Von news.-de-Mitarbeiterin Stephanie Bremerich
Viele Köche, ein Brei: In einer neuen Casting-Show auf Sat 1 brutzeln Hobbyköche um die Wette. Dem Sieger winkt nicht nur der Titel als Deutschlands Meisterkoch, sondern auch ein sattes Preisgeld von 100.000 Euro.
Der entscheidende Satz fällt direkt am Anfang: «Wer träumt nicht davon, Deutschlands Meisterkoch zu werden?» fragt Nelson Müller zu Beginn von Deutschland Meisterkoch. Der 31-jährige Spitzenkoch aus Essen hat für die nächsten Wochen die Fronten gewechselt. Zusammen mit seinen Kollegen, dem Koblenzer Meisterkoch Thomas Jaumann, und dem mehrfach ausgezeichneten Küchenchef Tim Raue, ist er Juror in der «größten Koch-Show aller Zeiten», die in den nächsten sieben Wochen immer freitags zur Prime-Time auf Sat 1 ausgestrahlt wird.
Die Casting-Welle hat den heimischen Herd erreicht. Wer nicht Germany’s Next Topmodel oder Popstar werden möchte, wer sich nicht als Deutschlands nächster Superstar sieht oder über ein herausragendes Supertalent verfügt, der kann sich nun zumindest im televisonalen Konkurrenzkochen versuchen. Und davon träumen nicht gerade wenige: Immerhin 1400 Kandidaten haben sich bei Deutschlands Meisterkoch beworben. Dem Gewinner winkt neben dem gewohnt vollmundigen Titel auch ein stattliches Preisgeld von 100.000 Euro.
Anlass genug also, für die nächsten Wochen über Pfannen und Töpfen einiges über sich ergehen zu lassen. Einen Vorgeschmack gibt es in der ersten Folge, in der es erst einmal darum geht, Schaumschläger und Suppenkasper von echten kulinarischen Künstlern zu trennen.
Ketchup-Nudeln werden abserviert
Für ihr Bewerbungsgericht haben die Kandidaten 60 Minuten Zeit und können ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Das klappt nicht bei jedem gleich gut: Während Werbekauffrau Eliane mit Kartoffel-Sellerie-Stampf und Kreuzkümmelmöhrchen punkten kann, erntet Student Andreas für seine geschmacksneutrale Weißbrot-Pilz-Kreation nur verständnisloses Kopfschütteln. Auch diverse Ketchup-Nudel-Variationen erfüllen durchaus nicht die Ansprüche der strengen Jury und werden pikiert abserviert.
Wer die Feuerprobe bestanden hat, muss sich anschließend im Zwiebelschnippeln beweisen und wird beim Grillen unter Zeitdruck auf Herz und Nieren geprüft. Für zwölf Kandidaten hat sich das Schwitzen und Schluchzen am Ende gelohnt: Sie schaffen es in das Kölner «Koch-Lofft», um dort die nächsten sieben Wochen um die Wette zu brutzeln und die Gaumen der «knallharten» Jury zu umschmeicheln.
Fantasie und Kreativität. Leidenschaft und Originalität – das ist es, was bei Deutschlands Meisterkoch gesucht wird. Schon nach der ersten Folge ist allerdings klar, dass die Sendung selbst nach altbekanntem Rezept verfährt: Drei Juroren mit unterschiedlichen Rollenverteilungen (der jungenhafte Nelson Müller, der gemütliche Thomas Jaumann, der exzentrische Tim Raue), dazu ein paar Kandidaten, deren Spektrum von harmlos über liebenswert bis skurril reicht, ein bisschen Lob und Tadel, einige Stress-Situationen und fertig ist das Casting-Einerlei.
Wirklich kreativ und originell erscheint das erstmal nicht. Im Gegensatz zu anderen TV-Talentschmieden, wo gesungen, getanzt oder gemodelt wird, ist zudem das Urteil der Jury nur schwer nachzuvollziehen. Ob Deutschland Meisterkoch also den Geschmack der Zuschauer trifft, bleibt abzuwarten.
Deutschlands Meisterkoch, Sat 1 freitags, 20.15 Uhr
cvd/news.de