Von news.de-Mitarbeiter Tobias Köberlein
Am Ende des Tages heißt dieser Frankfurter Tatort und er ist ein Schwanengesang. 18 Fälle haben Dellwo und Sänger gemeinsam durchlitten - jetzt ist Schluss. Auch wenn ihr letzter Fall nicht unbedingt in Erinnerung bleiben wird: das Ermittlerduo wird es ohne Zweifel.
Noch einmal fliegt die Kamera über die Frankfurter Skyline. Da ist sie wieder, die bekannte Silhouette mit den trutzigen Bankentürmen. In der milchigen Luft wirkt die Stadt wie aus einem Traum geboren. Doch das täuscht. Die Wirklichkeit ist ein Albtraum. Frankfurt, deine Verbrecher! Im Tatort ist die Stadt bevölkert von Sadisten und Perversen, von Irren wie aus einem Dostojewskij-Roman. In Das Böse spielte Ulrich Tukur einen solchen Menschenfeind, der aus purer Mordlust Charlotte Sängers (Andrea Sawatzki) Eltern umbrachte.
Frankfurt – eine Stadt sucht ihre Mörder. Nach dem Mord an ihren Eltern zog Charlotte Sängers Kollege Fritz Dellwo (Jörg Schüttauf) bei ihr ein. Das ging nicht lange gut. Hier die latent todessehnsüchtige Kommissarin mit dem Alabaster-Teint. Dort der Dosenbier-Bulle auf dem Motorrad. Heute müssen wir Abschied nehmen von den beiden. Zu melancholischen Akkordeonklängen tanzt Charlotte Sänger den letzten Tango von Frankfurt. Dellwo schwingt sich noch einmal auf sein Bike und übernachtet auf dem ranzigen Sofa in seinem Büro.
«Unser Büro», raunt Sänger, als Dellwo einen Zeugen hereinbittet. Ja, die beiden kabbeln sich bis zuletzt. Nicht so intensiv wie sonst, aber sie tun es. 18 Filme lang hat das getragen – diese Spannung zwischen den beiden. Mitunter war da auch ein erotisches Knistern. Hätte vielleicht was werden können. Hätte, sollte, könnte. Egal jetzt. Sie will ein «Tagesabschlussgetränk» nehmen. Er ist zu müde, hat keine Lust. Sie reagiert beleidigt und stiefelt davon, bis sie die Nacht verschluckt. Einmal küsst er sie sogar auf den Mund. Rein dienstlich natürlich. Sänger und Dellwo müssen ihren früheren Chef Rudi Fromm (Peter Lerchbaumer) beschatten. Sie schürzt sehnsuchtsvoll die Lippen, er entschuldigt sich.
Des Wahnsinns fette Beute
Nein, mit den beiden konnte das nichts werden. Es gibt aber auch Wichtigeres. Den Fall. Den geschätzten Ex-Chef. Der geht jetzt in den Vorruhestand und hat allen Grund, ihn zu genießen. Eine neue Frau. Buchhändlerin. Brünett und rassig. Zu Beginn des Films wälzen sie sich in den Laken. Doch das Böse beobachtet sie schon durch den Briefschlitz. Als Rudi sich im Bad frisch macht, schlägt der Killer zu. Kopfschuss. Vor den Augen des herbeigeeilten Herrn Fromm. Er kennt den Mann: Nikolaus Graf (Richard Sammel) hat viele Jahre wegen Rudi im Knast verbracht. Mit seiner Freundin räumte er in den späten 1970er Jahren Banken im Rhein-Main-Gebiet aus. Fromm, damals ein junger Polizist, erschoss die Frau auf der Flucht. Jetzt will Graf Rache, will den einstigen Peiniger leiden sehen, indem er ihm alles nimmt, was dieser liebt.
