Eurovision Contest Städte reißen sich um den Grand Prix

Das Gerangel ist eröffnet: Berlin, Hamburg, Hannover und Düsseldorf bewerben sich um den deutschen Austragungsort für den Eurovision Song Contest 2011. Die Frist ist am Freitagabend abgelaufen.

Grand Prix (Foto)
Wo wird Lena beim nächsten Grand Prix auftreten - Hamburg? Berlin? Oder gar in Düsseldorf? Bild: dpa

Es geht um die Ehre: Berlin, Hamburg, Hannover und Düsseldorf wollen den Grand Prix austragen. München, wo der Grand Prix 1983 nach dem vor Lena einzigen Grand-Prix-Sieg Deutschlands stattfand, bewirbt sich dagegen nicht. Die Entscheidung über den Austragungsort wird nach Angaben des federführenden NDR im Spätsommer fallen. Das Finale des Gesangswettbewerbs findet am 14. Mai 2011 statt, die Halbfinalrunden sind für 10. und 12. Mai angesetzt.

Ein Sprecher der Stadt Hamburg sagte, die extrem kurzen Wege zwischen Veranstaltungsgelände, Bahnhöfen und Hotels machten Hamburg zum attraktivsten Bewerber. Der Grand Prix soll nach dem Willen der Stadtväter auf dem Messegelände im Zentrum der Hansestadt stattfinden. Hamburg hebe sich von größeren Konkurrenten wie Berlin durch die Erlebbarkeit des Stadtflairs am Veranstaltungsort ab, sagte der Sprecher. Im Vergleich zu kleineren Mitbewerbern wie etwa Hannover sei Hamburg wegen seiner spannenden Geschichte und Kultur sowie der medialen Infrastruktur im Vorteil.

Hannover habe zusammen mit dem Land Niedersachsen und der Deutschen Messe AG ein sehr gutes Paket geschnürt, sagte ein Sprecher der Stadt. «Wir sind sehr zuversichtlich und können allen vom NDR gestellten Anforderungen gerecht werden.»

Düsseldorf hat ein «großes Selbstbewusstsein»

Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) sagte, seine Stadt sei der ideale Austragungsort für diesen Wettbewerb. »Als Kongress- und Messestadt steht unsere Metropole für Internationalität und Weltoffenheit» betonte Elbers. Die Stadt werde «ein guter Gastgeber sein». «Wir wissen, dass wir im Wettbewerb mit anderen Städten stehen. Dieser Konkurrenz stellen wir uns jedoch mit großem Selbstbewusstsein», sagte er.

Die NDR-Sprecherin sagte, die Entscheidung, in welcher Stadt der Song Contest stattfinde, werde der Sender in Abstimmung mit der ARD und der European Broadcasting Union (EBU) nach «zahlreichen inhaltlichen und logistischen Gesichtspunkten» treffen. Zum Beispiel sei entscheidend, welche fernsehtaugliche Halle in den jeweiligen Bewerberstädten zu welchen Kosten verfügbar sei und wie die Verkehrs- und Hotelinfrastruktur beschaffen sei. Nach diesen Kriterien werde die «inhaltlich sinnvollste und aus Kostengesichtspunkten günstigste Lösung erarbeitet».

Wie Münchens Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) sagte, sind die Bedingungen der Veranstalter für die Landeshauptstadt nicht zu erfüllen. «Es ist schade, dass wir das nicht leisten können, aber München ist einfach eine so begehrte Veranstaltungsstadt, dass wir nicht wochenlang freie Hallen bieten können», sagte Monatzeder.

Köln fürchtet Imageschaden

Nicht dabei ist auch Köln. Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) bedauerte, dass eine Bewerbung seiner Stadt nicht möglich gewesen sei. Für den vom NDR vorgegebenen Zeitraum vom 4. April bis 17. Mai liegen für die in Frage kommenden Veranstaltungsorte verbindliche Buchungen von nationalen und internationalen Großkunden vor. Diese Buchungen nun abzusagen, hätte zu einem nicht hinnehmbaren Imageschaden geführt, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. In Köln ist auch Lena-Förderer Stefan Raab beheimatet, der zusammen mit ProSieben und der ARD den Vorentscheid für 2010 ausgerichtet hatte.

Grand-Prix-Siegerin Lena, die 2010 in Oslo mit dem Titel Satellite gewonnen hatte und auch im kommenden Jahr antreten soll, hatte ihre Präferenz für Berlin bekundet. In der Vergangenheit war beim Song Contest meist die Hauptstadt des austragenden Landes der Veranstaltungsort.

Berlin hatte kurz nach dem Grand-Prix-Sieg angekündigt, sich zu bewerben. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte damals, der Senat sei der Auffassung, dass Berlin «die besten Voraussetzungen» biete und «der richtige Standort wäre.

cvd/news.de/ddp

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