«Ashley Madison» Das FremdgehVZ

Ashley Madison (Foto)
Die Startseite des Fremdgehportals verspricht Vieles. Bild: news.de-screenshot

Ina BongartzVon den news.de-Redakteurinnen und Annika Einsle
Neuer Schwung für langweilige Ehen: Das Online-Portal Ashley Madison bietet einen Rundum-Service zum Fremdgehen. Je nach sexuellen Vorlieben gibt es für jeden Geschmack die passende Affäre. News.de hat einen Blick ins Seitensprungportal gewagt.

Sie nennen sich Mister_Ladyjeans und Ingeborg669 und sie verabreden sich zum Sextalk im Internet. Das Paar ist verheiratet. Allerdings nicht miteinander. Genau darum geht es beim neuen Fremdgeh-Portal Ashley Madison: schnelle Seitensprünge - geplant und zielgerichtet.

«Das Leben ist kurz, gönn' dir eine Affäre.» Mit diesem Spruch wirbt Ashley Madison. Die deutsche Ausgabe ist seit Mitte Oktober online. Frustrierte Ehemänner und Ehefrauen, in deren Schlafzimmern nur noch geschnarcht wird, sollen hier einen neuen Kick finden. Zur Auswahl gibt es wie im Katalog: kurze Affäre, längere Affäre, Erotikchat, Was mich reizt und keine Tabus.

Rundumschutz für den perfekten Seitensprung

Ashley Madison
Fremdgehen digital

Damit auch wirklich der richtige Seitensprungpartner gefunden wird, verrät der User vorher per Klick, welche sexuellen Vorlieben er hat: Von «konventioneller Sex» über «flotter Dreier» bis hin zu «genießt es, dabei gesehen zu werden» ist alles dabei. Auch immer dabei: die Zusicherung der Betreiber: Alles ist absolut diskret. Für den Notfall - Ehefrau oder Ehemann kommt plötzlich ins Zimmer - gibt es oben rechts auf der Seite einen «Panik»-Button. Sofort erscheint auf dem Bildschirm eine unverdächtige Seite.

Der Europachef des Portals, Constantin Dietrich, verteidigt die Idee im Gespräch mit news.de: «Wir verleiten nicht zum Fremdgehen. Seitensprünge sind ja kein klassisches Konsumprodukt wie Shampoo oder Butterkekse. Wenn jemand einen Partner hat und glücklich ist, werden wir es nicht schaffen, dass er oder sie den Partner wechselt.» Er jedenfalls habe keinerlei Grund für ein schlechtes Gewissen.

Fremdgehportal
Clevere Geschäftsidee
Video: news.de

Auch Mister_Ladyjeans und Ingeborg669 haben offenbar kein schlechtes Gewissen. Mittlerweile wissen sie, wie es geht: Sie texten und «zwinkern» bei Ashley Madison. Bei erfolgreicher Kontaktanbahnung steht beiden offen, dem jeweils anderen einen digitalen Schlüssel für die private Fotogalerie zu schicken. Nur dort sind auch Nacktbilder erlaubt.

«Wir sind sehr auf Frauen ausgerichtet»

Die Idee zum organisierten Fremdgehen bei Ashley Madison entstand bereits im Jahr 2000. Der Kanadier Noel Biderman hatte damals genau geschaut, womit sich im Netz Geld verdienen lässt. Die Antwort: Onlinedating. Als er zudem auf eine Studie stieß, die zeigte, dass 30 Prozent der Onlinedatingkunden auf der Suche nach einer Affäre sind, war die Idee zum Fremdgehportal geboren.

«Wir sind sehr auf Frauen ausgerichtet. Darum besteht auch unser Name aus den beiden Mädchennamen, die im Gründungsjahr die beliebtesten in Nordamerika waren», erklärt Dietrich, der selbst verheiratet und Vater dreier Kinder ist.

Mittlerweile hat das Portal nach eigenen Angaben 7,3 Millionen Nutzer weltweit. Derzeit komme alle elf Minuten ein neues Mitglied hinzu.  Für Deutschland liegen nach den ersten vier Wochen noch keine konkreten Mitgliederzahlen vor. Doch seit dem Onlinegang vor etwa vier Wochen habe es laut Dietrich bereits mehr als 650.000 Zugriffe gegeben.

Ashley Madison gibt es derzeit für Kanada, die USA, Neuseeland, Australien, England, Österreich, die Schweiz und Deutschland. In Planung sind Ausgaben für Spanien und Frankreich sowie für  Mittel- und Südamerika. Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen liegt weltweit bei etwa 70 zu 30, in Deutschland gebe es jedoch eine Tendenz in Richtung 60 zu 40. Die User sind zwischen 18 und 65 Jahre alt. Durch die «Generation Viagra» würden auch ältere Menschen sexuell aktiver, so Dietrich.

Ashley-Madison-Clip
Fremdgehen im digitalen Zeitalter
Video: hesse und hallermann GbR

Der Unterschied liegt im Detail

Worin sich Ashley Madison von all den anderen Datingportalen unterscheidet, erklärt Constantin Dietrich so: «Bei uns ist von vornherein klar, dass sich hier Menschen treffen, die bereits gebunden sind. Die Erwartungshaltung ist eine andere: Bei uns ist klar, mein Gegenüber hat kein Interesse an einer festen Partnerschaft.»

Wirklich günstig ist der ganze Spaß nicht. Das «Kennenlernpaket» mit 100 Credits, der Portal-Währung, kostet 49 Euro und 1000 Credits kosten 249 Euro. Bezahlt wird pro Nachricht; Chats und virtuelle Geschenke kosten extra. Im Gegenzug versichert das Portal: «Ihre Kreditkarte wird nicht als Ashley Madison abgerechnet. Alle Abrechnungen erfolgen auf diskrete Weise.» Das Unternehmen will im laufenden Jahr einen Umsatz von 60 Millionen Dollar erwirtschaften.

Dabei ist es für die Erfinder gar nicht wichtig, ob sich Mister_Ladyjeans und Ingeborg669 irgendwann tatsächlich zwischen Laken und Bettdecke treffen. «Für uns geht es darum, dass sich die Leute bei uns treffen und austauschen. Wir haben ja nichts davon, dass wir Leuten dazu verhelfen, sich in irgendeinem Restaurant zu verabreden», so Dietrich. Mit ganz realen Kontakten lässt sich eben kein Geld verdienen.

ruk/reu/news.de

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • MERLINNNN
  • Kommentar 5
  • 22.11.2010 04:55

suche sextreffen in schwabach meldet euch

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  • Randolf
  • Kommentar 4
  • 13.11.2010 11:04

Die Dame spricht wohl aus Erfahrung und gibt obendrein noch was preis !

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  • hellboy
  • Kommentar 3
  • 13.11.2010 10:45

Alles nur Nepp und Verarsche ! Selbst ist der Mann !

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