Es ist eine einfache Geschichte. Sie beginnt und endet auf einer Mainbrücke. Sänger und Dellwo haben schon raffiniertere Fälle gelöst. Fälle, die ans Herz und unter die Haut gingen. Dieser hier tut es nicht, auch wenn Peter Lerchbaumer als Rudi Fromm noch einmal groß aufspielen darf. Mit gezogener Knarre irrlichtert er durch Frankfurt, des Wahnsinns fette Beute.
Der Null-Bock-Bulle
Sänger und Dellwo wollen ihren Freund reinwaschen von allen Verdächtigungen, er habe etwas mit dem Mord an seiner Freundin zu tun. So schwer ist das eigentlich nicht. Wenn die Zweifel am eigenen Tun nicht immer größer würden. Nach genau 47 Filmminuten geht es los. «Dieser Fall fühlt sich komisch an, als würden wir das alles hier zum letzten Mal machen», sagt Sänger. «Nee, da müssten sie uns schon erschießen», antwortet Dellwo. Plötzlich ist da Wehmut beim Zuschauer und Überdruss bei den Ermittlern. «Hände hoch, Waffe weg, wo waren Sie denn am Donnerstag? Ist doch immer dasselbe», jammert Dellwo. Da steht er vor uns, der Null-Bock-Bulle.
Trotzdem muss der Fall noch irgendwie zu Ende gebracht werden. Das Finale ist Wilder Westen. «Was soll das werden? Zwölf Uhr mittags?», sagt Sänger. Genau so kommt es. Mit Dellwo als Gary Cooper. Am Ende des Tages und nach gelöstem Fall stehen Sänger und Dellwo im Aufzug. Man weiß nicht, ob es nach oben oder unten geht. Zack, der Vorhang zu und (fast) alle Fragen offen. Hey Charlotte, Mensch Fritze! Wir werden euch vermissen! Nächstes Jahr ermitteln in Frankfurt Nina Kunzendorf und Joachim Król.
cvd/news.de
Das Buch : hahnebüchend - Beispiel : der Morder sieht durch den Brifschlitz die beiden Kommissare, dann erscheint beim Offnen ein Bote, anschließend sind beide wieder auf der Straße - Logik ? Beispiel 2 : welcher Kommissar schießt seinem Kollegen ins Bein um freies Schußfeld zu bekommen ? Absolutes Risiko. Dabei steht Sawatzki mit gezogener Pistole hinter dem Mörder. Glatt an der Realität vorbei. Und was Sawatzki anbetrifft ; keine überzeugende Schauspielerin, die Frau würde ich auf der Straße nicht mal ansehen.
jetzt antwortenKommentar meldenJaaa, Gott sei Dank. Dieser häßliche Vogel Sawatzki hört endlich auf und ich kann am Sonntag Abend wieder meine Lieblingsserie Tatort schauen. Den Frankfurt- Tatort habe ich mir schon Jahre gespart, denn die Serie war wirklich nicht mit anzusehen.
jetzt antwortenKommentar meldenAlso, hier bin ich wirklich heilfroh, dass dieses Duo aufhört, weil Ermittler waren das nie! Sie hatte prinzipiell immer eine vorgefertigte . nein, Theorie kann man das nicht nennen, sie wußte immer schon im vorhinein, wer schuld ist und hat dadurch nie links und rechts geschaut, auch wenn sie jedes Mal auf die Schnauze damit fällt! Sie hat mir als Darstellerin schon nicht gefallen, als Kommissarin noch weniger, der eine Kollege, der sich immer als ihr chef aufgespielt hat und der andere, der nicht imstande war mit ihr zu diskutieren - das Schlimmste war aber immer die Regie und das Buch!
jetzt antwortenKommentar meldenJa und..?
jetzt antwortenKommentar meldenEs ist richtig, daß sie aufhört, denn die Sawatzki ist zu gut für diese lahme Kombination. Sonst sprüht sie nur so vor Energie und hier wirkte sie stets so blutleer als hätte man sie vor jedem Drehtag zur Ader gelassen.
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