Von news.de-Mitarbeiterin Annika Einsle
Deutschland befindet sich im Aufschwung. Nur bekommen nicht alle etwas davon mit. Bei Sandra Maischberger mischte eine Putzfrau das Monopoly von Politikern und Managern auf. Und ging ohne Antwort nach Hause.
«Wir sind nur die Randfiguren in einem schlechten Spiel, und die an der Schlossallee verlangen viel zu viel», textete Diether Dehm, heutiger Spitzenpolitiker der Linken, 1984 den Anti-Kapitalismus-Hit Monopoly von Klaus Lage. 26 Jahre später erlebt Deutschland laut Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) einen Aufschwung. Die Meinungen über seine Auswirkungen auf die Bevölkerung klaffen jedoch weit auseinander.
Sollten die Deutschen Irland aus seiner derzeitigen Misere retten? Wie geht es während des Aufschwungs hierzulande für uns weiter? Und wer sind eigentlich die Gewinner der derzeitigen Wirtschaftslage? Monopoly Deutschland - Gewinnen nur die Reichen? fragte deshalb Sandra Maischberger in ihrer gestrigen Sendung, zu der sie Vertreter der verschiedensten Bevölkerungsschichten geladen hatte. Dass eine Putzfrau zwischen all den Politikern und Top-Verdienern für ordentlich Zündstoff sorgen würde, war ziemlich schnell klar.
Brüderle, Dehm und Co. waren sich bald einig, dass die Rettung Irlands sinnvoll sei, die Last jedoch nicht allein auf den deutschen Steuerzahler abgewälzt werden dürfe. Susanne Neumann, Putzfrau und seit 30 Jahren im Beruf, versuchte hingegen, die Debatte von ihrer abstrakten Ebene herunterzuholen und eine Antwort für sich als Vertreterin des Mittelstandes zu bekommen. «Wer geht denn jetzt für die Misere ins Gefängnis? Wer darf da jetzt eine Runde aussetzen?», fragte sie - bezogen auf das Thema Monopoly - ganz provokant in die Runde.
«Glatte Themaverfehlung»
Hans-Hermann Tiedje, früherer Bild-Chefredakteur und heutiger Medienunternehmer, wollte oder konnte allerdings nicht auf diese Frage antworten und verlor sich in einem vollkommen deplatzierten Monolog zur Bankenverstaatlichung der Ostblockstaaten. Die Rüge kam direkt von Maischberger: «glatte Themaverfehlung». Im zweiten Ansatz ging Tiedje zumindest auf die Frage ein, eine Antwort hatte er aber nur teilweise parat («Die Verursacher stehen jetzt im weitesten Sinne fest. Sie stehen natürlich aber nicht personell fest»).
Doch Sandra Maischberger ließ nicht locker, fragte erneut, warum die Bürger «dafür bluten sollen», dass die Banken «sich verzockt haben». Diesmal war es Eckhard Cordes, der Vorstandschef der Metro AG, der sich über den Ton echauffierte («Mir passt das ganze Vokabular nicht», «Ich fordere etwas mehr Präzision») und auch keine Einwände duldete («Jetzt lassen Sie mich mal zu Ende reden»). Schließlich sei es bei den Banken um Vermögensanlagen gegangen, die sie gekauft hätten. «Das hat nichts mit Zocken zu tun.» Und wer wie Deutschland mit einem anderen Land Geschäfte machen und dorthin verreisen wolle, müsse dann auch zur Kehrseite stehen und helfen, wenn es wirtschaftlich einmal nicht so gut dastehe. Zudem sei bisher kein einziger Cent nach Irland geflossen, sondern lediglich eine Bürgschaft ausgesprochen worden.
Der Frankfurter Börsenhändler Dirk Müller gab den Schlichter in der Runde. Er versuchte, beide Seiten zu verstehen, gab Erklärungen und Zahlen zur aktuellen Situation und relativierte damit auch ein wenig die Aussage von Brüderle zum Aufschwung in Deutschland. Denn: Der Lohn sei zwar gestiegen, die Ausgaben aber auch, wodurch sich schließlich sogar ein leichtes Minus von 0,8 Prozent ergebe. Auch Putzfrau Neumann machte das noch einmal deutlich: 24 Cent Lohnerhöhung bekam sie im vergangenen Jahr, 15 Cent waren es noch einmal in diesem. Unter dem Strich kommt da tatsächlich nicht sehr viel heraus, was auch Müller und Dehm einsahen.
