Witz mit Grips
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Von Chris Melzer
Artikel vom 14.08.2010
Anfangs hat er im Disneyland Tiere aus Luftballons geknotet. Heute ist er einer der bekanntesten Komiker der Welt: Steve Martin hat Millionen Menschen zum Lachen gebracht. Jetzt wird er 65.
Eigentlich wundert es, dass man Stephen Glenn Martin nicht als großen Pianisten kennt. Oder grammygeehrten Banjospieler. Oder begnadeten Jongleur. Oder vielgelesenen Autor. Oder kreativen Komponisten. Oder erfahrenen Kunstsammler. All das ist er, aber weltweit bekannt wurde er als Schauspieler, als Spaßmacher, als Clown mit Witz und Grips: Steve Martin wird 65 Jahre alt.
Angefangen hat alles in Disneyland. Die Familie war von Texas nach Kalifornien gezogen und der kleine Stephen verdiente sich im großen Park seine ersten Pennys. Er verkaufte bunte Parkführer und wenn er alle verkauft hatte, sah er sich die Attraktionen am Tor des gewaltigen Vergnügungsparks an. Im Gegensatz zu den riesigen Attraktionen dahinter gehörte der Eingang der Kleinkunst: Jongleure, Zauberer, Artisten - das wollte Stephen auch können.
Mit 15 war er schon ein passabler Jongleur und konnte mit Zaubertricks die Leute verblüffen. Seine Klassenkameraden wählten ihn zum «talentiertesten Schüler» ihres Jahrgangs. Später studierte er Philosophie und Englische Lyrik, aber auch Theater. Und ständig trieb er sich in Aufführungen rum, meistens in lustigen. Kaum zu glauben, dass er ernsthaft daran dachte, Philosophiedozent zu werden.
Mit Intelligenz das Publikum zum Lachen bringen
Ganz so abwegig ist das aber doch nicht, denn Steve Martin wollte nie nur witzig, sondern immer auch gewitzt sein. Viele seiner Gags sind intelligenter als üblich. Dafür verzichtet das Mitglied des Hochbegabten-Clubs Mensa lieber mal auf ein paar Lacher - um dann sofort doch in Klamauk zurückzufallen. Das Ziel ist das Lachen: «Ich denke nicht als Schauspieler, der unentwegt große, hehre Kunst machen will. Ich denke als Komiker. Mein Ziel ist es, das Publikum zum Lachen zu bringen, mit Intelligenz».
Der Humor kam auch beim Fernsehen an. Martin sollte ihn allerdings nur liefern, nicht darbieten. Er wurde zuerst nur als Schreiber verpflichtet. Doch bald ließ man ihn auch vor die Kamera, etwa in der legendären «Sonny & Cher Show». Daneben trat er noch in Theatern auf und als Komiker in Bars. Der große Johnny Carson, Stammvater aller Late-Night-Talker, wurde auf ihn aufmerksam und ließ ihn auftreten, doch der Durchbruch hatte die Buchstaben «SNL» - Saturday Night Live, die legendäre NBC-Comedyshow aus New York.
Seit 1975 läuft die Show, jeden Samstag, immer 90 Minuten. Dan Aykroyd, John und James Belushi, Bill Murray, Eddie Murphy, Robert Downey Jr. und dutzende Andere wurden mit der Show berühmt. Und der Name Steve Martin fällt immer. Dabei gehörte er nie zur Stammbesatzung. Aber er war so gut, dass er immer wieder als Gaststar eingeladen wurde. Die «Festrunk Brothers», zwei von Martin und Aykroyd gespielte tschechische Möchtegernplayboys, sind noch heute allgemeines Kulturgut in den USA und haben das Bild des kleinen Landes vermutlich mehr geprägt als den Tschechen lieb sein kann.
Der weißhaarige Amerikaner mit den milden Lächeln
Außerhalb der USA wurde Martin vor allem als Filmkomiker berühmt. Ob Der Mann mit zwei Gehirnen», einer der Drei Amigos, der Roxanne verfallene Feuerwehrmann oder der Vater der Braut - der weißhaarige Amerikaner mit den milden Lächeln ist weltweit erfolgreich. Zuletzt räumte er als trotteliger Inspector Clouseau in zwei Rosaroter Panther-Filmen ab - obwohl die Lacher mehr derb als geistreich waren. Umso gewitzter zeigte er sich zusammen mit Alec Baldwin als Gastgeber der Oscar-Verleihung im März. Nur selbst einen Oscar, den hat Steve Martin noch nie bekommen.
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