Gunter Gabriel «Peter Maffay ist ein Schnulzensänger»

Gunter Gabriel (Foto)
Hans Dampf in vielen Gassen: Gunter Gabriel. Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Ines Weißbach, Hamburg
Promi-Auflauf beim Tourauftakt von Peter Maffay. Gunter Gabriel begrüßt den Schauspieler Volker Lechtenbrink mit einem Kuss. Nach der Show spricht der Hey Boss, ich brauch mehr Geld-Sänger mit news.de darüber, dass er sich manchmal wie Tom Jones fühlt.

Sie haben Volker Lechtenbrink mit einem Kuss auf den Mund begrüßt. Ist das Ihre normale Grußformel?

Gunter Gabriel: Jederzeit. Hier. (beugt sich mit geschürzten Lippen nach vorn). Nein, nein, Volker ist ein ganz alter Freund von mir. Wir kennen uns seit 1974.

Eine große Männerfreundschaft also. Was verbindet Sie mit Peter Maffay?

Gabriel: Auch eine Männerfreundschraft. Ich kenne Peter Maffay seit 1970. Als er in Hamburg wohnte, ist er mit seinem Jeep immer bei mir vorbeigekommen und sagte: (versucht Maffays Akzent nachzumachen) «Los Gunter, lass uns einen Song schreiben». Wir haben wirklich nie einen Song hingekriegt. Wir haben nächtelang Bier getrunken mit Blick auf Blohm und VossHamburger Schiffswerft .

Sind damals ein paar Songideen in seine oder Ihre Lieder eingegangen?

Gabriel: Nein, er macht ja ganz was anderes als ich. Ich bin Realosänger und er ist ein Schnulzensänger. Das kann man sagen, denn das ist keine Schande. Weil er da hervorragend ist. Auch heute hat er wieder bewiesen, dass er das Volk am meisten mit seinen älteren, langsamen Songs berührt. Dazu soll er stehen, weil das einzigartig ist. Er hat seine Fans über so viele Jahre gehalten, dass die auch heute noch zu seinen Konzerten kommen, weil er das Fundament der guten Songs hat.

Er hat aber auch viele junge Fans hinzugewonnen.

Gabriel: Weil die die gleiche Sehnsucht haben. Liebe ist das Zauberwort in dieser kalten Welt. Und er kann das singen. Er hat gute Songs gehabt, wer auch immer die geschrieben hat, ist scheißegal.

Und er hat auf der Bühne eine große Show inszeniert. Würden Sie sich so etwas für sich selbst auch wünschen?

Gabriel: Nein, niemals. Mein Songs sind intimer, da macht man keine große Show. Dies ist eine Rockshow gewesen. Ich fand das Bühnenbild wirklich super. Und das Orchester hat eine Kulisse ergeben, wie bei Jailhouserock von Elvis. Sehr gute Leute, sehr gute Band. Das passt aber nicht zu meiner Musik, die ist eher Folk und Country, ein bisschen Rock. Ich mag auch meine Musik nicht vor sovielen Leuten spielen. Ein Johnny Cash hat auch nie vor sovielen gesungen, weil die Songs dann nicht richtig kommen.

Was gibt es denn Neues von Gunter Gabriel?

Gabriel: Ich habe mir eine neue Zahnbürste gekauft. Ich werde jetzt super aus dem Mund riechen.

Das passt ja gut zu Ihrer Art der Begrüßung.

Gabriel: Ja, ich schreibe an neuen Songs. Ich habe das Musical in Berlin Hello, I'm Johnny Cash, wo ich die Hauptrolle spiele, vier Wochen lang gegeben. Jeden Tag ausverkauft. Im Januar und Februar wird es weitergehen. Das sind für mich Streicheleinheiten ohne Ende.

Und was macht die Liebe?

Gabriel: Auch viele Streicheleinheiten. Obwohl ich schon auf Reserve laufe. Ich habe gesagt, hoffentlich werfen mir die Frauen in Berlin nicht noch ihre Schlüpfer auf die Bühne, ich komme mir schon vor wie Tom Jones. Ich habe aber sehr viele Pralinen, Parfüms und frische Unterhose in meine Garderobe gekriegt.

Gunter Gabriel (68), ist ein deutscher Country- und Schlagersänger, der mit Hey Boss, ich brauch mehr Geld einen seiner größten Hits hatte. Für Juliane Werding schrieb er zudem den Hit Wenn du denkst, du denkst. Derzeit spielt er im Musical Hello, I'm Johnny Cash die Hauptrolle.

ruk/news.de

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