Harte Geschütze und keine Einigung
Neumann nutzte ihr Oberwasser und nahm sich Cordes‘ Jahresgehalt von 3,8 Millionen Euro vor: «Wie wertvoll kann Ihre Arbeit sein, dass man diesen Millionenbetrag rechtfertigt?», fragte sie in die Runde. Cordes stammelte etwas von Management-Qualitäten, brachte den Vergleich zu Fußballer Franck Ribery, der mehr verdiene und weniger Verantwortung habe, und versuchte sich schließlich in der Erklärung, dass nicht er über sein Gehalt bestimme. Am Ende, so resümierte auch Sandra Maischberger, blieb ein politischer Streit, in dem die Meinungen weit auseinandergingen und die Zukunft hoffentlich Antworten bringen werde.
Einig wurde sich die Runde dann aber doch noch in einem Punkt: Für die Zukunft sei es wichtig, in die Bildung zu investieren, um wettbewerbsfähigen Nachwuchs in die Wirtschaft zu schicken. Doch das ist ein ganz anderes Thema.
cvd/reu/news.de
Man kann förmlich das Schulniveau anhand der dümmlichen und unqualifiziertesten Äußerungen der meisten unserer Politker daran erkennen,wenn es darum geht,das Volk zu rasieren. Wenn ich als Handwerker nicht ordentlich arbeite,muß ich dafür geradestehen ( Schadenshaftung ) wie sieht es in der Politik aus , Gesetzeslücken?--,nennt man das ordentliche Arbeit? Was haben die Lobbyisten in der Politik zu suchen entfernt das Geschwür da sonst Bananenrepublik droht. Ich denke Jedermann hat sich an unvollkommene, geltende Gesetze zu halten. Führungskräfte lassen grüßen,-- durch Schäden zu dicken Bonis.
jetzt antwortenKommentar melden3.x da zu enig Platz ! nun wer hat daran verdient ? wer stoppt Kontrollen, wer überwacht nicht ?? Die Politiker, die Parteien, gibts doch schon mal Wahlgeschenke, Spenden !!und Jobs nachher... Die Manager der Banken , klar die Bösen !! aber die machen doch nur Ihren Job !! manche wie Herr A. zu gut !! Dann die aktionäre, klar und die die die... Alle die daran mitwirken. nur die dummen Arbeitnehmer müssen zahlen. Bald auch die Rentner und Hartzer und ??
jetzt antwortenKommentar meldennun zur Frage wer zahlts? klar ist immer der steuerzahler !! solange Gewinne die Aktionäre und Manager bekommen, dadurch immer mehr Gewinne produziert werden, die kleiner oder gar nicht existieren, zahlt der STAAT !! also WIR !! warum ?? Die Banken sind System relevant. Soll heissen: UNSER ERSPARTES, Fonds, Betriebsrenten etc. stecken in heissen Papieren, bei heissen Banken, Versicherungen. Wenn Dt. Bank, Allinaz pleite, wenn sie IHRE Verluste realisieren würden wären Millionen ohne zus. Altersvorsorge. So zieht man alles hinaus. Ins Gefängnis müssen alle die daran verdient haben.
jetzt antwortenKommentar meldengrundsätzlich muss ich sagen: POLITIKVERSAGEN !! auf Druck der deutschen Banken wurden Gesetze gelockert, geändert damit H. Ackermann seinen Sitz der Dt. Bank nicht !! nach London oder Dublin verlegen musste. Es wurden Risiken erlaubt, unbegrenzt und in allen Sparten alle neuen Spieloptionen um Geld zu machen Die wundersame Geldvermehrung !! Wachstum nennen das Politiker. Luftblase Buchhalter. Um immer grössere Provisionen auf Gewinne zu erzielen wurden Gewinne gemacht die es nicht gibt. Verschoben von Jahr zu Jahr. tausende ehrliche Buchhalter gemoppt und entsorgt. Regeln und Aufsicht keine !
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