Film Schwierige Vater-Sohn-Beziehung: «Vater Morgana»

München (dpa) ­ Seine Eltern kann man sich nicht aussuchen. Das spürt Lutz (Christian Ulmen) besonders, denn seit seiner Kindheit hat er ein Problem: seinen Vater Walther (Michael Gwisdek).

Schwierige Vater-Sohn-Beziehung: «Vater Morgana» (Foto)
Schwierige Vater-Sohn-Beziehung: «Vater Morgana» Bild: dpa

München (dpa) ­ Seine Eltern kann man sich nicht aussuchen. Das spürt Lutz (Christian Ulmen) besonders, denn seit seiner Kindheit hat er ein Problem: seinen Vater Walther (Michael Gwisdek).

Vor Jahren hatte er sich aus dem Staub gemacht, taucht aber immer wieder völlig unerwartet auf und stellt Lutz' Leben dann völlig auf den Kopf. Diesmal droht dem Sohn in Till Endemanns Komödie «Vater Morgana» allerdings nicht nur der Verlust seiner Freundin Annette (Felicitas Woll) und seines Jobs, sondern auch der seines Vaters.

Lutz' Leben ist zwar nicht gerade perfekt, aber es verläuft glücklich - bis Walther nach langer Zeit erneut auftaucht und alles ordentlich durcheinanderwirbelt. Nicht nur, dass er dem Sohnemann auf einem Betriebsfest dessen längst überfälligen und von langer Hand geplanten Antrag an seine Traumfrau Annette verdirbt. Der Kleinganove und Überlebenskünstler bringt ihn auch um seinen Job und kurzzeitig ins Gefängnis, als er einen Werttransporter ausraubt, in dem Lutz als Sicherheitsmann sitzt.

Der wird beschuldigt, an dem Coup beteiligt gewesen zu sein. Lutz wird in eine Zelle gesteckt, bis ihm der Zufall in die Hände spielt und ihm die Flucht gelingt. Seinen Vater findet er in einem Altersheim, in dem der seine Altersgenossen als Frank-Sinatra-Imitator unterhält. Doch Walther vergisst nicht nur Liedtexte. Er weiß scheinbar auch auch nicht mehr, wo er die Diamanten nach dem Überfall versteckt hat.

Vater und Sohn wird klar, dass die ­ vermeintliche ­ Alzheimer- Erkrankung des Familienoberhaupts immer weiter voranschreitet und sie noch mehr voneinander entfernen wird. In einer turbulenten Jagd hetzen sie nicht nur Walthers Erinnerungen, dem Schatz und damit dem Beweis für Lutz' Unschuld hinterher. Sie müssen auch ihr Verhältnis kitten und um Lutz' große Liebe Annette kämpfen.

Vor allem Gwisdek glänzt in «Vater Morgana» in der Rolle des Kleinganoven Walther. Er pendelt zwischen spitzbübischem Charmeur und gebrochenem Mann, der in seinem Leben noch einmal etwas richtig machen will. Ulmen ist ihm ein kongenialer Partner, auch wenn er mittlerweile auf die Rolle des ebenso schusseligen wie liebenswerten Tollpatschs festgelegt zu sein scheint wie zum Beispiel schon in «Maria, ihm schmeckts nicht!» oder «Jerry Cotton». Felicitas Woll (unter anderem bekannt aus der Vorabendserie «Berlin, Berlin») dagegen überzeugt in der Rolle der toughen Polizistin, die hin- und hergerissen ist zwischen ihrer Liebe zu Lutz und ihrem Berufsethos.

Der Regisseur Endemann hat in «Vater Morgana» die klassische Vater-Sohn-Beziehung aufgebrochen und die Verhältnisse umgekehrt. Nicht der Vater muss den Jungen wieder auf die rechte Bahn bringen, sondern der Sohn den Vater. Trotz der Leichtigkeit, die der Komödie anhaftet, geht das tragische Element, Walthers Alzheimer-Erkrankung, nicht im Klamauk unter. «Komik ist auch eine Art, mit schrecklichen Dingen umzugehen», erklärt Ulmen im Presseheft. Wenn solch ein Thema ins Komische übertragen werde, könne es die Angst abbauen helfen. «Lachen erleichtert!» Dieser Spagat ist dem Film tatsächlich größtenteils gelungen.

www.vater-morgana.de

news.de/dpa

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