«The Force Unleashed II» Ein Jedi-Klon du wirst

Star Wars: The Force Unleashed II (Foto)
Begegnungen mit Darth Vader: Der Klon-Yedi Starkiller legt sich mit der dunklen Seite der Macht an. Bild: Activision-Blizzard

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Was macht Darth Vader, wenn ihm langweilig ist? Er klont sich einen Jedi-Ritter, der sich prompt gegen ihn stellt. Damit versucht Star Wars: The Force Unleashed II Spieler zu begeistern. Ein Fehlversuch, wie sich im news.de-Test gezeigt hat.

Auf der Kinoleinwand sind die Star Wars-Geschichten zu Kassenschlagern geworden. Doch was geschieht eigentlich in der Zeit zwischen den Luke Skywalkers Darth-Vader-Werdung und dem Kampf seiner Kinder gegen die dunkle Seite der Macht? Die Clone-Kriege haben es bisher nur als Zeichentrickvariante auf die Mattscheibe geschafft. Ob sie nun zu viele Gestaltungsoptionen offen lassen - oder gar zu wenig - zumindest die Gamesbranche hat sich an eine Interpretation gewagt.

Publisher Activion-Blizzard hat unter anderem mit Star Wars: The Force Unleashed eine Interpretation gewagt - und inzwischen den zweiten Teil nachgelegt. Für den Spieler ist das die Gelegenheit, in die Haut eines Kämpfers zu schlüpfen, der mehr als Kanonenfutter, aber weniger als ein echter Jedi-Ritter ist.

«The Force Unleashed II»
Ein neuer Jedi ergreift die Macht

Starkiller - so der Name des Protagonisten - erwacht zunächst in einer geheimen Klon-Einrichtung auf Kamino, dem fünften Planeten im Kamino-System am Rande des Wilden Raums. Doch der echte Starkiller ist er nicht. Das, was da aufersteht, ist der Klon eines Jedi. Geschaffen hat ihn Darth Vader, doch die Kopie des mächtigen Kämpfers stellt sich gegen seinen Erschaffer.

Das ist beinahe das Ende der Geschichte, denn in der Hand des Spielers liegt es nun lediglich, sich auf die Suche nach einer einst Angebeteten zu machen und dabei auf seinen eigenen Mentor zu treffen, der aber lediglich als Leitfigur dient.

Ein bisschen Yoda

Doch was macht das Ganze nun zu einem echten Star Wars-Abenteuer? Begegnungen mit klassischen Charakteren, darunter Darth Vader und Yoda, reichen da kaum aus. Lichtschwert schwingend und Jedi-Mächte einsetzend, kämpft sich der Spieler in der Rolle des Starkillers durchs Spiel. Viel mehr passiert leider nicht.

«The Force Unleashed II»
Yoda, dein Meister ich bin
Video: Activision-Blizzard

Grafisch ist das Spiel - sofern Spieler über einen leistungsfähigen, aktuellen Rechner verfügen - wahrlich genial, von einem Film immer weniger zu unterscheiden. Doch der Spielverlauf selbst ist äußerst linear. Die Chance, eigene Entscheidungen zu treffen, bleib fast gänzlich aus. Zwar gibt es nur einen Weg sein Ziel zu erreichen - auf dem sich der Klon-Jedi eigentlich auch nicht verlaufen kann -, trotzdem zeigt der Machtsinn jederzeit die richtige Richtung an. Ein Tastendruck genügt.

Echt anspruchslos ist die Künstliche Intelligenz des Spiels. Wer auf Gegner stößt, stellt schnell fest: Besonders clever sind die nicht. Selbst wenn sie in großen Gruppen auftreten, unterscheidet sich die Interaktion kaum. Gegen den Jedi-Klon haben die Standardsturmtruppen in der Regel keine Chance.

Abwechslung gesucht

Wirklich nervig ist die Tatsache, dass der Spieler keine Gelegenheit hat, selbstständig seine Fortschritte zu sichern. Zurückgreifen lässt sich ausschließlich auf automatisch gesetzte Speicherpunkte. Das ist ärgerlich, denn wer an einem Punkt nicht weiterkommt und dort das Zeitliche segnet, muss sich oft erneut bis zum entsprechenden Punkt im Spiel vorkämpfen. Hier und da kann Starkillers Outfit geändert werden. Zudem lassen sich verschiedene Laserschwerter mit besonderen Effekten nutzen.

Darüber hinaus bietet das Spiel leider nicht allzu viel Untrhaltung. Der Storymodus ist relativ kurz gehalten. Mehr als vier Stunden Spielzeit sind nicht drin. Zusätzliche Unterhaltung sollen Szenarien bieten, die in einer vorgegebenen Zeit oder mit eine bestimmten Punktzahl absolviert werden. Die Ergebnisse können online mit anderen Spielern verglichen werden. Wirklich aufregend ist das allerdings nicht.

«The Force Unleashed II»
Geschichte eines digitalen Sternenkriegs
Video: Activision-Blizzard

Auch die Steuerung ist eher zweischneidig. Zwar lassen sich Maus und Tastatur innerhalb der Story passabel nutzen. Wer kann, sollte jedoch auf ein Gamepad zurückgreifen.

Fazit. Star Wars: The Force Unleashed II wartet mit einer genialen Grafik auf, von der sich viele Fans der Science-Fiction-Reihe mehr wünschen. Doch eine tolle Optik kann leider nicht über einen Mangel an Unterhaltung hinwegtäuschen. Das Spiel verläuft äußerst linear, lässt dem Spieler wenig Freiraum und füllt nicht einmal einen grauen Winternachmittag. Fans werden leider das Gefühl nicht los, hier mit Merchandising abgespeist zu werden.

Titel: Star Wars: The Force Unleashed II
Genre: Action-Adventure
Publisher: Activision-Blizzard
Entwickler: Lucas Arts
Preis: zirka 37 Euro
Sprache: deutsch
USK: freigegeben ab 16 Jahren
Altersempfehlung der Redaktion: ab 16 Jahre
Plattform: PC (weitere: Xbox 360, Playstation 3, Nintendo Wii, Nintendo DS)
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2010
Weiterspielen: Star Wars: The Force Unleashed (PC), Star Wars: The Clone Wars - Republic Heroes (Wii)

«The Force Unleashed II»
Zeit für einen neuen Helden
Video: Activision-Blizzard

 

sca/news.de

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