Von news.de-Redakteur Christian Vock
Renée Zellweger macht in Fall 39 ein wirklich unartiges Kind zu schaffen. Ebenfalls in Kalamitäten steckt 007-Star Daniel Craig. Doch in Hotel Splendide hat er eher mit dem Erbe seiner toten Frau Mama zu kämpfen. News.de stellt die DVD-Neuigkeiten vor.
Fall 39
Von Renée Zellweger kann man nicht gerade behaupten, dass sie sich auf einen Rollentyp festgelegt hat – auch wenn das nach ihrem Sensationserfolg von Bridget Jones zu befürchten war. Seitdem war sie die durchtriebene Blondine in dem Musicalfilm Chicago, das bärbeißige Cowgirl in Unterwegs nach Cold Mountain oder die schlagfertige Sportjournalistin in der Komödie Ein verlockendes Spiel.
2009 hat sie sich ins Horrorgenre gewagt. In Fall 39 spielt sie die Sozialarbeiterin Emily. Eines Tages übernimmt sie den Fall der kleinen Lillith, die Probleme mit ihren Eltern haben soll. Als diese tatsächlich versuchen, die Kleine umzubringen, nimmt Emily die verängstigte Lillith bei sich zu Hause auf. Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge.
Ob Zellweger sich, ihrer Karriere und den Zuschauern mit ihrem Ausflug ins Horrorfach einen Gefallen getan hat, ist zu bezweifeln. Die Idee, das Böse in Gestalt eines Kindes auftreten zu lassen, ist zwar nicht neu, funktioniert aber immer noch gut. Trotzdem verspielt der Film diesen Bonus durch eine allzu konventionelle Erzählweise, die man schon aus gut einem Dutzend anderer Filme kennt. Der Schreckmoment, wenn jemand plötzlich an die Autoscheibe klopft, funktioniert zwar immer noch, dürfte aber schon der Höhepunkt an Unvorhergesehenem sein.
Wenn Lillth etwa Emiliys Freund fragt, wovor er denn Angst habe und er «Hornissen» antwortet, dann ist nicht schwer zu erraten, woran er sterben wird. Fazit: Lauer Thriller mit mäßiger Spannung. Aber Renée Zellweger kann jetzt sagen, sie hat auch mal in einem Horrorfilm gespielt.
Titel: Fall 39
Darsteller: Renée Zellweger, Ian McShane, Bradley Cooper, Jodelle Ferland
Filmlänge: 105 Minuten
FSK: ab 16 Jahren
Extras: Gelöschte Szenen, Interviews, Making Of
Veröffentlichung: 29. Juli 2010
Hotel Splendide
Das Hotel Splendide entspricht nicht gerade dem, was man sich heutzutage unter einer Wellnessoase vorstellt. Geführt wird das mondäne, aber völlig heruntergekommene Hotel von der Familie Blanche in einem etwas eigenwilligem Stil.
Nach den Vorgaben der strengen und gerade verstorbenen Mutter setzt Küchenchef Roland (007-Darsteller Daniel Craig) seinen Gästen täglich totgekochten Fisch vor, seine Schwester Cora ist eine Meisterin von Schlammbädern und Einläufen und Hotelmanager Dezmond pflegt ein etwas ungesundes Verhältnis zur toten Über-Mutter. Da taucht plötzlich die ehemalige Sous-Chefin Kath (Toni Collette) auf und wirbelt Küche und Gäste mit Köstlichkeiten durcheinander.
Ein abgedrehtes Personal mit ebenso merkwürdigen Gästen, ein Hotel, das einer Kloake gleicht und in dem der Tag, an dem die Heizung angestellt wird, mit einer kleinen Zeremonie gefeiert wird – Hotel Splendide ist eine Ansammlung von Absurditäten, skurrilen Figuren in einer bizarren Atmosphäre. Es geht um unterdrückte Sehnsüchte, um nicht gelebtes Leben, um nicht erfüllte Liebe, kurz, es geht um Angst.
Regisseur Terence Gross vereint das Ganze zu einer verdrehten Geschichte, ganz in der Tradition von Delicatessen. Fazit: Ansehen und hoffen, dass man nie Gast im Hotel Splendide wird.
Titel: Hotel Splendide
Darsteller: Daniel Craig, Toni Collette, Katrin Cartlidge
Regie: Terence Gross
Filmlänge: 94 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Extras: B-Roll, Interviews, Making Of, Wendecover, Trailer