Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Der Auftritt der Hipster-Sensation Darwin Deez beim Melt-Festival wurde als Sensation gehandelt. Der Frontmann und Hibbelhipster sagt im Interview, warum Youtube und Co. für Künstler so wichtig sind und was das wichtigste Blog seines jungen Lebens ist.
Wie geht’s?
Deez: Ich bin satt, ausgeschlafen und geliebt. Keine Klagen.
Apropos satt. Ich habe gehört, du hast einmal in einem vegetarischen Restaurant gearbeitet...
Deez: Ja, das stimmt. Aber ich glaube und hoffe, dass ich da nie wieder arbeiten muss. Je nachdem wie die Musikkarriere so läuft.
Du hast dich also wie so viele in der Gastronomie am eigenen Essen überfressen?
Deez: Ja, man bekommt es halt kostenlos. Dann ist es egal ob es ein Fünf-Sterne oder Ein-Stern-Restaurant ist.
Ich habe gerade mal in deinem Twitter-Account nachgeschaut. Du fragst, ob Twitter cool ist? Gibt es darauf schon eine Antwort?
Deez: Ich weiß es nicht. Ich gewöhne mich gerade daran.
Soziale Netzwerke sind also ein Muss?
Deez: Ja, definitiv. Jeder, von dem du als Musiker etwas willst, ist dabei. Und deswegen ist es ein Teil dieses Lebens. Ich mag sehr viele Sachen, die das mit sich bringt. Es gibt aber auch einige wunde Punkte. Jetzt, da ich etwas älter bin, ist mir der Blick auf neue Künstler auch etwas verstellt. Ich suche meine Identität nicht mehr wie früher. Ich bin da etwas ruhiger. Aber gleichzeitig ist das vielleicht der Punkt, warum unsere Musik jungen Menschen so sehr gefällt. Sie suchen noch nach ihrer Identität und in unserer Musik finden sie eben ein Stück davon.
Blogs, Facebook und Twitter erleichtern also jüngeren Menschen den Zugang und verstopfen älteren die Kanäle?
Deez: Das erinnert mich daran, dass ich vor fünf oder sechs Jahren noch auf der Suche war und dann The Blow entdeckt habe. Sie hat ein sehr ernstes und ehrliches Blog geschrieben. Dadurch habe ich mich ihr sehr verbunden gefühlt. Und das bringt uns dazu, was Künstler sein bedeutet: Du möchtest so rüberkommen, wie du bist. Und das machst du so laut es geht. Und dazu brauchst du eben auch die neuen Techniken. Alle werden lauter, das ist Teil dieses Spiels, also musst du auch laut sein.
Was hat es eigentlich mit dem ganzen Brooklyn-Hype auf sich?
Deez: Oh, ich wohne in Manhattan, wir proben in Manhattan und unser letztes Konzert war auch in Manhattan. Aber es stimmt, musikalisch passiert gefühlt alles in Brooklyn. Ich glaube aber, dass diese ganze Szene, wie sie von Auswärtigen herbei geschrieben wird, gar nicht wirklich existiert. Ich treffe viele Künstler auf Tour, die vor sieben Jahren das letzte Mal in New York waren. Aber was stimmt ist, dass die Anti-Folk-Szene dort relativ populär ist. Aber das ist eine winzig kleine Szene.
Fühlst du dich als Teil dieser Szene oder ist dir das egal?
Deez: Es gibt eine internationale Szene, die Hipster, davon fühle ich mich als Teil. Ich liebe diese Leute, sie sind «stylish as hell», sie genießen ihr Leben und sehen cool aus, während sie das tun. Ich bin stolz darauf, dazu zu gehören. Aber das ist irrational. In der Anti-Folk-Szene ist es etwas anderes. Jetzt nach vier Jahren ist das eine Gruppe von Freunden. Ich glaube ich bin auch jemand, der ein gutes Gefühl verbreiten kann.
Darwin Deez (genaues Alter der Redaktion unbekannt) ist der Kopf der gleichnamigen Band, die mit dem Song Radar Detector zu einem Hype avanciert ist. Einige meinen, in ihm den besseren Nachfolger von Adam Green zu sehen.
Darwin Deez live: 7.9. Hamburg, 8.9. Berlin, 9.9 München, 10.9. Köln
cvd/news.de