«Toy Story 3» Game Freiheit in der wilden Spielzeugkiste

Toy Story 3 (Foto)
Woody wagt sich mal wieder hoch hinaus. Doch wenn er fällt, sind seine Spielzeugfreunde zur Stelle. Bild: Disney Interactive

Von news.de-Redakteurin Sophia Sieber
Toy Story 3 wird mit ziemlicher Sicherheit einer der Animationshits des Sommers. Das Videospiel hat ebenfalls das Potenzial dazu. Es richtet sich an die jüngsten Zocker und lässt diese richtig kreativ werden. Dabei schafft es das Spiel sogar, sich vom Film zu lösen.

Und wieder ein Spiel zum Film. Diesmal zur dritten Fortsetzung des Pixar-Hits Toy Story um die Spielzeugfiguren Cowboy Woody, Buzz Lightyear und Jessie. Die meisten Merchandise-Spiele bestechen eher durch dröge Eintönigkeit, fehlende Kreativität und hohe Preise - der Spielspaß bleibt dabei meist auf der Strecke. Doch Toy Story 3, das Spiel, schafft tatsächlich den Spagat zwischen Filmableger und eigenständigem, gut funktionierendem Spiel.

Das ist vor allem dem Spielzeugkisten-Modus geschuldet. Hat der Gamer sein Einstiegslevel absolviert, navigiert er sich mit einem großen Stift über ein buntes Spielbrett, das schlaue Schwein Specky mühevoll zusammengezaubert hat. In der Spielzeugkisten-Welt bewegt er sich völlig frei in einer großen Westernlandschaft samt Stadt, die mit Leben und viel eigener Kreativität gefüllt werden will. Mit wem sich der Spieler in die Spielzeugkiste wagt, bleibt ihm überlassen: Neben Woody stehen noch Buzz Lightyear und die zierliche Jessie in den Startlöchern. Eine echte Geschichte gibt es hier nicht, deshalb ist es auch völlig unnötig den Kinofilm gesehen zu haben.

«Toy Story 3»
Im Kinderzimmer ist die Hölle los

Abreißen, Aufbauen und Umbauen – schöner Wohnen in der Spielzeugkiste

Was er in der freien Welt machen will, bleibt dem Spieler selbst überlassen. Er kann die unzähligen Aufträge der Dorfmitbewohner erfüllen und Stoffbarren einsammeln, Kühe einfangen oder die kleinen grünen Aliens mit Cowboy-Hüten ausstatten. Wer will, düst einfach mit Pferd Bully durch das Gelände auf der Suche nach Gold, reist Häuser ab, baut sie auf oder gestaltet sie ganz nach eigenem Gusto um. Ein echtes Highlight sind die liebevoll gestalteten Dorfbewohner rund um Bürgermeister Specky, der samt Schnauzer, Anzug und Zylinder ständig um Hilfe bittet. Der Spielzeugkisten-Modus presst seine Zocker also nicht in ausgelutschte Konzepte. Damit ist Toy Story 3 hier dem reellen Spiel mit Cowboyfiguren sehr ähnlich, denn es fordert von seinem Nutzer eigene Ideen.

«Toy Story 3»
Abenteurer aus der Spielzeugkiste
Video: Disney Interactive

Wem das zu viel Eigenengagement ist, der erlebt im Story-Modus die Abenteuer der Spielzeughelden noch einmal - in gewohnter, nicht sonderlich spektakulärer Weise. Die Level hängen nicht zusammen und sind auf die einzelnen Charaktere zugeschnitten: Woody muss zum Beispiel allein in einem Westernabenteuer Waisenkinder auf einem fahrenden Zug retten, während er von den kleinen dreiäugigen Aliens und Doktor Schweinebacke angegriffen wird. Buzz düst durch den Weltraum und springt von Asteroid zu Asteroid. Und im Trio mit Jessie versuchen beide dann Andy auf dem Handy zu erreichen. Jeder wichtige Toy-Story-Schauplatz wird so nach und nach abgehakt.

Unpräzise Steuerung sorgt für Abstürze

Schlägt sicher der Gamer mit mehreren Hauptcharakteren durch ein Level, muss er etwas taktisch vorgehen: Jede Figur hat nämlich so ihre Spezialfähigkeiten, die in bestimmten Situationen gefragt sind. Buzz ist stark, Woody wirft sein Lasso und Jessie ist klein und äußerst geschickt. Wann welche Expertise gefragt ist, darüber muss der Spieler nicht nachdenken, wenn er nicht will. Das Spiel zeigt es mit kleinen Fragezeichensymbolen großzügig selbst an. Der Wechsel zwischen den Figuren erfolgt auf Knopfdruck.

Hilfestellung leistet das Spiel aber nicht nur hier: Zu jedem Rätsel gibt es einen Tipp und die Komplettlösung. Wer doch mal nicht weiterkommt, dem baut das Spiel sogar eine helfende Brücke. Das soll den Frustfaktor auch bei den jüngsten Gamern, an die sich das Spiel zweifellos richtig, möglichst klein halten. Doch vor lauter Hilfesymbolen, Erklärungen und Lösungsanimationen haben die Entwickler die Steuerung etwas außer Acht gelassen. Die ist, zumindest für die Xbox, schrecklich unpräzise. Das stört vor allem in den schnellen Einzelleveln von Buzz und Woody. Es ist völlig unmöglich, präzise von Brett zu Brett zu springen oder beim Sprint nicht irgendwo herunterzufallen. Auch das Zielen ist eine Katastrophe. Das schmälert das Spielvergnügen, obwohl die Steuerung ansonsten sehr einfach und intuitiv ist.

Fazit: Toy Story 3 macht richtig Spaß – vor allem im Spielzeugkisten-Modus. Es richtet sich vor allem an jüngere Zocker und hat deshalb einen für Erwachsene sehr geringen Schwierigkeitsgrad. Ein Pluspunkt ist auch die Tatsache, dass es den Spieler nicht zwingt, einfach nur die Abenteuer der Spielzeughelden nachzuzocken. Er kann sich vielmehr in der Toy-Story-Welt frei bewegen. Punktabzug gibt es aber für die schrecklich unpräzise Steuerung und den saftigen Merchandise-Preis.

Titel: Toy Story 3
Genre: Jump'n'run
Publisher: Disney Interactive
Entwickler: Avalanche Software
Preis: zirka 60 Euro
Sprache: deutsch
USK: freigegeben ab 6 Jahre
Altersempfehlung der Redaktion: ab 8 Jahre
Plattform: Xbox 360 (weitere: Playstation 3, PC, Wii, Nintendo DS, PSP)
Veröffentlichungsdatum: Juni 2010
Weiterspielen: Toy Story Mania (PC), Lego Harry Potter (Playstation 3), Für immer Shrek (Playstation 3)

kat/news.de

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