Mo., 13.02.12
Interviews

Cordula Stratmann «Frauengespräche werden überschätzt»

Von Nathalie Waehlisch

Artikel vom 27.08.2010

Cordula Stratmann kehrt zur Improvisations-Comedy zurück: Mit Annette Frier ist sie im neuen Sat.1-Format Wir müssen reden! zu sehen. Im Interview verrät sie, warum Frauengespräche überschätzt werden und Til Schweiger «tot in die Nudel» fällt.

Wie entstand die Idee zu dem neuen Format?

Stratmann: Die entstand bei einem Abend mit Annette Frier. Wir haben mal wieder darüber geredet, dass wir so oft angesprochen werden, wann man uns denn endlich wieder zusammen sehen kann. Und wie das so ist - plötzlich kam die Idee: Wir sind zwei Freundinnen, die sich über die Dinge des Lebens unterhalten und machen daraus ein kleines Kammerstückchen.

Also machen Sie in der Sendung gar nichts anders, als wenn Sie sich privat treffen?

Stratmann: Das sieht so aus. Aber wenn wir uns privat treffen, geht es doch um ganz andere Sachen. Wir haben zwei Charaktere geschaffen: Annette Pfeiffer, eine alleinerziehende Mutter, und die kinderlos in einer Beziehung lebende Cordula van Grooten. Wir kennen das Thema der Folge, tauchen in die Dame ein, die wir verkörpern und gehen dann frei improvisierend ins Gespräch miteinander.

Wieso haben Sie sich für ein italienisches Restaurant als Setting entschieden?

Stratmann: Das liegt einfach daran, dass wir beide nicht gerne Chinesisch essen gehen.

Ist das Lokal echt?

Stratmann: Das ist ein echter Eck-Italiener in Köln-Ehrenfeld. Die Gäste sind Komparsen, die haben aber alle wie richtige Gäste zu essen gekriegt.

Sind Sie selbst während der Aufzeichnung zum Essen gekommen?

Stratmann: In dem Moment nimmt man das gar nicht richtig wahr. Ich falle danach dann kalt darüber her.

Ist Impro-Comedy eigentlich so locker und leicht, wie es aussieht? Läuft bei der Aufzeichnung immer alles reibungslos?

Stratmann: Ich bin beim Improvisieren immer noch konzentrierter, als wenn ich irgendwas anderes mache, weil ich total fokussiert bin. Ich muss ja den Ball von Annette aufnehmen und ihr einen verwendbaren Ball zurückspielen. Manchmal klappt das eben auch nicht. Aber das ist dann wie im normalen Leben, wenn man mit der Antwort der Freundin gerade nichts anfangen kann: Und entweder fragt man nach und sagt, «Hast du ne Meise?», oder man geht drüber weg und fängt von etwas anderem an. Aber ich muss mich in jedem Moment entscheiden, wie ich die Geschichte voranbringe. Das frage ich mich natürlich nicht, wenn ich meine Freundin privat treffe. Danach fühlt man sich wirklich immer wie nach einem Höchstschleudergang in der Waschmaschine.

Sind Sie selber auch schon mal mit Babyfon ins Restaurant gegangen?

Stratmann: Bin ich noch nicht, weil ich dieser Technik immer misstraue. Ich hab gerne jemanden tatsächlich bei unserem Sohn sitzen, wenn wir das Haus verlassen.

Führen Sie privat auch gerne Frauengespräche, was auch immer man darunter versteht?

Stratmann: Sagen wir mal so: Frauengespräche werden auch schon mal überschätzt. Es kommt nicht immer nur Sinnvolles dabei rum. Aber das ist ja manchmal auch der Spaß dabei. Manchmal ist es von höchster Qualität, wie Frauen sich miteinander unterhalten, weil sie sich wirklich etwas trauen und in tiefere Schichten vordringen. Und manchmal ist es einfach nur schöner, sinnfreier Zeitvertreib. Und die Mischung macht es, dass man immer wieder gerne mit der Freundin essen geht.

Neben Bastian Pastewka wird unter anderen Til Schweiger zu Gast in Wir müssen reden! sein...

Stratmann: Der war auch ausgesprochen amüsant. Herr Schweiger fällt tot in die Nudel - das habe ich sehr geschätzt, wie uneitel er sich unserem Format zur Verfügung gestellt hat.

Geht die Quizshow Das weiß doch jedes Kind bei Sat.1 weiter?

Stratmann: Nein. Das war eine gute neue Erfahrung, die Moderation einer so schönen Spielshow zu machen. Aber ich habe doch mehr Spaß am Spielen.

Sat.1 zeigt ab dem 27. Augst, 22.15 Uhr, zunächst acht Folgen (immer freitags) der Impro-Sitcom Wir müssen reden! mit Cordula Stratmann und Annette Frier.

car/ruk/news.de/ddp
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