Von von news.de-Redakteurin Julia Pfeifer
Sie war das Superweib, die Frau vom Checkpoint Charly, nun ist sie Nela. Veronica Ferres ist aus dem deutschen Film nicht mehr wegzudenken. Das Publikum liebt sie, sie wird mit Preisen überschüttet. Dennoch gibt es immer wieder Kritik. News.de geht dem Phänomen Ferres auf den Grund.
Veronica Ferres zählt heute zu den Topstars der deutschen Filmbranche. Dass sie ganz oben steht, soll sie angeblich auch jedem vermitteln, mit dem sie beruflich zu tun hat: Es gibt zahlreiche Gerüchte von Diva-Attitüden und Star-Allüren. Es passt ja auch gut in das Bild von der ehemaligen Kartoffelhändlerstochter, die es nach jahrelangem Kampf endlich in die Riege der ganz Großen geschafft hat.
Super PR und gute Rollenwahl
Und das hat sie ganz sicher. Dank der guten PR-Arbeit ihres mittlerweile Ex-Mannes Martin Krug dreht sie einen großen Film nach dem anderen, spielt in internationalen Produktionen an der Seite von Gérard Depardieu und John Malkovich und ist in vielen Werbespots zu sehen. Martin Krug, von dem Veronica Ferres seit Juni dieses Jahres geschieden ist, weiß eben, wie man einen Star richtig vermarktet.
Ihre Popularität verdankt sie aber auch ihrer ausgezeichneten Rollenwahl. Oft gibt sie eine engagierte starke Frau, die trotz Widrigkeiten immer das Richtige tut. Gleichzeitig zeigt sie sich in Talkshows und bei Interviews von dem jeweiligen Thema immer stark betroffen. Egal, ob es dabei um Zwangsadoption in der DDR oder Verfolgung von Juden während der Nazizeit geht. Veronica Ferres leidet mit. Diesen Sommer drehte sie einen Film über Marco Weiss, den Schüler der wegen angeblicher Vergewaltigung mehrere Monate in einem türkischen Gefängnis saß. Im Interview zu ihrer Rolle sagte sie Folgendes: «Unglaublich, was diese Familie durchlebt hat. Die Mutter, selbst eine Bewährungshelferin, musste ohnmächtig zusehen, wie ihr Sohn der Willkür der türkischen Justiz ausgeliefert wurde. Wie dem Liebsten, was sie hat, unrecht widerfährt.»
Everybody's Darling mit Neidfaktor
Dieses Gutmenscheln stört ihre Kritiker. Der Münchner Markenexperte Jon Christoph Berndt kann das genau erklären: «Es gibt ein Phänomen Ferres, weil sie das verkörpert, nach dem wir uns alle sehnen, speziell in dieser Zeit. Sie hat es von Solingen nach ganz oben geschafft und ist nun ein Everybody's Darling. Dadurch provoziert sie Neid.»
Schwere Kindheit: Arme ritzen und Magersucht
Veronika Ferres wird 1965 in Solingen geboren. Sie ist das jüngste von drei Kindern eines Kohle- und Kartoffelhändlers. Ihre Jugend muss schwer gewesen sein. In Interviews erzählt sie von Übergewicht und Magersucht und wie sie sich mit einem Zirkel die Arme ritzte. Schon früh ist für Veronika Ferres klar, dass sie weg will. Sie will Schauspielerin werden. Seit ihrem 15. Lebensjahr schreibt sie ihren Namen mit «c». Das klingt internationaler und ist gut für eine große Karriere als Filmstar.
Männer ebnen ihr den Weg
Zunächst studiert sie in München an der Ludwig-Maximillian-Universität Germanistik, Psychologie und Theaterwissenschaft. Mit Plakatekleben verdient sie sich den Lebensunterhalt. Nebenbei nimmt sie privaten Schauspielunterricht. Nach ersten kleineren Theaterengagements bekommt sie Rollen in TV-Serien und Filmen. Meist spielt sie da dralle Blondinen. 1990 lernt sie den Regisseur Helmut Dietl kennen, der sie prompt in drei seiner Filme unterbringt: Schtonk! (1992), Rossini (1997) und Late Show (1999).
