer Figuren besser aufeinander abstimmen - etwa Zaubermacht und Intelligenz -, so genügt es inzwischen sich auf eine Fähigkeit zu konzentrieren.

Einen guten Schritt nach vorn hat das Online-Rollenspiel durch die Instanzierung gemacht. Eingeführt bereits mit dem Vorgänger-Add-on Wrath of the Lich King haben die Spielmacher diese Option noch konsequenter umgesetzt. Nicht länger erscheint die Umgebung statisch. Mit jeder abgeschlossenen Quest - insbesondere im höheren Level-Bereich - verändert sich die Welt ein Stück. Wo einst hunderte Holzfäller stupide nur an Bäumen herumhackten, aber nie etwas dabei geschah, fallen nun tatsächlich die Bäume.

Motivation für Teamplayer

Das Auffälligste bleibt jedoch die massive Umgestaltung der Spielwelt. Zum Teil schon vor dem eigentlichen Verkaufsstart des Add-ons auf den Servern eingespielt - und damit für die Spieler erkundbar - haben sich die beiden Kontinente «Östliche Königreiche» und «Kalimdor» gewaltig verändert. Damit steht Cataclysm im krassen Gegensatz zu allen vorherigen Add-ons, mit denen neuer Content praktisch nur angehängt wurde. Das lockt auch langjährige Spieler dazu, sich wieder in den niedrigeren Level-Gegenden umzuschauen, die sie in den vergangenen drei oder vier Jahren nicht besucht haben. Die viele Entwicklerarbeit, die dahinter steckt, hat sich gelohnt.

Ein Stück weit ist das Rollenspiel aber auch stärker zum Teamspiel avanciert. Die Gilden - Gruppen meist gleichgesinnter Spieler - können nun auch gemeinsam Erfolge erringen und diese anderen Gamern zeigen. Das ermuntert zu stärkerer, spielerischer Zusammenarbeit.

Fazit. Viel hat sich mit World of Warcraft: Cataclysm verändert. Eine Revolutionierung des Spiels ist das Add-on aber nicht. Doch die neuen Inhalte genügen, um die Spieler auch weiter an das Online-Rollenspiel zu binden - zahlende Kunden immerhin. Denn seit jeher existiert für das Spiel ein Abo-Modell.

Ein paar neue, spielbare Charaktere, ein neuer Nebenberuf für die eigenen Avatare, ein paar neue Landschaften, Quests und eine gute Portion Feinschliff - viel mehr steckt tatsächlich nicht drin. Muss auch nicht, denn das, was die Entwickler da bieten, ist handwerklich sehr saubere Arbeit, sieht man einmal von den üblichen Fehlern ab, die bei einem so umfangreichen Spiel beinahe nicht zu vermeiden sind.

Titel: World of Warcraft: Cataclysm
Genre: Online-Rollenspiel
Publisher: Blizzard Entertainment
Entwickler: Blizzard Entertainment
Preis: zirka 30 Euro
Sprache: deutsch
USK: ab 12 Jahre
Altersempfehlung der Redaktion: ab 14 Jahre
Plattform: PC/Mac
Veröffentlichungsdatum: Dezember 2010
Weiterspielen: Guild Wars (PC), Der Herr der Ringe Online (PC)

cvd/news.de

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