Von news.de-Redakteurin Corina Broßmann
Agatha Christie ist berühmt für ihre vielen Kriminalromane, Kurzgeschichten und die altjüngferliche Detektivin Miss Marple. Ihre Werke sind die meistverkauften Bücher der Welt nach der Bibel. An ihrem 120. Geburtstag ehrt sie Google mit einem Doodle.
Agatha Mary Clarissa Miller kam 1890 im britischen Torquay in der Grafschaft Devon als jüngstes Kind des Amerikaners Frederick Alvah Miller und dessen englischer Ehefrau Clarissa Margaret Boehmer zur Welt. Ihr Vater bezog Einkommen aus Geschäften in Übersee, über die nichts Näheres bekannt ist, die der Familie aber ein Leben in Wohlstand ermöglichten. Er starb bereits 1901, Agatha war damals elf Jahre alt.
Agatha Christie wuchs in der viktorianischen Villa Ashfield in Torquay auf und wurde bis zu ihrem 16. Lebensjahr nicht in einer Schule, sondern von ihrer Mutter unterrichtet, die früh ihr schriftstellerisches Talent erkannte. Mit elf Jahren veröffentlichte sie ein erstes Gedicht in einem Lokalblatt.
Ihr zunächst begonnenes Musikstudium in Paris gab sie mit Beginn des Ersten Weltkriegs auf und arbeitete als Krankenschwester beim Britischen Roten Kreuz im örtlichen Krankenhaus, später in einer Apotheke. In dieser Zeit sammelte sie viele Erfahrungen mit Giften, die später in ihren Werken eine Rolle spielten.
1914 heiratete sie Oberst Archibald Christie, einen Flieger der königlichen Luftwaffe. Wenig später brachte sie ihre Tochter Rosalind zur Welt.
1920 erschien Christies erster Kriminalroman: Das fehlende Glied in der Kette (engl. The Mysterious Affair at Styles) mit dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Schlagartig berühmt wurde Christie jedoch erst mit dem 1926 veröffentlichten Werk Alibi (engl. The Murder of Roger Ackroyd).
In ihrer schriftstellerischen Tätigkeit hatte Agatha Christie schnell Erfolg, privat jedoch verliefen die Zwanziger Jahre eher unglücklich: Ihr Mann ließ sie berufsbedingt häufig allein, 1926 starb ihre Mutter – ein Ereignis, das sie stark mitnahm, außerdem musste Ashfield geräumt werden. Ohnehin erschöpft von dieser Situation, gestand ihr Mann ihr die Affäre mit einer Golfpartnerin. Christie brach daraufhin vollkommen zusammen. Sie lief davon und wurde nach einer spektakulären Suchaktion erst zehn Tage später in einem Hotel in Harrogate aufgefunden – mit einem fast kompletten Gedächtnisschwund. 1928 wurde die Ehe geschieden.
Um sich von den Strapazen der vergangenen Jahre zu erholen, entschied sie sich relativ spontan zu einer ausgedehnten Expedition in den Nahen Osten und reiste mit dem Orient-Express nach Bagdad. Diese Erfahrung sollte das Leben Agatha Christies maßgeblich verändern und großen Einfluss auf ihr schriftstellerisches Werk ausüben.
Auch ihren zweiten Ehemann, den 14 Jahre jüngeren Archäologen Max Mallowan lernte sie bei diesem Aufenthalt kennen. Im September 1930 heirateten die beiden in Edinburgh.
1930 hat in dem Roman Mord im Pfarrhaus (engl. The Murder at the Vicarage) eine neue Detektivin ihren ersten Auftritt: die altjüngferliche Miss Marple, dem weitere elf Romane folgen sollten.
Viele der zahlreichen Romane, die in den Jahren bis 1958 entstanden, schrieb Christie während der archäologischen Expeditionen mit ihrem Mann im Nordirak und in Nordsyrien.
1971 wurde Agatha Christie von Königin Elizabeth II. als Dame Commander in den Orden des britischen Empire aufgenommen und dadurch in den persönlichen Adelsstand erhoben.
Am 12. Januar 1976 starb Agatha Christie in Winterbrook House im Ort Wallingford, Grafschaft Oxfordshire an einem Schlaganfall.
Insgesamt schrieb Agatha Christie 66 Kriminalromane, aber auch Kurzgeschichten und Bühnenstücke. Nach konservativen Schätzungen hat Agatha Christie über zwei Milliarden Bücher verkauft. Damit gilt sie als die erfolgreichste Kriminalschriftstellerin der Welt.
mat/news.de