Nach der Trennung von Helmut Dietl und einer schweren Meningitis, wegen der sie mehrere Tage im Koma lag, lernt sie PR-Mann Martin Krug kennen. 2001, kurz vor der Geburt der gemeinsamen Tochter, heiraten die beiden. Ihr frischgebackener Ehemann übernimmt die PR für seine Frau. Und Veronica Ferres war plötzlich überall. Und überall war sie die schöne starke Frau.
Das Bild darf keine Risse bekommen
Dass dieses Bild keine Risse bekommt, dafür sorgt Martin Krug. Dazu gehört es, Interviews prinzipiell immer gegenzulesen, Journalisten notfalls einfach wieder wegzuschicken, wenn diese Filme von Veronica Ferres nur auszugsweise statt ganz gesehen haben. Oder man nimmt die Zusagen für eine schwierige Rolle einfach wieder zurück. So geschehen bei der Ruhrtriennale 2007. Veronica Ferres sagte ein Theaterprojekt ab, nachdem sie erfahren hatte, dass sie eine Prostituierte mit vulgärer Ausdrucksweise spielen soll.
Allerdings kamen Veronica Ferres und Martin Krug mit dieser Vorgehensweise nicht überall durch. Eine Klage gegen das mittlerweile eingestellte Magazin Park Avenue scheiterte. Ein Journalist des Blattes hatte einen zehnseitigen Artikel über Veronica Ferres und ihrem Mann Martin Kurg geschrieben. Es ging dabei um den Verein Power Child, für den beide tätig waren, und um finanzielle Ungereimtheiten bei einer Gala des Vereins.
Betroffenheit ist gute PR
Aber ein zehnseitiger Artikel kann das Image von Veronica Ferres nicht kaputtmachen. Heute ist sie mit Rosannas Tochter wieder einmal in einem groß angekündigten Fernsehfilm zu sehen. Im Film geht es um eine Frau, deren Lebensgefährte eine Tochter aus einer vergangenen Beziehung bei sich aufnimmt und Eifersucht schürt. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Veronica Ferres zu den Beweggründen, die Rolle anzunehmen: «Es ist ein sehr modernes Thema, das für Gesprächsstoff sorgen wird. Viele Menschen leben in Patchworkfamilien zusammen und haben oft große Schwierigkeiten, mit dieser Konstellation zurechtzukommen. Wir wollten ein offenes Ende, so wie das Leben nun mal ist. Es ist nicht immer alles Glückseligkeit, vieles ist sehr hart.» Betroffenheit ist gute PR. Und die kann Veronica Ferres richtig gut.
Rosannas Tochter läuft am Mittwoch, 10. November, um 20.15 Uhr in der ARD.
juz/reu/news.de
Du bist doch nur neidisch!!Lerne Du erst mal die korrekte Rechtschreibung - diese "Tochter eines Kartoffelhändlers" beherrscht sie,wetten?
jetzt antwortenKommentar meldenVeronica Ferres - mein Traum. Aber warum bist du mit Frankensteins Neffen Maschmeyer zusammen?? Doch nicht wegen seiner vielen Millionen? Denk dran, lieber in der Hütte lachen, als im Schloß weinen. Wir zwei hätten viel mehr Spass - wetten?
jetzt antwortenKommentar meldenWas kann man sagen: Frau Veronika hat bis jetzt 4 Männer ( "liebe" ) erlebt! Wer wird der nächste ? Aber er muss milliarden haben? Dann Tochter- Kartoffellnhändler wir sehr zufrieden.
jetzt antwortenKommentar meldenIn vielen Ländern werden herausragende Bürger(innen) gefeiert und gelobt. Wir Deutsche löffeln solange im Süppchen herum, bis wir doch noch ein Haar entdecken. Ich finde diese Verhaltensweise widerlich. Das gilt insbesondere für unsere Print- und andere Medien.
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