Konzerte Ticketpreise auf Sinkflug

Tourauftakt Green Day (Foto)
Ein Fan der US-amerikanischen Rockgruppe Green Day springt bei einem Konzert der Band in der Tui Arena in Hannover von der Bühne ins Publikum. Bild: ddp

Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Die Besuche werden weniger: Deutschlands Veranstalter klagen über einen heftigen Umsatzeinbruch im vergangenen Jahr. Doch Fans von Konzerten und Musicals muss das nicht grämen. Die Preise bewegen sich momentan nur in eine Richtung: nach unten.

Die Ticketpreise haben ihren Höchststand erreicht. «Weiter steigende Eintrittspreise wird der Markt keinesfalls mehr verkraften», sagte Jens Michow, Präsident des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft. Einer Studie der Marktforschungsgesellschaft GfK zufolge sind im vergangenen Jahr zehn Prozent weniger Karten für Musikveranstaltungen, Musicals und Shows verkauft worden als noch 2008. Nur ein Beispiel für misslungene Preispolitik der Veranstalter war das einzige Deutschland-Konzert von Prince, das mit 15.000 Besuchern in der Berliner Waldbühne bei weiterm nicht ausverkauft war. Karten hatten damals bis zu 120 Euro gekostet.

Auch der Durchschnittspreis für eine Karte sank im vergangenen Jahr leicht um zwei Prozent auf nunmehr 29,83 Euro. Konzertkarten kosteten dabei im Schnitt 34,02 Euro, der Eintrittspreis zu anderen Veranstaltungen wie Kabarett- oder Comedyshows betrug durchschnittlich 22,80 Euro.

Das Live-Geschäft ist trotz der Umsatzrückgänge weitaus wichtiger als der Verkauf von CDs und Schallplatten. Mit Veranstaltungen wurden laut der Studie im vergangenen Jahr 3,17 Milliarden Euro erwirtschaftet, mit Tonträgern lediglich 1,52 Milliarden Euro. Dabei wurden allerdings Einnahmen in der Gastronomie und im Merchandising den Veranstaltungen hinzugerechnet. Mit Veranstaltungstickets selbst wurden insgesamt 2,27 Milliarden Euro eingenommen.

Ein zunehmender Anteil der Karten wird dabei über das Internet geordert. Etwas mehr als jedes vierte Ticket wurde online verkauft. Etwas überraschend sind die Präferenzen der für die Studie befragten Veranstaltungsbesucher. Demnach erachten 90 Prozent der Umfrageteilnehmer saubere Klos für wichtig, der gute Klang hat hingegen nur für 82 Prozent Priorität.

wam/ivb/news.de

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