So., 12.02.12

«Wir müssen reden!» Zwei außer Rand und Band

Von news.de-Mitarbeiter Ronny Janke

Artikel vom 27.08.2010

Heute Abend startet die neue Impro-Sitcom Wir müssen reden! mit Annette Frier und Cordula Stratmann. News.de hat sich die ersten Folgen vorab angeschaut und verrät Ihnen, was Sie erwartet.

Schon von 2004 bis 2007 baute Cordula Stratmann die Schillerstraße zu einem der erfolgreichsten Sat.1-Formate auf. Auch dort hatte sie mit ihrer Kollegin und Freundin Annette Frier die Lacher auf ihrer Seite. Vielleicht fiel es gerade deshalb den Programmverantwortlichen leicht, das neue Projekt der beiden durchzuwinken und einfach abzuwarten, was dabei herauskommt. Bekanntermaßen gehört gerade der Freitagabend bei Sat.1 zu einem der unbeliebtesten Programmplätze und egal, was der Sender zu dieser Zeit einplant, es erreicht nur wenig Zuschauer.

Und so überrascht es auch nicht, dass der Titel der Sendung, Wir müssen reden!, sich vielleicht nicht nur auf die Sitcom-Idee selbst bezieht, sondern auch ein wenig an den ignoranten Zuschauer richtet. Der sollte nämlich auf keinen Fall verpassen, was er heute Abend geboten bekommt: Die beiden Freundinnen Annette Pfeiffer (Annette Frier) und Cordula van Grooten (Cordula Stratmann) treffen sich jede Woche im Restaurant ihres Lieblingsitalieners, um das zu machen, was man eben so tut, wenn man sich mit dem besten Kumpel oder der besten Freundin trifft. Man redet über Gott, die Welt und One-Night-Stands. Jede Folge beginnt damit, dass die zwei Frauen kurz auf eine vor dem Restaurant aufgebaute Tafel blicken. Dort steht geschrieben, was am jeweiligen Abend grob passieren soll.

Dass Frier und Stratmann in ihrer Rolle ihren eigentlichen Vornamen tragen, liegt daran, dass beide so privat wie möglich wirken und sich so wenig wie nötig verstellen wollten. Und als hätte man es nicht schon geahnt, funktioniert das ausgesprochen gut. Nicht alles wird auf eine Pointe hin improvisiert, sondern das Zusammenspiel der beiden steht im Vordergrund. Am Ende sind es die kleinen Momente, die die größten Lacher garantieren - auch, weil sie die beiden Figuren verdammt sympathisch erscheinen lassen.

Lacher mit verspannungslösender Garantie

Die beiden Freundinnen lassen sich Zeit in ihrem Spiel, arbeiten viel mit Mimik und Gestik, hören sich wirklich zu und so entsteht nie der Eindruck, als würden Frier und Stratmann tatsächlich improvisieren. Als Cordula in der ersten Folge erzählt, dass ihr Mann unfähig ist, Kinder zu zeugen, antwortet Annette, die als Massagetherapeutin arbeitet, sehr gelassen und mitfühlend: «Warte, nee nee nee! Ich könnte mit'm Stefan 'ne kranio-sakrale Beckentherapie machen.» Und weil die Lacher wohldosiert und überzeugend verteilt sind, entsteht das einzigartige Gefühl von Authentizität, das man bei der Schillerstraße mittlerweile vergeblich sucht.

In den ersten acht Ausgaben der Sendung tauchen auch Gaststars wie Til Schweiger oder Bastian Pastewka auf, die natürlich sich selbst spielen und sich dabei für nichts zu schade sind. Pastewka zum Beispiel ist in Folge zwei zu sehen, weil er mit Cordula an einer Hörbuchproduktion gearbeitet hat. Dummerweise hat sie seinen Schlüssel eingesteckt und so steht Pastewka plötzlich im Lokal, gibt den Großkotz, pöbelt Cordula an und flirtet ungeniert mit Annette. Dabei kommt es zu einem Schlagabtausch, wie er in Drehbüchern nur selten zu finden ist, was vielleicht daran liegt, dass den Drehbuch-Autoren die eigene Kreativität manchmal im Wege steht. Frier und Stratmann haben dank ihres großartigen Improvisationstalents dieses Problem nicht und könnten so Wir müssen reden! zu einer Perle im deutschen TV-Programm machen.

Wir müssen reden!, ab dem 27. August jeden Freitag, 22.15 Uhr, Sat.1.

ruk/ivb/news.de
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