So., 27.05.12

Google 21.10.2010 245.000 Einsprüche gegen Street View

Street View (Foto)
Weniger Widersprüche als erwartet gegen Googles Street View. Bild: dpa

Fotografieren verboten: Drei Prozent der betroffenen Haushalte wollen nicht, dass Bilder ihrer Häuser bei Googles Straßenatlas Street View zu sehen sind. Das teilte Google in einem Blogeintrag mit. Die Bilder werden nun unscharf dargestellt.

Gut 244.000 deutsche Haushalte haben bisher verlangt, die Abbildung ihrer Häuser aus Googles Straßenatlas Street View zu entfernen. Das seien knapp drei Prozent der Haushalte in den 20 Städten, für die Street View bis Ende des Jahres starten soll, teilte Google am Donnerstag in einem Blog-Eintrag mit. Es ist das erste Mal, dass der Internet-Konzern die Zahl der Anträge nennt.

Nach einem Widerspruch werden die Gebäude in den Panorama-Straßenansichten unscharf dargestellt. Wenn auch nur ein Mieter eines Mehrfamilienhauses dies fordert, wird das ganze Gebäude «verwaschen» angezeigt. Die Aktion kann nicht rückgängig gemacht werden, da Google dafür die Originalbilder verändert.

Die Vorab-Widerspruchsfrist für die 20 größten deutschen Städte war am Freitag abgelaufen. Google hatte das Zeitfenster für Anträge über ein Online-Tool nach Forderungen aus der Politik auf acht Wochen verdoppelt. Unter anderem Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dem US-Konzern wiederholt vorgeworfen, mit Street View die Privatsphäre zu verletzen.

Weniger Widersprüche als erwartet

Nach der Aufregung der vergangenen Monate fällt die Zahl der Widersprüche mit der Drei-Prozent-Quote deutlich geringer aus als es einige Umfragen nahelegten. So hatte eine EmnidDie TNS Emnid Medien- und Sozialforschung GmbH ist ein Anbieter von Markt- und Sozialforschung. Für Auftraggeber aus der Medien-, Politik- und Sozialforschung ist TNS Emnid Partner für nationale und internationale Forschungsvorhaben. Das Unternehmen wurde 1945 von Dr. Karl Georg Baron von Stackelberg in Bielefeld gegründet. -Erhebung im Auftrag der
Bild am Sonntag ergeben, 52 Prozent der Deutschen seien gegen die Abbildung ihrer Wohnung oder ihres Hauses in Street View.

Google habe exakt 244.237 Anträge erhalten, schrieb der verantwortliche Produktmanager Andreas Türk. Das entspreche 2,89 Prozent der Haushalte in den 20 Städten. Zwei von drei Anträgen seien über das seit August verfügbare Online-Tool gestellt worden.

Die 20 Städte sind Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal.

Per Brief konnte ein Mieter oder Immobilienbesitzer bereits seit April 2009 Google auffordern, sein Haus bei Street View unkenntlich zu machen. Der Internet-Konzern betont, dass die Anträge auch nach dem Start des Dienstes jederzeit gestellt werden können und das Vorgehen mit deutschen Datenschützern abgestimmt sei.

Bearbeitung per Hand

Google betreibe einen großen Aufwand, um die Anträge richtig umzusetzen, schrieb Türk. «Allerdings lässt sich bei derartigen Prozessen nicht garantieren, dass jeder Antrag, der uns erreicht hat, auch vollständig bearbeitet werden kann», schränkte er ein. Zum Beispiel seien in einigen Fällen die angegebenen Adressen nicht eindeutig zuzuordnen, weil Angaben nicht lesbar oder die Beschreibungen eines Gebäudes nicht eindeutig gewesen seien.

Die Widersprüche werden einzeln per Hand bearbeitet. Google stellte dafür rund 200 zusätzliche Mitarbeiter ein. Für jedes Gebäude müssen mehrere Bilder verändert werden, damit es aus allen Blickwinkeln nicht zu erkennen ist. Google hatte für Street View die Straßen mit speziellen Kamerawagen abgefahren.

Für zusätzlichen Ärger sorgte dabei, dass die Fahrzeuge über Jahre auch Informationen aus offenen WLAN-Netzen abgriffen. Google betont, das sei nur versehentlich durch einen Software-Fehler geschehen, die Daten seien nicht genutzt und inzwischen vernichtet worden. Zuletzt wurde deswegen in Spanien diese Woche ein Verfahren gegen Google eingeleitet.

Aigner hatte bereits vor Ablauf der Frist verlangt, Google solle die Zahl der Widersprüche nennen. Der Konzern hielt bisher dagegen, das brauche seine Zeit, da zum Teil Anträge doppelt eingereicht worden seien oder sich auf andere Google-Produkte bezogen.

cvd/news.de/dpa
Leserkommentare (3) Jetzt Kommentar zum Artikel schreiben
  • bernhard
  • Kommentar 3
  • 02.11.2010 12:27
 

In goggle earth kann ich die Häuser auch sehen und sogar den Hof, den Pool u.s.w. Verpixeln - einfach lächerlich

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  • Christian Kraus
  • Kommentar 2
  • 02.11.2010 09:54
 

Umkehrschluß: wenn ich die Street-Aufnahmen sehe-fallen natürlich sofort die gepixelten Häuser auf! Also braucht ein interessierter Einbrecher (als Beispiel!)nur die gepixelten Gebäude in die nähere Auswahl zu nehmen-zumal diese ja "etwas zu verbergen" haben....alsowürde ich mein Haus nicht verpixeln! Zumal jeder öffentlich mein Haus in Natura jederzeit sehen kann! Schade, daß durch Verpixelung der Gesammteindruck gestört wird...

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  • Kornbrot
  • Kommentar 1
  • 21.10.2010 09:26
 

Die Gegner haben etwas zu verbergen. Es ist doch schön, wenn man jemand aufsuchen will und man sich schon vorher informieren kann, wo er wohnt. Ich bin dafür, da ich nchts zu verbergen habe.

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