Streit um Musikvideos Gema klagt gegen YouTube

YouTube gegen Gema (Foto)
Der Streit Gema gegen YouTube geht in die nächste Runde. Bild: dpa

Ina BongartzVon news.de-Redakteurin
Kampf der Giganten: Die deutsche Gema verklagt YouTube. Es geht natürlich ums Geld. Die Plattform soll für die Veröffentlichung von Musikvideos zahlen - und zwar pro Klick. YouTube weist die Forderung als überzogen zurück.

Offenbar führt kein Weg an einer Klage vorbei: Nach langwierigen Streitigkeiten über einen Nutzungsvertrag mit YouTube wird die Gema, die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte, die Google-Tochter nun verklagen. Es geht - natürlich - ums Geld. YouTube soll für die Veröffentlichung all jener Musikvideos bezahlen, für die die Gema die Lizenzrechte besitzt. Und zwar pro Klick. Die Gema sieht die Urheberrechte der Künstler verletzt. Sie forderte die Sperrung von 600 Gema-lizenzierten Videos bei youtube.de.

Wie Gema-Sprecherin Bettina Müller auf Nachfrage von news.de erklärte, wolle die Gema jedoch gar nicht in erster Linie die Sperrung: «Wir haben YouTube gebeten, die 600 Videos runterzunehmen. Es ging darum, Verständnis zu schaffen und klar zu machen, dass YouTube die Videos illegal benutzt.» YouTube verdiene viel Geld mit den Videos, ohne den Künstlern einen angemessenen Teil zu bezahlen. «Es geht uns nicht darum, dass die Videos nicht mehr zu sehen sind, sondern dass YouTube zahlt», so Müller weiter.

Verärgerte User

Der Rechtsstreit ärgert schon seit Monaten viele Nutzer. YouTube-User xray565 findet: «Ich hasse YouTube so langsam ey, weil einfach alle guten Lieder nach und nach gesperrt werden.» Und Mcefron: «Ich hör nur Geld. Geld. Geld. YouTube ist auch gut, um auf neue Musiker aufmerksam zu werden. Das ist mit Geld nicht zu kaufen!» Auch relaxer92 sieht das Ganze kritisch: «Zwar wird das leider keiner von der Gema lesen, aber wenn ich mir ein Musik-Album kaufen möchte, höre ich mir das bei YouTube davor an, ob es gut ist!»

Der bisherige Nutzungsvertrag zwischen der Gema und der Google-Tochter ist im vergangenen Jahr ausgelaufen. Seitdem gab es zwar immer mal wieder zähe Verhandlungen, aber keine Einigung. Mal brach YouTube, mal die Gema die Beratungen ab. Dabei könnte es heiß hergegangen sein, denn über Einzelheiten wurde Stillschweigen vereinbart. Dass die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, sei nicht absehbar, sagte Gema-Sprecherin Müller: «YouTube hat bisher kein einziges der geforderten 600 Videos gesperrt.»

«Mit jedem Klick verlieren wir Geld»

Die Gegenseite, nämlich Google-Deutschland, sieht den Fall ganz anders. Google-Sprecher Kay Oberbeck erklärte gegenüber news.de: «Wir haben alle Videos, von denen uns die Gema eine URL geschickt hat, gesperrt. Es kann aber nicht unsere Aufgabe sein zu prüfen, wer welche Rechte für welches Lied hat.»

Google-Deutschland stehe jederzeit für neue Vertragsverhandlungen zur Verfügung, doch die Forderungen der Gema seien überzogen. «Die Gema verlangt derzeit Konditionen, mit denen wir mit jedem Klick Geld verlieren würden. Das ist einfach kein tragbares Konzept», so Oberbeck.

Im Grunde hätten beide Seiten das gleiche Ziel: «Auch YouTube will die Rechteinhaber entsprechend entlohnen. In vielen anderen europäischen Ländern haben wir bereits gute Nutzungsverträge geschlossen. Ich weiß nicht, warum das in Deutschland so schwierig ist.»

Mit vereinten Kräften gegen die Google-Tochter

Warum für die Gema die Zeit der Verhandlungen erst mal vorbei ist, erklärte die Sprecherin so: Verhandlungen seien im Prinzip sehr gut, aber «die Musik-Urheber bekommen während der Verhandlungen kein Geld.» Aus diesem Grund könne man diese nicht unendlich ausdehnen.

Jetzt wird also geklagt. Und zwar nicht allein. Die Gema hat sich Verstärkung geholt. Mit sieben weiteren Musikautorengesellschaften aus Belgien, Frankreich, Österreich, Italien, den USA und der Schweiz geht es gegen die Google-Tochter. Ein Verfahren gegen YouTube sei der richtige Weg, heißt es vonseiten des Gema-Vorstands. Die Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes empfiehlt nach Darstellung der Gema eine Vergütung zwischen 0,3 und 0,6 Cent pro Klick.

ruk/reu/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Günter
  • Kommentar 2
  • 20.04.2012 14:57

Diese Downloaderei wird gemacht, weil es in erster Linie möglich ist, und nicht, weil es nichts kostet. Nie im Leben würde ich mir meine Downloads kaufen- es wäre mir viel zu teuer. Die Unterhaltungsindustrie würde an mir keinen Cent verdienen. Wenn das Downloaden nicht mehr möglich wäre, dann wars das eben. Es war eine schöne Ära, aber daohne sterbe ich auch nicht. Dann mache ich eben mit meinem Akkordeon wieder selber Musik. Es müssen also andere Lösungen her, als die Laderei zu kriminalisieren. "Die Geister die ich rief, werd ich nicht mehr los". Das Problem hat Goethe schon gehabt.

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  • Günter
  • Kommentar 1
  • 20.04.2012 14:52

LIEBES VOLK!!! ICH RUFE EUCH AUF, NUR EIN HALBES JAHR KEINE CD, KEINE DVD UND ÜBERHAUPT KEIN PRODUKT MEHR ZU ERWERBEN, VON DENEN IRGEND EIN FAULER GELDSACK DIE RECHTE GEKAUFT HAT UND MIT UNS NOCH REICHER WERDEN WILL. WIR HABEN ES DOCH IN DER HAND. MAN SOLL GUT LEBEN KÖNNEN VON DER MUSIK UND VOM FILM- ABER HEUTZUTAGE WERDEN DOCH ALLE MAßSTÄBE BEI DEN GAGEN GEBROCHEN. ICH BIN BERUFSFEUERWEHRMANN UND RETTE JEDE WOCHE EIN MENSCHENLEBEN(BESCHEIDEN). DIE RELATIONEN MÜSSEN DOCH GEWAHRT BLEIBEN.

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