Geheimkonzert in Köln Bon Jovi zum Anfassen

Bon Jovi (Foto)
Der US-Sänger Jon Bon Jovi trat bei einem Radiokonzert am Donnerstag in Köln auf. Bild: dpa

Verkehrte Welt: Bon Jovi gehört zu den weltweit erfolgreichsten Bands. Mühelos füllen die Amerikaner riesige Stadien und sind für fulminante Shows auf gigantischen Bühnen bekannt. Bei einem Konzert in Köln war alles anders.

Zu dem Klub-Auftritt der US-Rockband kamen nur einige Hundert Fans nach Köln, in eine Halle so klein wie eine Schulaula. Die Jungs aus New Jersey machten trotzdem Riesen-Stimmung - vor allem mit Hits wie It's My Life, Livin' On A Prayer oder Bad Thing. Deutschland sei «der beste Platz überhaupt», rief Jon Bon Jovi den begeisterten Fans zu. Die hatten ihre Tickets bei Radiosendern gewonnen - für das «Geheimkonzert» im kleinsten Kreis, das in der Musikbranche gerade in Mode kommt.

Auf Wunsch von Frontmann Jon Bon Jovi präsentierte sein langjähriger Freund Thomas Gottschalk das Event: «Jetzt weiß ich, warum der mich zuerst rausgeschickt hat: Er sieht einfach immer besser aus als ich», meinte der Moderator, und gab damit den Startschuss für ein gut einstündiges Konzert. Einige Radiosender strahlten es am Donnerstagabend live aus, andere wollten zeitversetzt folgen. Im Klub Limelight gab es vor allem Klassiker aus dem jüngsten «Greatest Hits»-Album. Mit einem «Guten Tag Kalaun» und einer Prise Werbung für das neue Album spielte Jon Bon Jovi auch den neuen Song What do You Got?.

Die Fans brauchten immer nur zwei, drei Töne, dann war klar, was gespielt wurde. Die Band brachte fast alle wichtigen Hits, von «Always» bis «Wanted Dead Or Alive». Bei 120 Millionen verkauften Alben, Gold, Platin und anderen Auszeichnungen, über 2600 Shows in mehr als 50 Ländern war der Abend in Köln für Bon Jovi ein «kleiner Fisch». Trotzdem legten sich die Rock-Musiker, die seit mehr als 25 Jahren im Geschäft sind, ins Zeug.

Jon Bon Jovi nimmt Bad in der Menge

Hohen Pulsschlag bei den Mädels löste vor allem Jon Bon Jovi aus. Auch die männlichen Fans mussten einräumen, dass man mit 48, in Schweiß getränktem T-Shirt und zwei albernen Rasseln in der Hand anziehend sexy rüberkommen kann. Worauf man den Star, der mal als Schuhputzer begann, aber nicht beschränken sollte. Denn in einer Stiftung kümmert sich «JBJ» um Obdachlose und Familien in Not, eine seiner Gitarren hat er zugunsten der Haiti-Erdbebenopfer versteigert, und eine klare politische Meinung hat er auch.

Im Limeligt waren alle happy. Bon Jovi dankte dem mitsingenden Publikum zum Schluss mit Zugabe und Körperkontakt in einem Bad in der Menge. Die Fans waren sich einig: «Es war äußerst genial», «auf den Punkt perfekt» oder «einfach nur geil». Heike aus Bochum klapperte sogar nach und nach alle Freundinnen per Handy ab und ließ sie ein paar Minuten mitlauschen - «weil's so super ist».

«Wir werden nächsten Sommer wieder da sein», kündigte Bon Jovi an. Dann wird es wieder in die gewohnten Großarenen gehen. Die - nicht geheimen - Tour-Stationen sind Dresden (10.6.), München (12.6.), Düsseldorf (13.7.) und Mannheim (16.7.). Der genaue Ort des Kölner Auftritts war bis zuletzt nicht verraten worden, um einen Massenansturm zu vermeiden. Das ausgewählte Publikum störte sich daran nicht, andere fanden das aber «irgendwie affig».

boi/wam/reu/news.de/dpa

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