3D-Desaster in Fellmützen
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Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann
Artikel vom 18.08.2010
Es sollte der ganz große Wurf werden. Für das Fantasy-Epos Die Legende von Aang wurde ein Millionenbudget verballert und Regisseur M. Night Shyamalan wollte allen beweisen, dass er es noch drauf hat. Das war der Plan - die Realität sieht leider anders aus.
Ein Heilsbringer, der mit finstrem Blick in der Luft herumrührt, soll dem Regisseur den Kragen retten. M. Night Shyamalan, der mit The Sixth Sense zum Shootingstar Hollywoods hochgejubelt und dann immer kritischer beäugt worden war, wollte mit dem Fantasy-Mammutwerk Die Legende von Aang diesmal alles richtig machen.
Vorlage für den Kinofilm ist die erfolgreiche amerikanische Fernsehserie Avatar – Der Herr der Elemente, eine Serie, die an das historische Ostasien angelehnt ist und sich von japanischen Animes inspirieren ließ. Ein Epos vom Kaliber des Der Herr der Ringe sollte die Kinoadaption werden. Es ist bitter, aber es hilft nicht, zu beschönigen: Mit Die Legende von Aang ist der Regisseur grandios gescheitert.
Schon mit der Wahl des Titels beginnt das Trauerspiel: Weil er seinen Film als Avatar: The Last Airbender in die Kinos bringen will, bricht er einen Rechtsstreit mit Regisseur James Cameron vom Zaun. Shyamalan hat keine Chance, weil Cameron sich die Rechte an dem Titel «Avatar» für seinen Science-Fiction-Film gesichert hat.
Wasser zu Bällchen, Staub zu Wänden
Auf den Plakaten vor den Kinos prangt jetzt Die Legende von Aang und im Schutze der Dunkelheit der Kinosäle zeigt Shyamalan eine Welt, die er mit esoterischen Klischees überfrachtet. Vier Völker leben hier – die Luft-, Wasser-, Erde- und Feuernation. Unter ihnen gibt es Menschen mit besonderen Gaben, Bändiger genannt, die das jeweilige Element unter ihre Gewalt bringen können - sie formen Wasser zu Bällchen oder türmen Staubwände auf. Ein Heilsbringer, genannt «Avatar» ist der Mittler zwischen diesen Nationen, er sorgt für Harmonie und Frieden und beherrscht gleichzeitig alle vier Bändiger-Disziplinen. Doch seit der «Avatar» verschollen ist, tyrannisiert die Feuernation den Rest der Welt.
Und dann kommt der zwölfjährige Aang (Noah Ringer) ins Spiel. Er schlummert in einer Eisblase, während die Feuernation sein Volk der Luftbändiger ausrottet. Wie sich herausstellt, ist Aang der lang herbeigesehnte «Avatar». Doch ihm fehlt noch die Ausbildung und jetzt muss er dringend die Bändiger-Disziplinen lernen. Wasserbändigerin Katara (Nicola Peltz) und ihr Bruder Sokka (Jackson Rathbone) begleiten ihn dabei. Ihnen immer auf den Fersen und auf der Jagd nach dem Avatar ist der Feuerprinz Zuko (Dev Patel).
Die Geschichte ist hölzern und völlig überfrachtet, was die Fernsehserie über Monate erzählt, wird hier in 103 Minuten gestopft, die sich trotzdem unfassbar zäh voran schleppen. Für das Casting gab es dann gleich von einigen amerikanischen Kritikern eins auf die Mütze, weil die «guten» Charaktere mit weißen und die Fieslinge mit Arabern und Asiaten besetzt wurden. Allen voran Filmkritiker und Pulitzerpreisträger Roger Ebert.
Da helfen keine Handkantenschläge
Kern des Desasters ist die fatale Entscheidung, die Rolle des zwölfjährigen Aang mit dem Schauspiel-Frischling Noah Ringer zu besetzen. Der Junge ist ein hochbegabter Taekwondo-Kämpfer ohne Schauspielerfahrung und das merkt man leider auch.
Weil sich der Film in seinem Bemühen um imposante Optik und ausufernde Martial-Arts-Szenen verzettelt, sind die Charaktere tiefgründig wie Abziehbildchen. Da helfen keine Handkantenschläge und beschwörerische Gesten, aus ihren skizzenhaften Konturen können sie sich nicht frei strampeln. Dev Patel, der den charismatischen Jungen in Slumdog Millionär spielte, ist in der Rolle des Prinzen Zuko der einzige Lichtblick in dieser haarsträubenden Produktion.
Aber auch hier wird nichts wirklich gut: Statt sich auf Patels darstellerische Fähigkeiten zu verlassen, umwölken melodramatische Flammen seinen Kopf, wenn Zuko wütend wird. Aang schwebt gleich mit einem blau fluoreszierenden Pfeil auf dem Kopf durch die Luft – das mag in der Zeichentrickserie funktionieren, hier sieht das einfach nur albern aus.
Aufgepappte dritte Dimension
Obwohl der Film durchaus imposante Bilder zeigt, kann er auch visuell nicht überzeugen. Das, was vielleicht einmal optisch überwältigend war, wird durch eine eilige aufgepappte 3D-Technik vermasselt. Um Fellmützen flirrt ein merkwürdiger doppelter Schleier und das einzige, was sich hier irgendwie dreidimensional in den Raum reckt, sind eingeblendeten Textzeilen – eine Katastrophe. Dass dem Kinopublikum dafür ein 3D-Aufschlag auf die Tickets abgeluchst wird, grenzt an eine Frechheit.
