Eric Clapton Zum Niederknien

Eric Clapton (Foto)
Ein Album zum Niederknien. Eric Clapton hat sich mit Clapton selbst übertroffen. Bild: Warner Music

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Was für eine Platte: «Slowhand» Eric Clapton meldet sich mit seinem 19. Studioalbum zurück. Und wie. Für das Werk, das wie keines zuvor sein musikalisches Genie zeigt, gibt es nur einen passenden Namen: Clapton.

«Immer wenn es darum geht, ein Album aufzunehmen, stehe ich entweder unter dem Druck, etwas Großes ausdrücken zu wollen oder gar nichts. So sind einige meiner wichtigsten Alben entstanden. Unplugged zum Beispiel», erzählt der Meister der E-Gitarre laut Pressemitteilung seiner Plattenfirma Warner über sich.

Bei Clapton lief es einfach von selbst. «Herausgekommen ist eine Sammlung von Songs, die nicht wirklich auf der Hand lagen. Für mich kamen sie überraschend und genauso wird es für die Fans sein», so der Altmeister, der mit seinen 65 Jahren gelassener denn je seine Musik praktiziert.

Auf Clapton geht der Engländer, der gleich drei Mal in die Rock and Roll Hall Of Fame als Gründer der Yardbirds, als Mitglied von Cream sowie für seine Leistungen als Solokünstler aufgenommen wurde, auf Entdeckungsreise. Er nahm sich die Stilrichtungen vor, die ihm geholfen haben, sein musikalisches Profil zu finden. Aus dem Funken einer Idee - dem Wunsch, einige Jazz-Nummern einzuspielen, mit denen er aufgewachsen ist - hat Clapton eine Kollektion mit 14 Songs zusammengestellt: von hundert Jahre altem Brass-Band-Sound über unbekannte Country-Blues-Nummern zu brandneuen Eigenkompositionen. Das Resultat: ein Album zum Niederknien.

Ruhe und Ausdrucksstärke, die in ihren Bann zieht

Vor allem Blues-Fans sollten den Plattenladen sofort stürmen. Denn das Album vertreibt Herbstdepressionen und schlechte Gedanken. Einfach in den Schaukelstuhl zurücklehnen, entspannen und in eine Welt von harmonischen Klängen entfliehen. Das Studiowerk ist auch ein Ausdruck dafür, wie sehr der Ausnahmemusiker den Blues liebt. Das erklärt, wen er sich für die Aufnahmen ins Studio geholt hat: seinen Kumpel Steve Winwood, mit dem er das legendäre Live-Konzert im New Yorker Madison Square Garden hielt. Bei den Sessions dabei waren außerdem: Sheryl Crow, J.J. Cale und Allen Tussaint, die große New-Orleans-Eminenz.

Nach vier Dekaden als einer der weltbesten Gitarristen legt Eric Clapton eine Ruhe und Ausdrucksstärke an den Tag, die einen in den Bann zieht. Die Songs Rocking Chair, Judgement Day und Can´t hold out much longer zählen zu den gewaltigsten Nummern, die der Blues in seiner Gestaltungsform zu bieten hat.

Doch Clapton wäre nicht Clapton, wenn er nicht mit Balladen seine Fans zum Dahinschmelzen animieren würde. Mit Autumn Leaves und Diamonds made from Rain hat er Nummern produziert, die an Gary Moore erinnern und einfach wunderschön sind. «Wir spielen Rock ’n’ Roll und Blues, aber am Ende des Tages sind wir doch alle Balladensänger. Diese Songs öffnen die Türen für eine Vielzahl von Möglichkeiten. Er darf ruhig etwas schmalzig sein, man muss ihn nur richtig spielen. Mit einer Prise Funk funktioniert es», so das Genie.

Mit 65 Jahren ist aber für den Engländer noch lange nicht Schluss: Nachdem Clapton das Material bewältigt hat, denkt der Großmeister der Musik schon wieder an künftige Projekte. «Das nächste, was ich gerne machen würde, ist Latin Music oder noch etwas mehr New Orleans Jazz», so Clapton. Ach, Eric: Bleibe beim Blues, denn dieses Album ist das beste, was je aus deiner Feder entstanden ist.

Titel: Clapton
Interpret: Eric Clapton
Plattenfirma: Warner Music
Erscheinungsdatum: 24. September 2010

 

car/ivb/news.de

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