Sie haben zusammen die Abendschule besucht: Am zweiten Vehandlungstag gegen die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa sagt ein weiterer Ex-Freund aus, mit dem sie ungeschützten Sex hatte.
Der Prozess gegen die No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa wegen der Ansteckung eines Mannes mit dem Aids-Virus verläuft in wichtigen Teilen nichtöffentlich. Das Amtsgericht Darmstadt schloss die Zuschauer für die Zeugenaussage eines früheren Liebhabers der 28-Jährigen aus.
Der Mann war von einer Ansteckung verschont geblieben. Es gehe um die Schilderung intimer Details, begründete Richter Dennis Wacker den Beschluss am zweiten Verhandlungstag. Das Gericht hatte sich fast eine halbe Stunde Zeit genommen, bis es seine Entscheidung bekanntgab.
Die Anklage wirft der Sängerin der Casting-Band No Angels vor, zwischen 2000 und 2004 in fünf Fällen ungeschützten Sex mit drei Männern gehabt zu haben. Ein Liebhaber steckte sich laut Anklage bei Benaissa an. Sie muss sich wegen gefährlicher und versuchter gefährlicher Körperverletzung verantworten. Im schlimmsten Fall drohen ihr zehn Jahre Haft.
Beim Prozessbeginn am Montag hatte die 28-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. Sie gab zu, Sex ohne Kondom gehabt zu haben, obwohl sie seit 1999 von ihrer HIV-Infektion gewusst habe. Für den Prozess sind noch drei Verhandlungstage geplant.
Der Mann, der sich angesteckt haben soll, kam bereits am ersten Verhandlungstag zu Wort. Er ist in dem Verfahren Nebenkläger. Der 34- Jährige machte dem Pop-Star schwere Vorwürfe. Er wird von einem Anwalt vertreten. Aus diesem Grund hatte das Gericht bei seiner Aussage die Öffentlichkeit zugelassen.
cvd/car/news.de/dpa