Von news.de-Redakteur Michael Kraft
Auch das gibt es noch: Bei Beckmann wurde über die Angst vor dem Terror gesprochen - und es entstand tatsächlich eine sachliche, erhellende Debatte mit einem seriösen Minister und einem souveränen Moderator. Nur eins war wirklich peinlich: die angeblichen Experten.
Thomas de Maizière ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Seit er vor zwei Wochen von einer konkreten Gefahr von Terroranschlägen in Deutschland gesprochen hat, muss er das Feuer löschen, das er selbst entfacht hat. Einen «Sturmangriff auf den Reichstag» malte der Spiegel am Samstag an die Wand. Einen Tag später versuchte der Bundesinnenminister bei Anne Will, die Gemüter zu beruhigen. Und nun lautete am Montagabend die Frage bei Beckmann, ob Deutschland im Visier von al-Qaida stehe. De Maizère spielte wieder den Feuerwehrmann. Und er spielte ihn gut.
Der Minister agierte souverän, sachlich, höflich; er ließ keine Dramatisierungen zu, versuchte aber auch in keinem Moment zu beschwichtigen. Schließlich hat er nicht ohne Grund Alarm geschlagen. Denn ihm muss klar sein: Dass etwa die Besucher des gerade eröffneten Berliner Weihnachtsmarktes, die in einem Einspieler zu Wort kommen, durchweg ein mulmiges Gefühl haben, liegt nicht an der Existenz von al Qaida, nicht an der Angst vor Bin LadenOsama Muhammad bin Laden ist der weltweit meistgesuchte Terrorist. Er stammt aus Saudi Arabien und gilt als Chef der Terrorgruppe al-Qaida. Obwohl er keine religiöse Ausbildung hat, findet er Anhänger für seine Forderungen zu religiösen Themen. oder der Erinnerung an den 11. September. Es liegt an der Warnung de Maizières. Doch der Minister ist es auch, der den Kopf hätte hinhalten müssen, wenn er Hinweise für sich behalten hätte – und dann wirklich etwas passiert. Er muss reagieren, auch wenn er womöglich die ganze Republik wegen der Propaganda ein paar harmloser Spinner in Aufruhr versetzt.
Der Spagat, den der CDU-Mann damit vollführen muss, ist der Natur des Terrors geschuldet. Terror ist nicht die Angst, nicht das Schreckliche. Terror ist es, die Angst vor dem Schrecklichen zu schüren. Genau deshalb warnt de Maizière vor Panik: «Wenn wir jetzt überdrehen, betreiben wir deren Geschäft.»
Dass die Angst da ist, leugnete niemand in der Runde. Die Situation ist «ernst», wurde gleich siebenmal betont. Ebenso oft fiel der Begriff «wachsam». De Maizière machte deutlich, dass die schon lange bestehende «abstrakte Gefahr» für Deutschland nunmehr einer «konkreten Gefährdung» gewichen sei. Er verweigerte konkrete Handlungsempfehlungen («Es gibt keine wenn-dann-Sätze.») und versprach Transparenz: «Jedes Faktum wird der Öffentlichkeit mitgeteilt. Aber es muss ein Fakt sein.»
De Maizière als Anti-Schäuble
Mit dieser differenzierten Haltung trug der Innenminister einen großen Teil dazu bei, dass die Runde insgesamt sehr besonnen blieb und damit tatsächlich intensiv diskutiert werden konnte - man mag sich gar nicht vorstellen, wie de Maizières Amtsvorgänger Wolfgang Schäuble in der aktuellen Lage reagiert hätte, wenn er schon wegen eines läppischen Fehlers seines Pressesprechers ausflippt.
Diese Sachlichkeit steckte offenbar auch den Moderator an. Reinhold Beckmann hatte diesmal nicht nur eine überzeugende Struktur für seine Sendung, in der ohne Hektik zuerst der Status Quo analysiert, dann nach Strategien gegen Terroranschläge gesucht und schließlich über die Gründe für den Terror gesprochen wurde. Beckmann ging auch dazwischen, wenn die Debatte in Fachsimpelei abzudriften drohte, er fragte nach und er ließ fast alle Gäste ihre Sätze auch bis zum Ende sprechen.
Die Experten inszenieren sich selbst
Freilich fiel das nicht immer leicht. Rainer Wendt, Chef der Polizeigewerkschaft, lobte durchweg die Arbeit seiner Beamten und forderte überdies mehr Geld und Personal – so wie immer. Peter Scholl-Latour hatte nur Größenwahn («Die ganzen Medien sind da schlecht informiert») und latenten Rassismus («Der Organisationsgrad der Orientalen ist nicht sonderlich entwickelt») zu bieten. Der ebenfalls als Terrorismus-Fachmann geladene Rolf Tophoven war zwar weniger peinlich, aber genauso eitel. Seine Expertise bezieht er unter anderem «von pakistanischen Journalisten, die sogar Osama Bin Laden persönlich kennen».
Beckmann tat gut daran, der Selbstinszenierung der angeblichen Experten nicht allzu viel Raum zu geben. Seinen stärksten Moment hatte er allerdings, als sich de Maizière und Wendt unisono «mehr Wachsamkeit in der Bevölkerung» wünschten - nicht nur bei herrenlosen Koffern, sondern auch bei verdächtigen Gestalten. Ganz richtig wies der Moderator darauf hin, dass eine solche Mentalität alle Moslems (oder alle Menschen, die arabisch aussehen) in Deutschland unter Generalverdacht stellen würde.
