Lachen in Hamburg, staunen im Wunderland
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Von den news.de-Mitarbeitern Julia Zahnweh und Ronny Janke
Artikel vom 26.08.2010
Fatih Akin hat mit Soul Kitchen seinen bisher lustigsten gedreht, während Tim Burton und Johnny Depp sich mit Alice im Wunderland austoben konnten. Beide Filme gibt es endlich auf DVD, news.de stellt sie Ihnen kurz vor.
Fatih Akin hat sich nach seinen eher schweren Dramen eine Auszeit gegönnt und sich an einer Komödie probiert. Herausgekommen ist Soul Kitchen, ein Hommage an seine Heimat Hamburg und der vielleicht bisher beste Akin-Film. Nun ist er auf DVD erhältlich.
Aber anders als der Zuschauer es vom Genre Heimatfilm her kennt, ist die Welt in Soul Kitchen nicht heile, auch wenn in dem Film ständig die Party abgeht. Zinos (Adam Bousdoukos), der in Hamburg-Wilhelmsburg das Restaurant «Soul Kitchen» besitzt, scheint vom Pech verfolgt zu sein: Während seine Freundin Nadine (Pheline Roggan) als Zeit-Korrespondentin nach Shanghai zieht, erleidet er nicht nur einen Bandscheibenvorfall, sondern wird auch noch von seinem Bruder Illias (Moritz Bleibtreu) heimgesucht, der im Gefängnis sitzt und ihn um Hilfe bittet. Und als wäre das noch nicht genug, vergrault der exentrische Spitzenkoch Shayn (Birol Ünel), den Zinos in seiner Not eingestellt hat, mit seinen neuen ausgefallenen Speisen seine Stammgäste.
Mit Soul Kitchen ist Akin etwas Neues gelungen: Er bringt sein Publikum zum Lachen - von der ersten Szene an durchgängig bis zum Abspann. Eine astreine Komödie hat er abgeliefert, ein erfrischendes Gegenstück zu den sonstigen typisch deutschen Komödien, die einen eher selten wirklich herzhaft und ausdauernd lachen lassen.
Titel: Soul Kitchen
Regie: Fatih Akin
Darsteller: Adam Bousdoukos, Moritz Bleibtreu, Birol Ünel, Anna Bederke, Pheline Roggan, Dorka Gryllus, Wotan Wilke Möhring, Monica Bleibtreu
Filmlänge: 99 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Preis: 23,99 Euro
Veröffentlichungsdatum: 25. August 2010
Immer dann, wenn Tim Burton eine Hauptrolle eines seiner Filme an Johnny Depp vergibt, kann man davon ausgehen, dass der Film ein riesiger Erfolg wird. Die Neu-Verfilmung des britischen Kinderbuchklassikers Alice im Wunderland, die im Hause Disney entstanden ist, bildet dabei keine Ausnahme.
Nah an der Originalgeschichte angelegt, lässt Burton die Heldin Alice (Mia Wasikowska) erst die Verfolgung des Kaninchens aufnehmen, dann abgrundtief ins Wunderland stürzen, wo sie allerlei Abenteuer bestehen muss. Dabei muss Alice gegen die böse Herz-Königin Iracebeth (Helena Bonham Carter) kämpfen, die der weißen Königin Mirana (Anne Hathaway) die Krone geklaut hat. Und als wäre alles das nicht schon genug, bekommt es Alice mit dem verrückten Hutmacher zu tun, der gnadenlos tragisch und überdreht trashig von niemand geringerem als Johnny Depp verkörpert wird.
Wie in den Romanen Alice im Wunderland und Alice hinter den Spiegeln wird die Hauptfigur auch im Film mit dem Erwachsenwerden konfrontiert. Dabei muss sie sich auflehnen gegen das, was ihr zu diktieren versucht, wie sie sich in ihrem zukünftigen Leben entwickeln und verhalten soll. Es geht also um Selbstbestimmung und den inneren Kampf - in Burtons Fantasyverfilmung jedoch nicht ohne die notwendige Portion Spaß und phantastische Effekte, die jeden noch so grauen Herbsttag kunterbunt machen.
Titel: Alice im Wunderland
Regie: Tim Burton
Darsteller: Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Mia Wasikowska
Filmlänge: 108 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Preis: 14,99 Euro
Veröffentlichungsdatum: 22. Juli 2010
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