Familie Jackson bricht ihr Schweigen: Im Interview mit Oprah Winfrey sprachen Michael Jacksons Eltern sowie seine Kinder Prince, Paris und Blanket erstmals offen über den Tod des King of Pop. Er sei ein ganz «normaler Vater» gewesen, der süchtig nach Schönheits-OPs war.
Die Mutter des im vergangenen Jahr verstorbenen Popstars glaubt, dass ihr Sohn süchtig nach Schönheitsoperationen war. In der am Montag ausgestrahlten Oprah Winfrey Show berichtete Katherine Jackson von einem Gespräch mit dem Chirurgen ihres Sohnes. Den Mediziner habe sie angesprochen, da die Nase ihres Sohnes aufgrund der wiederholten Operationen immer kleiner geworden und irgendwann «wie ein Zahnstocher» ausgesehen habe. Michael Jackson habe sich als Jugendlicher hässlich gefunden und «eines Tages hat er beschlossen, sich seine Nase machen zu lassen», sagte seine Mutter.
Den Tag, an dem ihr Sohn starb, bezeichnete Katherine Jackson im Gespräch mit Winfrey als den «traurigsten Tag ihres Lebens». Sie habe einen Anruf ihres Mannes Joe Jackson erhalten, der ihr erzählte, dass jemand aus Michaels Villa ins Krankenhaus gebracht wurde. Erst, als sie einen Anruf aus dem Krankenhaus erhielt, wußte sie, dass es sich um ihren Sohn handelte. Im Krankenhaus habe ihr dann Dr. Murray die Nachricht von seinem Tod überbracht - ausgerechnet Jacksons Leibarzt, der nun wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht steht. Die Kinder seien ebenfalls im Krankenhaus gewesen und hätten einfach nur geweint.
Der Vater war «der beste Koch»
In der Sendung traten auch die Kinder Prince, Paris und Blanket auf, die seit dem Tod ihres Vaters bei den Großeltern Joe und Katherine Jackson leben. Der 13-jährige Prince berichtete, dass er und sein Vater oft frühmorgens am Strand spazieren gegangen seien. Die zwölfjährige Paris erinnerte sich, wie ihr Vater sie ins Museum mitgenommen habe und dass er «der beste Koch» gewesen sei. Er habe den besten French Toast der Welt machen können. Er sei ein ganz «normaler Vater» gewesen. «Ich habe das Gefühl, keiner versteht, was für ein guter Vater er war», sagte Paris.
Die Schleier, die sie in der Öffentlichkeit tragen mussten, hätten sie nie gestört. «So hat uns niemand erkannt, wenn wir ohne unseren Papa unterwegs waren.» Sie habe verstanden, dass er sie damit nur beschützen wollte.
Die beiden Älteren gehen in eine Privatschule, während der Kleine noch zu Hause unterrichtet wird. Ab dem kommenden Jahr will er auch in eine Schule gehen, sagte er. Während Prince später einmal Filme produzieren und Regie führen will, schwebt Paris eine Zukunft als Schauspielerin vor.
Familien-Zwist wegen Interview
Doch nicht die ganze Jackson Familie ist damit einverstanden, dass Michaels Kinders so in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Michaels Bruder Randy Jackson machte seinem Ärger via Twitter Luft: «Oprah ist der letzte Mensch auf Erden, den Michael um seine Kinder herum gewollt hätte». Randy Jackson will wohl darauf anspielen, dass Oprah Winfrey seit dem Pädophilie-Prozess ein gespaltenes Verhältnis zum King of Pop hat.
Was man Katherine Jackson sicherlich anlasten könnte, ist die Tatsache, dass sie im Interview ihr neues Buch Never Can Say Goodbye promotete - ein Erinnerungsbuch an ihren Sohn. Auch dürfte das Interview mit der Veröffentlichung des neuen Jackson-Albums im Dezember in Verbindung stehen.
Umstrittener Jackson-Song veröffentlicht
Das Plattenlabel des Popstars hat am Tag des Interviews posthum einen Song des früheren King of Pop ins Internet gestellt. Am Montag war das Lied mit dem Titel Breaking News erstmals in voller Länge auf der Jackson-Webseite zu hören.
Es ist die erste Singleauskoppelung des für Mitte Dezember angekündigten Albums Michael. Dem Label Sony Records zufolge hatte Jackson den bisher unveröffentlichten Song Breaking News im Jahr 2007 im US-Staat New Jersey aufgenommen. Familienangehörige meldeten jedoch Zweifel an.
Jacksons Schwester LaToya sagte laut TMZ.com, dass sich die Stimme in der Aufnahme nicht nach der ihres Bruders anhöre. Dem Internetdienst zufolge hätten auch Jacksons Mutter Katherine und seine Kinder Prince und Paris Zweifel an der Echtheit des Songs.
Plattenfirma plant noch zehn Jackson-Alben
Jackson habe in den letzten Jahren vor seinem Tod viele Lieder geschrieben und sein nächstes Album geplant, schreibt Sony Records in einer Mitteilung. Ein Teil dieses Materials sei nun posthum fertiggestellt worden. Das Albumcover stammt von einem Ölgemälde des Malers Kadir Nelson aus dem Jahr 2009. Es zeigt den Sänger mit Glitzerhandschuh und einer Krone auf dem Kopf.
Sony und der Jackson-Nachlass planen noch weitere Veröffentlichungen. Im vergangenen März war bekannt geworden, dass zehn Platten für die nächsten sieben Jahre geplant sind. Auf ihnen sollen bekannte Stücke, zum Teil in neuer Fassung, aber auch bisher unveröffentlichte Songs zu hören sein.
Michael Jackson war im Juni 2009 an einer Überdosis Narkosemittel gestorben. Anfang Januar wird ein Gericht darüber entscheiden, ob es deswegen zu einem Prozess gegen den Leibarzt des Sängers kommen wird.