Hadern im Kampf gegen Terror
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Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Artikel vom 26.08.2010
Der USA-Einsatz in Afghanistan lässt keine einfachen Antworten, Meinungen oder Lösungen zu. Davon ist Regisseur und Schauspieler Robert Redford überzeugt. Mit Von Löwen und Lämmern wirft er stattdessen im ARD-Sommerkino unbequeme Fragen auf.
Drei Geschichten, ein Thema: der Krieg der USA in Afghanistan. Es ist für Regisseur Robert Redford zu einfach zu sagen, ob der USA-Einsatz in Afghanistan richtig ist. Stattdessen versucht die Hollywoodikone, verschiedenen Blickwinkel und Argumente für und wider des Krieges zu durchleuchten und Fragen aufzuwerfen, und lässt seine Erzählstränge ohne Antwort oder einfachen Lösungsansatz zusammenlaufen.
Ein Uniprofessor (Redford selbst) diskutiert mit seinen Studenten über den Afghanistan-Einsatz - politisch, moralisch, philosophisch, persönlich. Dass ausgerechnet zwei seiner besten Schützlinge sich für den Militäreinsatz entschieden haben, will dem Akademiker nicht in den Kopf. Eine Journalistin (Meryl Streep) versucht einen selbstgerechten Senator (Tom Cruise) zu Einsätzen im Krisengebiete zu interviewen, während die ehemaligen Studenten in Afghanistan um ihr Leben kämpfen.
«Wollen Sie den Kampf gegen den Terror gewinnen? Ja oder Nein?», fragt der Senator Jasper Irving (Cruise). Für ihn ist dies die einzige Frage, die jeder für sich beantworten muss. Wie und warum es überhaupt dazu gekommen ist, steht für den Politiker, der eine neue Strategie entwickelt, um eine Lösung des Konflikts siegreich für die USA herbeizuführen, ganz weit hinten an.
Robert Redford weigert sich, einfache Antworten zu geben, und der Krieg an sich ist es auch nicht, um den es ihm geht. Die Reichweite der Fragen sei viele größer. Er lässt die Figuren stattdessen diskutieren, ohne zu richtigen oder falsche Antworten zu kommen. Er lässt sie alle scheitern in ihren moralischen Ansprüchen und hadern mit ihren Überzeugungen. Dafür hat Redford mit Meryl Streep, Tom Cuise, Peter Berg, Andrew Garfield und Michael Peña mimisch geballte Kraft in die Debatte geschickt.
Dennoch bleibt in der losen Erzählstruktur und den vielen ausgiebigen Dialogen trotz schauspielerischer Ausdruckstärke und klugen Argumenten eine spannende Geschichte auf der Strecke. Das lässt Von Löwen und Lämmern bisweilen genauso unterhaltsam wirken wie eine Diskussionsrunde in einem Philosophie-Seminar. Es mag den einen zum lebensverändernden Gedanken anstoßen, während dem Banknachbarn die Augen zufallen. Trotz der nur 80 Minuten Filmlänge ziehen sich die Diskussionen oftmals arg in die Länge.
Dennoch ist dieser Film wichtig, sehenswert und in höchstem Maße relevant. Denn obwohl der Kinostart des Streifens, den die ARD nun in ihrer Sommerkino-Reihe zeigt, bereits drei Jahre und einen Präsidentenwechsel zurückliegt, ist das Thema Afghanistan noch genauso präsent wie zuvor und die Diskussion ist kaum einen moralischen oder praktischen Deut weitergekommen. Nur die Zahl der zu Tode gekommenen Soldaten ist in der Zwischenzeit nach oben geklettert.
Von Löwen und Lämmern, 26. August, 22.45 Uhr, Das Erste.
car/news.de
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