Von news.de-Redakteurin Claudia Arthen
Der TV-Abend hat einiges zu bieten: eine bitter-melancholische Liebesgeschichte in Triest, ein Drama um eine schizophrene Frau sowie ein Mystery-Drama mit Willem Dafoe und offenherzigen Bettszenen. Die Spielfilmtipps der news.de-Redaktion.
Das auf Filmfestivals vielfach ausgezeichnete US-Psychodrama Aus tiefster Seele von Joseph Greco zeigt die Schwierigkeiten einer kleinen Familie, mit der Krankheit der geliebten Mutter und Ehefrau umzugehen. Zu sehen ist das Werk am 18. August (20.15 Uhr) bei Tele5 in der deutschen Free-TV-Premiere.
Mary Marino (Marcia Gay Harden) leidet seit einiger Zeit unter SchizophrenieSchizophrenie ist eine psychische Erkrankung, die Veränderungen der Gedanken, der Wahrnehmung und des Verhaltens auslöst. . Zwar ist ihr Zustand zuletzt wieder besser geworden, doch nach und nach häufen sich wieder ihre Anfälle. Darunter leiden neben ihr vor allem ihr Ehemann John (Joe Pantoliano) und der gemeinsame Sohn Chris (Devon Gearhart). Als sie eines Abends Chris während eines Anfalls unbeabsichtigt verletzt, wird sie in ein Krankenhaus eingeliefert. Vater und Sohn kommen zunächst mit der Situation nur schwer zurecht und entfernen sich im Alltag immer mehr voneinander. Doch bald merkt John, dass er für Chris alles ist, was er noch hat.
Das Drama von 2006 war Joseph Grecos erste Regiearbeit nach zwölf Jahren. Sie überzeugte bereits das Publikum mehrerer Filmfestivals und beeindruckt vor allem durch die glaubhafte Darstellung der kranken Mary, die von Oscargewinnerin Marcia Gay Harden gespielt wird. Ohne in Klischees zu verfallen, beleuchtet der Film in ruhigen Bildern nicht nur die Symptome einer Krankheit, sondern auch eindringlich deren Auswirkung auf das soziale Umfeld.
Zigarettenschmuggler im winterlichen Triest
Intensiv gespielt und bitter melancholisch - so lässt sich die deutsch-französisch-slowenische Co-Produktion Am Ende des Meeres aus dem Jahr 2006 zusammenfassen. Darin versucht ein Zigarettenschmuggler im winterlichen Triest, eine brutal entführte Frau vor Menschenhändlern zu beschützen. Arte zeigt den Streifen am 18. August (22.35 Uhr).
Todor (Miki Manojlovic), so heißt der Schmuggler, der einst vor dem Jugoslawienkrieg geflüchtet ist, entdeckt bei einer Übergabe auf dem Meer in einer äußerst widerwillig angenommenen Kiste eine misshandelte und betäubte junge Frau (Diana Dobreva) - Ware für den Prostitutionsmarkt. Statt sie auszuliefern, bringt er die blinde Passagierin in seine Wohnung, um sich um sie zu kümmern. Er wäscht und verarztet sie mit einer Zärtlichkeit, der auch ihre angsterfüllten Wut- und Gewaltausbrüche nichts anhaben können.
Nach und nach nähern sich die beiden Außenseiter einander an: Zwischen Nilofar, die aus dem Iran geschmuggelt wurde, und Todor entzündet sich eine zarte Liebe. Doch ohne Geld und Dokumente bleibt Nilofar weiterhin eine Gefangene. Seit ihrer Kindheit ist sie auf der Flucht, ihr Ziel ist Paris. Todor kann ihr mit der Hilfe seines blinden Freundes Aurelio einen Pass besorgen - der einzige Weg auch für ihn, der Falle zwischen Polizei und Schmuggelbande zu entkommen. Aber alle Versuche, die junge Frau loszuwerden, ziehen Todor tiefer und tiefer in einen Strudel von Angst und Gefahr.
In ihrem zweiten Spielfilm nimmt sich Drehbuchautorin und Regisseurin Nora Hoppe eines politisch aktuellen sowie gesellschaftlich überaus relevanten Themas an: Menschenschmuggel und die Entwurzelung von Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben sind. Doch dieses Sujet bildet nur den Hintergrund für eine zart und behutsam konstruierte Liebesgeschichte, bei der Gesten mehr zählen als Worte.
Willem Dafoe im «New Rose Hotel»
Der amerikanische Film New Rose Hotel lief 1998 im Wettbewerb der 55. Filmfestspiele Venedig - gemeinsam mit dem deutschen Werk Lola rennt von Tom Tykwer zum Beispiel. Beide gingen leer aus, doch während Lola rennt damals von vielen gelobt wurde, erntete der Film New Rose Hotel auf dem Festival Buhrufe. Am 18. August (23.20 Uhr) zeigt das Fernsehen des Südwestdeutschen Rundfunks (SWR) das Mystery-Drama von Abel Ferrara in der deutschen Erstausstrahlung.
New Rose Hotel erzählt eine düstere Geschichte um Macht und Liebe: Der Industriespion Fox (Christopher Walken) will den Pharmakologen Hiroshi für eine andere Firma abwerben. Doch der will zunächst nicht. Fox und sein Partner (Willem Dafoe) müssen zu anderen Mitteln greifen. Mit Hilfe einer Edelprostituierten (Asia Argento) wollen sie den begehrten japanischen Wissenschaftler «überzeugen» - sie soll dem Mann das Herz brechen und ihn weich kriegen. Erst spät bemerken die Headhunter, dass sie selbst instrumentalisiert werden, um die Führungsspitze eines Unternehmens auszulöschen.
Es ist ein Film voller Doppelbödigkeit, der in einer unbestimmten Zukunft spielt. Eine verwirrende beziehungsweise fragmentarische Erzählweise beschwört das Ende jeglicher individuellen Freiheit. Vielleicht forderte das die bösen Kritiken heraus, die Ferrara anfangs erhielt. In den USA gab es für seinen Film sogar ein Kinoverbot für Minderjährige und eine Kürzung um drei Minuten wegen zu offenherziger Bettszenen und seiner drastischen Sprache.
Die TV-Tipps im Überblick:
Aus tiefster Seele, 18. August, 20.15 Uhr, Tele5
Am Ende des Meeres, 18. August, 22.35 uhr, Arte
New Rose Hotel, 18. August, 23.20 Uhr,SWR