Wem gehört gespendeter Samen?
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Von news.de-Redakteur Martin Walter
Artikel vom 07.09.2010
Graffiti auf der Berliner Mauer, ein Kuss zwischen Verliebten, die Playmobil-Figur oder der Nachlass von Adolf Hitler. Wer ist davon eigentlich der rechtmäßige Besitzer? Diesen Fragen geht juristisch und amüsant das Buch Wem gehört eigentlich... der Kölner Dom? nach.
Wem gehört eigentlich... der Kölner Dom? ist die Ausgangsfrage der beiden Autoren, von der aus sie den Leser anschließend durch 66 Kapitel mit mehr oder weniger lustigen Fällen juristischer Kuriositäten führen.
Der Aufbau der einzelnen Kapitel ist stets gleich gehalten: Zu jeder aufgeworfenen Frage bekommt der Leser vier mögliche Antworten angeboten. Diese werden in der Folge auf zwei Seiten diskutiert, ehe die juristisch korrekten Antworten aufgeführt sind.
Spannung verspricht gleich zu Beginn die Frage, wem eigentlich Zigarettenrauch gehört. Mögliche Antworten: Dem Raucher, dem Zigarettenhersteller, dem Eigentümer des Raumes, in dem geraucht wird, oder einfach niemandem. Das angeführte Beispiel eines 16-Jährigen und eines 18-Jährigen, die in einer Abstellkammer heimlich rauchen, illustriert die Absurdität der Eigentumsverhältnisse in diesem Bereich dann auch gekonnt. Denn nach strenger Auslegung der Rechtsordnung gehört der komplette Qualm innerhalb der Kammer dem jüngeren der beiden Raucher.
Andere Fragestellungen klingen dagegen so banal, dass man sich bereits nach wenigen Kapiteln dabei ertappt, direkt von der Frage zur Antwort weiter zu blättern, und den eigentlichen Inhalt geflissentlich ignoriert. Dass die Deutsche Fußball-Bundesliga nämlich nicht Franz Beckenbauer gehört, hätte man sicher auch ohne juristische Erklärung geahnt. Und die Waldfrucht im Bayerischen Wald, die im Besitz des jeweiligen Waldbesitzers steht, erstaunt nun auch niemanden ernsthaft.
So erscheinen einige der angeführten Beispiele doch sehr an den Haaren herbeigezogen und unterliegen dem Verdacht, den Buchinhalt mehr quantitativ als qualitativ aufwerten zu müssen. Wen das nicht vom Lesen der Erläuterungen abhält, der darf sich an juristisch fundierten und kurzweiligen Ausführungen erfreuen.
Für knapp 11 Euro erhält der Leser alles in allem ein amüsantes Werk zum Schmunzeln. Allerdings ist das Buch eher als Lektüre für zwischendurch geeignet, oder aber, um Juristen und Jurastudenten im Bekanntenkreis mit Insiderwissen zu verblüffen.
Autor: Jochen Zenthöfer und Christian Rauda
Titel: Wem gehört eigentlich...der Kölner Dom?
Verlag: C.H. Beck
Seitenzahl: 167 Seiten
Preis: 10,95 Euro
Erscheinungstermin: 31. August 2010
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