«Professor Layton» Rätselhafter Geniestreich

Mit der Nintendo-DS-Reihe um Professor Layton hat Nintendo eine Punktlandung hingelegt. Im dritten Teil Die verlorene Zukunft reisen der Rätselkönig und sein Schützling durch die Zeit. News.de hat eines der besten Spiele des Jahres erlebt.

Professor Layton und die verlorene Zukunft (Foto)
Spurensuche im London der Zukunft: Professor Layton und sein Assistent Luke erleben ihr drittes Abenteuer. Bild: Nintendo

Nintendo hat es mit Professor Layton und die verlorene Zukunft wieder einmal geschafft, ein Spiel zu veröffentlichen, dass Groß und Klein, Alt und Jung begeistert.  Ein Brief aus der Zukunft lässt nicht nur den Professor nachdenklich werden. Auch sein kleiner Assistent Luke Triton gerät ins Grübeln. Immerhin hat er sich den Brief selbst geschrieben - aus der Zukunft. So richtig kommt die Sache allerdings erst ins Rollen, als ein Experiment furchtbar schief geht und der britische Premierminister spurlos verschwindet.

Layton und Luke ermitteln - wie üblich auf eigene Faust. Als die beiden ein seltsames Uhrengeschäft besuchen, landen sie in der Zukunft und einem London, das beide kaum wiedererkennen. Für Layton wird der Ausflug in die Zukunft außerdem zum Déjà-vu. Denn immer wieder begegnet er einer Frau, die in seiner Vergangenheit eine entscheidende Rolle gespielt hat. Und obendrein bringt der knobelnde Professor die Menschen gehörig ins Zittern. Offenbar hat der sonst so liebenswerte Dozent in dieser Zeitlinie die Seiten gewechselt ... 

«Professor Layton»: Zeitreise für die grauen Zellen

Kapitel um Kapitel kommt das rätselnde Ermittlerteam mehr Geheimnissen um das missglückte Zeitexperiment auf die Spur. Mit dabei sind wieder viele alte Bekannte der Reihe: Flora etwa, die sich dem Professor und Luke bereits in Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf angeschlossen hat; oder aber der mürrische Inspektor Chelmey und sein leicht depperter Wachtmeister.

Komplexe Einfachheit

Auch wenn die Story ein wenig an Marty und den Professor aus Zurück in die Zukunft erinnert: Das fein gezeichnete Abenteuer des genialen Duos fesselt regelrecht an den Nintendo DS. Die Geschichte ist spannend erzählt und die mehr als 150 Rätsel bringen die grauen Zellen so richtig in Schwung - weil viele der Lösungen überraschen, der Spieler mitunter den sprichwörtlichen Wald vor Bäumen nicht sieht oder aber, weil das Ergebnis manchmal erst auf den dritten Blick nachzuvollziehen ist.

«Professor Layton»: Meisterhafter Kopfnussknacker
Video: Nintendo

Trotz allem: Das Spiel braucht Geduld. Nicht jede Antwort findet sich auf Anhieb. Manchmal brauchen die grauen Zellen auch einfach eine Pause. Dann hilft: abschalten, frische Luft schnappen und neu starten. Das mildert auch den leichten Frust, wenn die beiden Rateprofis kreuz und quer und hin und zurück durch London geschickt werden.

Die Mischung aus komplexen, leichten und Um-die-Ecke-denken-Rätseln ist gelungen. Drei zusätzliche Minispiele sorgen für Abwechslung, und wer mal gar nicht weiterkommt, kann sich - dank gesammelter Hinweismünzen - Hilfestellungen geben lassen. Bei diesen haben die Entwickler übrigens noch eins draufgesetzt: Gab es bisher nur drei Tipps, ist mit Professor Layton und die verlorene Zukunft der Supertipp eingeführt worden. Der kostet zwar zwei Hinweismünzen, hilft aber, des Rätsels Lösung wirklich auf die Spur zu kommen.

Grafik mit Qualität

Nicht zuletzt deshalb wird das Rätselspiel zum Spiel für die ganze Familie. Auch Kids kommen dank der Hilfestellung zurecht. Gerade wenn Mütter und Väter ihnen bisweilen hilfreich über die Schulter schauen. Gegeneinander antreten können Nintendo-DS-Spieler zwar nicht. Doch zumindest bietet das Spiel drei Speicherplätze, sodass jeder seine eigenen Fortschritte festhalten kann. Jederzeit können die manuell abgespeichert werden. Vor jedem Kapitelwechsel fragt das Spiel zudem ab, ob der aktuelle Spielstand gesichert werden soll.

Grafisch gibt es nichts zu meckern. Kein Wunder, steht der Name Level 5 doch für höchste Qualität - sowohl in den Spiel- als auch den Videoszenen. Auch wenn die Grafikleistung des Handhelds nicht für HD-Bilder reicht, so zeigt Professor Layton und die verlorene Zukunft doch, dass dem Spieler durchaus eine Optik geboten werden kann, die weit entfernt ist von matschigen Bildern.

Umrahmt wird die Szenerie von der passenden Vertonung. Zwar haben Layton und Luke nur in Schlüsselszenen eine Stimme - sonst muss der Spieler Text lesen. Doch die Hintergrundmusik ist äußerst stimmig.

Was nicht so recht ins Bild passen will: Es gibt eine für die Layton-Rätsel recht untypische, ballernde Verfolgungsjagd. Die ist zwar im Zusammenhang mit dem scheinbar kriminellen Layton nicht ganz falsch am Platz. Doch derlei übermäßige Action hat das unterhaltsame Rätselspiel eigentlich nicht nötig.

Fazit. Für Kenner der Professor-Layton-Reihe ist das Spielprinzip nicht neu. Eine Geschichte und diverse Knobelaufgaben - das klingt zunächst langweilig. Doch die Faszination des Abenteuers lässt nicht los. Und die Rätsel sind unterhaltsam, abwechslungs- und umfangreich, für Einsteiger gibt es genügend Hilfe, Profis werden sich dank einiger hammerharter Kopfnüsse ebenfalls nicht langweilen. Nicht zuletzt dank der professionell-qualitativen Inszenierung ist das Spiel deshalb eine Investition wert.

Titel: Professor Layton und die verlorene Zukunft
Genre: Denkspiel
PublisherAls Publisher wird ein Unternehmen bezeichnet, unter dessen Namen neu entwickelte Spiele veröffentlicht werden. : Nintendo
Entwickler: Level 5
Preis: circa 35 Euro
Sprache: deutsch
USKDie USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) ist die verantwortliche Stelle, die Videospiele auf ihre Inhalte überprüft und entsprechende Altersfreigaben erteilt. : freigegeben ab 6 Jahren
Altersempfehlung der Redaktion: ab 8 Jahre
Plattform: Nintendo DS
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2010
Weiterspielen: Professor Layton und das geheimnisvolle Dorf (Nintendo DS), Professor Layton und die Schatulle der Pandora (Nintendo DS)

Eine Demo der Rätsel finden Sie auf der Layton-Homepage im Menüpunkt Rätsel.

som/reu/news.de

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