Schnitte, Dramaturgie und Dialoge rumpeln wie ein rostiger Pick-Up auf der Buckelpiste. Wenn zum x-ten Mal betont wird, dass Aang der einzige ist, der die Elemente bändigen kann und Katara wieder mal eines ihrer weinerlichen «Aang?» seufzt, steigt das Bedürfnis, die Leinwand zum Zeitvertreib und Aggressionsabbau mit Popcorn zu attackieren. Vom ewigen in der Luft Herumrühren der Elemente-Bändiger ist man dann ohnehin schon ganz bräsig.
Obendrein gibt es dann auch noch einen Esoterik-Crashkurs: Da paddeln zwei Koikarpfen als Ying und Yang in einer Grotte herum und die Welt gerät ganz fürchterlich in Unordnung, weil einer der beiden Fische getötet wird. Da wird dann schnell eine Mondprinzessin bemüht und alle können wieder aufatmen, bevor sich überhaupt Beunruhigung breit machen konnte.
150 Millionen Dollar wurden für diesen Film verballert, wenn man sich vorstellt, wie viele Produktionen zugunsten dieses Schwachsinns leer ausgegangen sind, wird einem ganz übel. Und das Schlimmste ist: Das ist erst der erste Teil, zwei weitere sollen folgen.
Titel: Die Legende von Aang
Regie: M. Night Shyamalan
Darsteller: Noah Ringer, Dev Patel, Jackson Rathbone, Nicola Peltz u.a.
Filmlänge: 103 Minuten
FSK: ab sechs Jahren
Verleih: Paramount
Kinostart: 19. August 2010
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Ich habe den Film gerade gesehen. Finde ihn schön. Kann die Kritiken auch nicht ganz begreifen. Aber was solls. Der Mensch entscheidet. Kritiker sind halt Fantasielose Gschöpfe dieser Welt. 3D kann ich nicht beurteilen, hab ihn nur als 2D gesehen. Freu mich schon auf die Fortsetzung.
jetzt antwortenKommentar meldenAlso ich kann diese Filmkritik nicht ganz nachvollziehen! Bei vielen Verfilmungen aus Büchern; Comics; usw. sind nicht alle Details zu 100% umgesetzt. Und ich glaub auch nicht, wenn man eine Fernsehserie verfilmt, das man dann einen z.B. 25 std. Film sich dann anschaut! Ich fand den Film gut gelungen. 3D Version kann ich nicht beurteilen mag sein das dies nicht gut umgesetzt wurde. Also an alle die diesen Film noch sehen wollen, schaut ihn ruhig an keine Angst vor Enttäuschung.
jetzt antwortenKommentar meldenWenn der Autor jetzt noch den Artikel so schreiben würde, daß man ihn ohne zu stocken durchlesen könnte, wäre das genial: auch nach neuer Rechtschreibung heißt es immer noch: "freistempeln", "voranschleppen" und "breitmachen". Bitte bitte, lernt endlich die Regeln, wann man etwas zusammenschreibt (nicht zusammen schreibt, har har) und wann nicht. Seufz.
jetzt antwortenKommentar meldenAlso, wenn Zeichentrickserien ins Kino kommen, dann bitte nicht als Realfilm !! Als 3d-Animationsfilm mit guten Darstellern fürs Capturing und aktueller Technik wäre das Endergebnis sicherlich überzeugender und sein Geld wert. Kein nachträgliches 3d als Gimmick ohne Wirkung. So viel Geld , da hätte ich lieber in Neuseeland den Hobbit fertig gestellt gesehen. Aber leider wird immer auf andere Pferde gesetzt , Zielgruppe Kindergarten.
jetzt antwortenKommentar meldenman kan auch vieles tot wasseln weils dem autor net past wa
jetzt antwortenKommentar meldenIch kenne es nur als zeichentrick Avatar deswegen hab ich mich schon gewundert das James Cameron ein sciens raus bringt mit dem namen Avatar tja dumm gelaufen das er sich den namensrecht gesichert hat.und wie wir ja kennen sind zeichentrick und film 2 paar schuhe es wird nie indentisch sein mit den Zeichentrick sein wie z.b Dragenball.aber naja werd es mir trotsdem den film anschauen
jetzt antwortenKommentar meldenFür mich ist schon der Erfolg der Trickfilserie nur sehr schwer zu verstehen - und auch, dass es nicht schon da Probleme mit dem Titel Avatar gab. Auch da ist die Handlung hölzern. Fängt ja schon mit den "Elementen" an. Dazu sind aber auch noch Mimik und Körpersprache feinmotorisch wie die Biene Maja. Die Helden sind zwar mehrheitlich Typen die als Asiaten durchgehen oder als Eskimos. Aber alle haben blaue Augen - die Bösen braune. Wie immer die das gemacht haben (Sendezeit/PR). Die Serie hat ihre Fans und wirf viel Geld ab. Das lockt halt Investoren.
jetzt antwortenKommentar meldenEin bißchen übertrieben die Kritik, oder? Der Film ist schon ok vor allem für Avatar Fans (Also der Zeichentrickserie). Aber für das Geld echt was schwach das gebe ich zu.
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