Ein Milchbubi auf der Flucht
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Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Artikel vom 25.08.2010
Er ist ein Teenie-Star wie er im Buche steht: jung, süß, skandalfrei und nett. Doch damit ist jetzt Schluss. Zac Efron will mit seinen 22 Jahren endlich ein Mann werden und ein ernstzunehmender Schauspieler. Doch ob ihm der Imagewandel gelingt? Oder tritt er in die Spears-Lohan-Absturz-Falle?
Zac Efron hat es nicht leicht und das obwohl er mit seinen gerade einmal 22 Jahren jährlich zweistellige Millionengagen einheimst. Doch das bedeutet noch längst nicht, dass der High-School-Musical-Star zu den Top-Nachwuchsschauspielern Hollywoods gehört. Als ernst zu nehmender Schauspieler wird Efron noch nicht wahrgenommen. Zu viel Teenie haftet noch an seinem Namen. Er träumt von großen Charakterrollen, von der großen Hollywood-Karriere. Doch sein Bubi-Image klebt an ihm wie Kaugummi, während die 10 bis 18-Jährigen weltweit wegen ihm durchdrehen.
Das Bubi-Image muss weg
Teenie-Filme will Efron nicht mehr drehen. Auch will er nicht mehr tanzen und singen wie in den High-School-Mucial-Filmen, mit denen er bekannt wurde. Er will auch nicht mehr die Keuschheit vor der Ehe propagieren wie in 17 Again. Das große Kino muss her und ein neues Image.
Und in Efron scheint wirklich mehr als nur ein Teenageridol zu stecken. In Ich & Orson Welles (Kinostart 26. August) spielt er einen Nachwuchsschauspieler, der eine Rolle in Orson Welles Shakespeare-Inszenierung Julius Caesar ergattert. Efron überzeugt in diesem Film, wirkt charismatisch und liefert eine gute schauspielerische Leistung ab. Der Charakterschauspieler Efron macht Lust auf mehr Efron abseits des Teenie-Film-Genres.
Doch bis sich der Ex-Disney-Star, der mit seiner High-School-Musical-Kollegin Vanessa Anne Hudgens zusammen ist, in Hollywood wirklich etablieren kann, wird es wohl noch einige gute Filme und Jahre brauchen. Ausdauer und Beständigkeit müssen Efrons Tugenden nun sein.
Wie der junge James Dean
Auch optisch versucht Efron seine männliche, erwachsene Seite mehr zu betonen. Vor kurzem setze er sich für das US-Magazin Details in Szene - als Bad Boy. In Lederjacke, Boots, Jeans und Muskelshirt erinnert er ein wenig an den jungen James Dean.
Meldungen, dass er zusammen mit Freunden in New York einen Strip-Club besucht habe oder Paparazzi-Bilder von ihm, die ihn beim Surfen mit druchtrainiertem Oberkörper zeigen, sollen sicherlich helfen, sein Imagewechsel zu beschleunigen. Sogar Efrons Wachsfigur bei Madame Tussauds in London wurde an sein neues Image angepasst: Statt Basketball-Outfit trägt er nun einen Anzug mit Krawatte.
Efron kämpft derzeit einen Kampf, den jeder Teenie-Star eines Tages mit sich und seinem Publikum austragen muss. Doch den Imagewechsel überzeugend und authentisch zu bewältigen, gelingt nur den wenigsten.
Miley Cyrus zückt die Brechstange
Neben Efron ist es derzeit vor allem seine Kollegin Miley Cyrus, bekannt geworden durch die Fernsehserie Hannah Montana, die ihr Teenie-Image los werden will. Doch die 17-Jährge hat im Gegensatz zu Efron die Brechstange rausgeholt, um ihren Status als Disney-Star zu begraben. In ihrem neuen Film LOL: Laughing Out Loud raucht das Teenie-Idol Mariuhana und redet über Sex. Doch sie gibt nicht nur im Film das Bad Girl.
Ob auf der Bühne, Cyrus ist auch Sängerin, oder auf dem Roten Teppich, immer freizügiger kleidet sie sich. Zu ihrem 18. Geburtstag will sie sich angeblich selbst einen neuen größeren Busen schenken und Gerüchte über ein angebliches Playboy-Shooting kursieren ebenfalls. Es mit Gewalt darauf anzulegen, das Teenie-Image loszuwerden, kann auch in die Hose gehen. Bei Miley Cyrus sieht es ganz danach aus.
Teenie-Stars stürzen gerne ab
Als mahnendes Beispiel sollte sich Cyrus das Schicksal von Britney Spears vor Augen halten - ebenfalls ehemaliger Disney-Kinderstar. Auch sie verwandelte sich mit Hilfe der Brechstange vom braven Mädchen zur bösen verruchten Frau. Erst propagierte sie keinen Sex vor der Ehe, dann folgten Affären und ihr allseits bekannter Absturz.
Auch Lindsay Lohan ist der Imagewandel nicht geglückt, seit Jahren macht sie mit ihren Alkohol- und Drogenproblemen Schlagzeilen und nicht mit ihrer Arbeit als Schauspielerin. Auch Kevin-allein-zu-Haus-Star Macaulay Culkin konnte sein Milchgesicht-Image nur schwer abschütteln und flüchtete sich in die Drogen.
Während Miley Cyrus mit ihren gerade einmal 17 Jahren zum Vamp mutiert, versucht sich Zac Efron als ernstzunehmender Schauspieler und verkauft sich dadurch weniger über seinen Sexappeal, sondern vielmehr über sein Können, was ihm beim Publikum letztlich mehr Repekt einbringen wird als die «Sex sells»-Stratgie. Seine Chancen, dass sich sein Traum erfüllt, schon bald zu den Top-Nachwuchsschauspielern Hollywoods zu gehören, stehen also alles andere als schlecht.
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