Prompt betonte Wendt, die Polizei bekomme das natürlich auch ohne die Hilfe der Bevölkerung hin. De Maizière wiegelte ebenfalls ab – keinesfalls dürfe man in jedem Moslem einen verkappten Terroristen sehen. Den Wunsch nach Hinweisen müsse man eher wie die Zeugenaufrufe bei Aktenzeichen XY verstehen. Mit diesem Vergleich lag der Minister dann aber doch daneben. Denn bei Aktenzeichen XY wird nach Tätern gefahndet, die bereits ein Verbrechen begangen haben. Der Aufruf, den afghanischen Nachbarn oder die Dönerbude um die Ecke doch mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, trifft aber in erster Linie unschuldige Bürger.
Ein Volk in Angst verhindert keine Terroranschläge. Und die wirklich Verdächtigen zu ermitteln und Täter dingfest zu machen, ist Aufgabe der Ermittlungsbehörden. Immerhin kann man nach Beckmann den Eindruck haben, dass die momentan ihr Bestes tun, um dieser Aufgabe gerecht zu werden und verantwortungsvoll mit der Situation umzugehen. Nach 75 Minuten Polittalk kann man da fast ein bisschen ruhiger schlafen - bis zur nächsten Schlagzeile.
cvd/ivb/news.de
Das Volk hat genauso viel Angst wie vor 4 Jahren bei den angeblichen Taschenbombenanschlägen. Da haben sich die Bundesbürger auch weder um die Sicherheitsmaßnahmen noch um die schwachsinnigen Aktionen der Staatsbeamten gekümmert. Hoffentlich kapieren sie irgend wann, daß der deutsche Michel paralysiert ist und weder für die Wahrheit noch für die schwachsinnigen Terrorveranstaltungen offen ist. Die Regierung der längst erloschenen BRD hat nur Angst, daß die Wahrheit demnächst doch noch herauskommt und sie nach der geltenden Weimarer Verfassung wegenen Vaterlandsverrat hingerichtet werden.
jetzt antwortenKommentar meldenAlles nur gewollte Panikmache, um von den eigentlichen Problemen abzulenken! Der Euro steht dank Griechenland, Irland, Portugal und Spanien kurz vor dem Kollaps. Und genau deswegen inszeniert man nun dieses Schmierentheater mit der angeblichen Terrorgefahr! Kein Mensch soll sich jetzt mehr um den Euro kümmern, Terror ist das Schlagwort der Stunde. Oh wie durchschaubar ist doch dieses ganze Lügengebäude...
jetzt antwortenKommentar meldennun kommen wir zu den Ergebnissen der Roth und Ezdemir Politik die noch nie ein normaler Deutscher haben wollte, allen Türken und Arabern den deutschen Pass... die Probleme mit diesen Moslems werden sich zunehmend in Deutschland verschärfen, das ist erst der Beginn....
jetzt antwortenKommentar meldenHier kommentieren wohl lauter rechtsextreme spez Oliver
jetzt antwortenKommentar meldenPolitiker sind unter anderem große Beschützungsbetrüger, denn Sie können jeden einzelnen von uns nicht wirklich beschützen. Die Verbreitung von Angst ist ein Mittel, um sich selbst in Szene zu setzen und bestimmte Maßnahmen zu rechtfertigen, die uns in unserer Freiheit noch weiter einengen. Was auch wirklich dahintersteckt, deutsche Politiker machen unser Land nicht sicherer, sondern gezielt unsicherer. Bomben können jeden Tag an jedem Ort losgehen, ohne daß wir auch nur etwas ahnen. Aber wer gibt Attentätern aus anderen Ländern erst die Möglichkeit? Genau, die jetzigen Politiker.
jetzt antwortenKommentar meldenFür mich gäbe es da ganz einfache Tabletten, um diesem Überwachungsstaat entgegen zu wirken. Keine Muselmänner, keine Probleme, wir sollten die alle wieder nach Hause schicken und die Neokomunisten haben keine Chance. Ich war schon immer gegen diese Multikulti, der nur den Musels die Tür hier ins Land geöffnet hat. Keine Doppeltestaatsbürgerschaft mehr und alle Musels in die Heimat abschieben, fertig. Die Mentalität, eine Religion tickt aus, wir bestrafen alle werde ich jedenfalls nicht wählen. 68er Geschwafel adee!
jetzt antwortenKommentar meldenDas Problem ist ja: Wir haben jetzt Angst - und damit funktioniert der Terror schon. Selbst, wenn gar nichts passiert. Aber da hilft es auch nichts, wenn wir plötzlich alle Moslems ausspionieren.
jetzt antwortenKommentar meldenEs geht nicht darum, dass ein Volk in Angst ist, sondern, dass man einem Volk Angst macht. Um die Totalüberwachung durchzusetzen. Für mich kehrt auf diese Weise die alte DDR zurück. Hinter jeder Meldung in den Medien verbirgt sich eine Absicht. Vieles wird nicht gesendet, weil niemand daran verdienen kann. Angst ist eine gute Voraussetzung für gelingende Volksabzocke.
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