«Eine professionelle Hure»
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Von news.de-Redakteur Oliver Roscher
Artikel vom 02.09.2010
Egoist, Ex-Junkie, Sexsüchtiger und Lover von Katy Perry: Russell Brand lässt kein Extrem aus. Der Komiker ist Britanniens legitimer Nachfolger von Sasha Baron Cohen. Ab heute ist er in der US-Komödie Männertrip in den deutschen Kinos zu sehen. Ein Porträt des manischen Egozentrikers.
Dass auf der Insel mitunter eigentümliche Gewächse in Sachen Humor heranwachsen, weiß die Welt nicht erst seit Monthy Python, Benny Hill oder Sasha Baron Cohen. Nun will der nächste, höflich beschrieben eigentümliche, Comedian aus dem Land der kulinarischen Katastrophen der Welt eine Kostprobe englischen Humors kredenzen.
Skandale pflastern seinen Weg
Den meisten ist der Name Russell Brand wohl nur deshalb geläufig, weil der Brite mit Sängerin Katy Perry eine öffentlichkeitswirksame Beziehung eingegangen ist. Die beiden sind allerdings verrückt genug, sich tatsächlich gern zu haben. Brands Karriere jedenfalls begann schon lange, lange vor seiner Liaison mit Ms. Perry, im Jahre 2000. Da engagierte der Musiksender MTV den egozentrischen Comedian für eine eigene Show. Schon damals ignorierte Brand die Grenzen des guten Geschmacks. Im September 2001 war schon wieder Schluss mit lustig: Nach den Anschlägen vom 11. September erschien der Moderator in einem Osama-Bin-Laden-Kostüm bei der Arbeit - Brand eckt an, Brand provoziert. Er geht dennoch den Weg der kalkulierten Skandale. Eine Radioshow durfte er nicht mehr moderieren, nachdem er aus pornografischen Schriften zitierte. Ein anderes Mal brachte er Obdachlose mit ins Studio, nur um mit diesen live eine Crack-Pfeife zu rauchen.
Mit der Autobiografie an die Spitze
Seiner Popularität schadet das nicht, im Gegenteil, Brands Skandal-Geschichten machen ihn zur gefragten Persönlichkeit. Selbst die altehrwürdige BBC wird auf den langhaarigen Comedian aufmerksam. Von 2006 bis 2008 moderiert er eine Radiosendung für das Mutterschiff des britischen Journalismus. Das Ende markiert wie so häufig ein Skandal. Brand lässt sich auf dem Anrufbeantworter von Schauspieler Andrew Sachs obszön über die sexuelle Beziehung zu Sachs' Enkelin Georgina Baillie aus. Eine Welle der Empörung schwappt über die Insel. Aber Brand wäre nicht Brand, wenn er daraus keinen Nutzen ziehen würde, denn wie sagt der Komiker so treffend über sich: «Ich bin wie eine Katze, ich falle immer wieder auf die Füße.» Auf dem Boden angekommen, verfasst er eine Autobiografie mit dem Titel My Booky Wook, die im anglophilen Raum die Bestsellerlisten stürmt. Der Erfolg macht ihn zum reichen Mann.
Baldige Heirat mit Katy Perry
Seinen Humor beschreibt Brand in der ihm eigenen Art: «Komisch ist das, worüber die Leute lachen. Und ein Witz, der funktioniert, kann so entspannend sein wie ein Orgasmus.» Den entspannten Komiker hat nun Katy Perry unter ihre Fittiche genommen. Das Paar schreitet bald zum Altar. Ihr Einfluss hat aus der professionellen Hure von einst einen vordergründig soliden, also monogamen Partner gemacht. Ob er immer noch sexsüchtig ist, kann nur Katy Perry beantworten, verifiziert ist jedoch, dass er den Drogen abgeschworen hat. Dafür startet er nun mit Männertrip in den Kinos durch. Wen er spielt? Einen exaltierten Rockstar, der auf Dauerparty steht, also sich selbst.
Titel: Männertrip
Regie: Nicholas Stoller
Darsteller: Jonah Hill, Russell Brand, Sean «P. Diddy» Combs
Filmlänge: 109 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Verleih: Universal
Kinostart: 2. September 2010
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