Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Er wird kommen: Anne Will hätte nach dem spektakulären Jauch-Deal allen Grund, enttäuscht zu sein. Doch nun hat sie Sonntag für Sonntag mehr Narrenfreiheit als zuvor und kann zeigen, wozu eine politische Talkshow eigentlich gut ist.
Nein, Anne Will war nicht immer stilsicher. Das beweist ein Foto mit der wahrscheinlich buntesten Hose nördlich des 40. Breitengrades. Es mag in den modisch turbulenten 1990ern aufgenommen worden sein, ja. Es zeigt aber, dass auch Anne Will Fehler macht, die man ihr verzeihen kann, oder auch nicht. Dass der Beginn einer großen Karriere anstand, hätte man damals schon ahnen können, als sie so bunt behost die gut beleumundete Mediensendung Parlazzo im WDR moderieren durfte.
Anne Will kehrt heute weitaus eleganter gekleidet aus ihrer Sommerfrische in den USA auf den Bildschirm zurück. Vor ihr liegt aber ein hartes Jahr als Platzwärmerin. Sie weiß nun, was seit Jahren ein in der Branche schlecht gehütetes Geheimnis war: es gibt da jemanden, dem die ARD-Oberen diesen Sendeplatz noch mehr zutrauen als ihr und ihrer Vorgängerin Sabine Christiansen. Und der, dessen Namen man nicht nennen muss, geistert fortan mit durchs Studio in Berlin-Adlershof. Keine guten Aussichten, ungemütlich möchte man meinen, wenn da wer im eigenen Heim herumgeistert.
Zumal sich in den vergangenen Monaten die Spitzen gegen Will ARD-intern gehäuft hatten. Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, hatte die recht ordentlichen Quoten vor der Sommerpause auf seine eigene Art eingeordnet: «Die Bankenkrise, der Euro-Absturz, die NRW-Wahl, der Präsidenten-Rücktritt, die Spardebatte - wir erleben eine politisch äußerst dynamische Zeit. Zur eigenen Meinungsbildung ist die mit Spitzenpolitikern und Experten besetzte Gesprächsrunde am Sonntagabend für ein Millionenpublikum unverzichtbar.» Wer hier ein Lob für Anne Will vermisst, liegt zumindest nicht völlig daneben.
Will ist zudem keine ARD-Angestellte, sondern eine Art freie Mitarbeiterin, das erleichtert verbale Breitseiten, die sonst schon mal anstaltsintern dem Betriebsfrieden zum Opfer fallen. Will liefert mit ihrer Produktionsfirma die eigene Sendung vertragsgemäß ans Erste und wird dafür nicht schlecht bezahlt. Zuletzt war ihr Vertrag mit Hinblick auf die Verhandlungen mit Jauch nur noch kurzfristig um ein Jahr verlängert worden, ebenso wie der von Mittalker Frank Plasberg.
Diese fehlenden Vertrauensbeweise werden hinter der TV-Fassade ihre Spuren hinterlassen haben. Jetzt hat Anne Will noch eine Saison lang die Möglichkeit, es ihren Chefs moralisch heimzuzahlen. Sie kann zeigen, dass sie doch nicht die Seichte ist und gemeinsam mit ihrer Redaktion ohne Quotendruck unter Beweis stellen, dass sie möglicherweise zu Unrecht vom prominenten Sonntagabend gejagt wird.
ped/news.de
Endlich werden wir diese inkompetente Dazwischenquasselerin los! Sie war in keiner Sendung gut vorbereitet und konnte keinen roten Faden durch die Sendung bringen! Weg mit ihr!!!
jetzt antwortenKommentar meldenNanu, öfter mal was NEUES aber ob WILL (ich WILL so eine Type nicht)oder Gunter JAUCHE die können sich beide zum Teufel scheren! Wäre übrigens ein ideales Paar w e n n da nicht eine Person etwas a n d e r s wäre - wie ich hörte! Anne WILL ist die personifizierte INTEGRITÄT den Kopf sehr sehr hoch u mich wundert, dass sie nicht schon über'm Strohhalm gestolpert ist! Aber lieber Hartmuth, was hattest du denn gedacht, ein Münsteraner lacht erst wenn er 1 Flasche KORN intus hat. Aber nüchtern verkörpert er den allwissenden Typ des Schulmeisters unantastbar und unerreichbar. Oh ja!!!
jetzt antwortenKommentar meldenstern-tv, mein freund. stern-tv.
jetzt antwortenKommentar meldenIch mag Anne Will aus persönlichen Gründen nicht. Aber diesen furztrockenen Jauch, der zum lachen in den Keller geht, werde ich mir, Spiegel-TV reite schon, garantiert nicht anschauen. Es gibt ehrlichere, gescheitere Talker, z.B. Kölner-Treff etc.
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