Rach und seine Koch-Assis
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Von news.de-Mitarbeiter Ronny Janke
Artikel vom 31.08.2010
Der Starkoch gibt den Vater statt den Lehrmeister: Restauranttester Christian Rach päppelt mit zwölf Jobsuchenden ein heruntergekommenes Restaurant wieder auf. Das Dokudrama verspricht ordentliches Fernsehen.
Kochshows gehen immer im deutschen Fernsehen. In den letzten Wochen haben es das ZDF (Topfgeldjäger) und Sat.1(Deutschlands Meisterkoch) vorgemacht und aus dem Thema rausgeholt, was nur geht. Während der eine Sender einen Geschlechterwettkampf daraus macht, lässt der andere Sender in Castingshow-Manier den besten Koch Deutschlands ermitteln.
Das alles zeigt, was aus dem Thema zu machen ist und doch scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. RTL hat gestern Abend mit Rachs Restaurantschule ein neues Kapitel der Kochshows erfolgreich etablieren können: Das Dokudrama am Herd. Bisher war Rach als Restauranttester vor der Kamera unterwegs gewesen und hat von der Pleite gebeutelte Gastronomiebetriebe vor dem Untergang bewahrt. In seiner neuen Sendung wird schnell deutlich, dass das Ziel des Fernsehkochs jetzt weitaus höher gesteckt ist - nämlich denen eine Chance auf eine Zukunft zu geben, die von der Gesellschaft aussortiert wurden.
Dass auch Jamie Oliver bereits mit einem ähnlichen Projekt (Jamie's Kitchen) in Großbritannien große Erfolge feiern konnte, wird RTL und auch Rach selber sicher nicht entgangen sein. Der britische Koch kümmerte sich in seiner Sendung um Arbeitslose und sozial benachteiligte Menschen. Er bildete sie zu Köchen aus und überließ ihnen nach erfolgreichem Abschluss die Leitung seines Restaurants «Fifteen».
Aus Hunderten von Bewerbern haben sich nun Rach und sein Team zwölf Jobsuchende ausgesucht, denen nicht nur das Kochen beigebracht werden soll, sondern etwas viel Elementareres: die ihnen gebotene Chance auf eine erfolgreiche Zukunft auch zu nutzen. Die Teilnehmer sind zwischen 17 und 44 Jahre alt. Zwar unterscheiden sie sich allesamt in ihrem persönlichen Background, werden aber von dem Traum geeint, endlich beruflich ihrer Koch-Leidenschaft nachkommen zu können.
Von der Teenie-Mum, dem Ex-Häftling, über eine Teddybär-Sammlerin, dem Schulabbrecher bis hin zu jungen Menschen mit Migrationshintergrund - sie alle bekommen die Chance, ihr Leben von Grund auf zu ändern. Eigentlich wirkt das Projekt unrealisierbar, scheint aber gleichzeitig geradezu dafür geeignet, um den Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, über sich selbst hinauszuwachsen. Das Hamburger Chilehaus, heruntergekommen und dringend renovierungsbedürftig, soll in den nächsten zwei Monaten wieder hergerichtet werden.
Fürs Leben lernen, nicht für den Job
Nebenbei sollen alle Bewerber das Kochen, das dafür notwendige Handwerk und den richtigen Umgang mit Kunden erlernen. Dass das keine leichte Sache wird, zeigt schon die gestern ausgestrahlte erste Folge von Rachs Restaurantschule. So sollten Kräuter, Gemüse, Fisch- und Fleischarten richtig benannt werden. Als Rach den Teilnehmern nach dem Test sagt, was was ist und erklärt, dass es sich bei einem der Fleischklumpen um Rindfleisch handelt, fragt einer der Bewerber allen Ernstes: «Und das stammt woher?»
Auch ein Diktat, einen Mathetest und einen Allgemeinbildungstest müssen alle über sich ergehen lassen. Dass am Ende dann ausgerechnet der schüchternste aller Teilnehmer mit am besten abgeschnitten haben soll, kann der kaum glauben. Und genau das ist Rachs Stärke. Er baut auf, gibt Selbstvertrauen zurück und will seine Mannschaft motivieren. Zu keinem Zeitpunkt wirft er mit zotigen Sprüchen um sich. Ganz schnell wird deutlich, dass nicht Rach oder dessen neues Restaurant im Mittelpunkt der Sendung steht, sondern die Menschen, die sich bereits aufgegeben haben.
Eine Kochshow, in der es nicht ums Kochen geht - kann das gut gehen? Kann es. Die Sendung lebt von Rachs Authentizität, seiner Ehrlichkeit und dem unbedingten Willen, aus grundverschiedenen Menschen ein Team zu formen. Noch liegt das Ziel in weiter Ferne und fast möchte man bezweifeln, dass dieses Mammutprojekt gelingt. Doch weil Rach mehr ist als nur Koch, auf die Menschen eingeht, ihnen zuhört und sie zu verstehen scheint, auch wenn sie nicht viel sagen, könnte ihm das Unmögliche gelingen. Was für RTL gestern den Quotensieg bedeutete, könnte für die Teilnehmer an Rachs Restaurantschule noch zum Sieg über ihr bisheriges Leben werden.
Rachs Restaurantschule, ab 6. September, montags, 21.15 Uhr, RTL.
ruk/ivb/news.de
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kann dem kommentar von 1 nur noch hinzufügen: wie dumm muss man sein solche typen zuunterstützen und geld reinzupumpen wo jeder sehen kann - es ist umsonst. armes fersehen das auf solche sendungen setzt!
jetzt antwortenKommentar meldenHerr Janke, Sie schreiben: 'Das Hamburger Chilehaus...soll in den nächsten 2 Monaten wieder hergerichtet werden'. Laut Stern, Bild ist das längst geschehen. Das neue Restaurant hat seine HP, wo man es feststellt. Sie übernehmen die Fiktion der Sendung, aktuell zu sein. Dazu gehört, dass dort demnächst etwas passiert, was längst geschah, ein Fernsehmärchen, bei dem man im Internet schon das Ende kennt. Kann das funktionieren? Eine Frage, was die Flut der Kochshows betrifft, optimal von Ihnen beschrieben: laut Sarrazin wird Deutschland immer dümmer. Ob das auch an den Themen der Medien liegt?
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