Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann
Google feiert heute die weltbekannte Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf mit einem Doodle. Vor 65 Jahren hat Astrid Lindgren die gutgelaunte kleine Anarchistin für ihre Tochter erfunden. Noch heute kennt sie jedes Kind.
Ihr kompletter Name ist Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf. Bekannt ist sie Generationen von Kinderbuchlesern aber einfach als Pippi Langstrumpf. Heute wird Pippi 65 Jahre alt.
Das freche Mädchen mit den Sommersprossen und den wild abstehenden roten Zöpfen hat viele Eigenschaften, die sich Kinder wünschen. Sie hat ein Pferd, einen Affen und nie Langeweile. Pippi lebt allein in einem eigenen Haus, der Villa Kunterbunt, und sie ist sehr mutig. Auch ist Pippi das stärkste Mädchen der Welt.
So bestreitet sie mit ihrem Vater Kapitän Langstrumpf bei dessen Besuchen diverse Kraftproben. Sie stemmt auf einer Feier ihr Pferd, auf dem ihre Freunde Tommy und Annika sitzen. Ein anderes Mal besiegt sie einen Ringer auf dem Jahrmarkt. Da Pippi allein in ihrer Villa Kunterbunt wohnt, kann sie alles tun und lassen, was sie möchte.
Pippi Langstrumpf gilt deshalb als literarisches Vorbild für die Frauenbewegung und den Feminismus, da sie entgegen tradierter Rollenbilder als Mädchen mit ihrer gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrolle bricht. Überall in der Welt hat Pippi Langstrumpf Generationen von Mädchen ermuntert, Spaß zu haben und an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. So hat Pippi auf dem Gebiet der Gleichstellung Großes geleistet.
Astrid Lindgren erfand die Figur Pippi im Winter 1941 für ihre kranke, siebenjährige Tochter Karin, die mit einer Lungenentzündung im Bett lag und sich eine Geschichte wünschte. Lindgren hatte nicht vor, Schriftstellerin zu werden. Deshalb schrieb sie die Erzählung erst im März 1944 nieder, als sie aufgrund eines verstauchten Fußes im Bett bleiben musste und Zeit und Muse dafür fand. Zum zehnten Geburtstag von Karin am 21. Mai 1944 schenkte ihre Mutter ihr das Manuskript.
Astrid Lindgren sandte den Durchschlag an den schwedischen Verlag Bonnier, der den Druck ablehnte. Nachdem sie 1944 mit ihrem Buch Britt-Mari erleichtert ihr Herz bei einem Wettbewerb des Verlages Rabén&Sjögren den zweiten Preis einstrich, überarbeitete sie aber auch den Pipi-Text noch einmal und gewann damit 1945 einen weiteren Wettbewerb des gleichen Verlages. Dieser veröffentlichte das Buch daraufhin am 13. September 1945. Seitdem wurden die Romane von Astrid Lindgren in mehr als 50 Sprachen übersetzt.
Pipis neuster Streich ist nun ein Eis-Musical. Heute beginnen die Proben für die Umsetzung des weltberühmten schwedischen Kinderbuch-Klassikers mit Schlittschuh-laufenden Sängern und Schauspielern. Das Musical soll ab 8. April 2011 unter dem Titel «Ein Abenteuer auf Eis» in der Malmö Arena in Schwedens drittgrößter Stadt aufgeführt werden. Die Hauptrolle der rothaarigen Kinderbuch- Heldin übernimmt die professionelle schwedische Eiskunstläuferin Lina Göransson. Auch die Darsteller von Pippis besten Freunden Tommy und Annika sind Eislauf-Profis. Andere Darsteller dagegen, wie die der beiden oft unglücklich agierenden Polizisten Kling und Klang, haben überhaupt keine Erfahrungen auf Schlittschuhen.
«Im Zentrum soll Pippis Sehnsucht nach ihrem Vater stehen», sagte der Regisseur Rolf Degerlund der Zeitung Dagens Nyheter. Die Zuschauer dürften keine Show im Stil von Holiday On Ice erwarten, weil es hier «eine echte Geschichte» zu erzählen gäbe.
Grünes Licht für «Pippi On Ice» haben die Initiatoren vom Familienunternehmen Saltkråkan AB bekommen. Hier verwalten Lindgrens Tochter Karin Nyman und andere Lindgren-Nachkommen das Erbe der Kinderbuchautorin. Auf dass es noch weitere 65 Jahre erhalten und weitergegeben wird.
brc/news.de