Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Es ist ein neuer Bulle im Revier. Genauer gesagt: zwei coole Jungs, die Drogenbossen und Waffenhändlern auf die Pelle rücken. Doch trotz aller Coolness können die beiden Ermittler von Navy CIS: L.A. ihrem Kollegen von der Ostküste nicht das Wasser reichen.
Eine Verfolgungsjagd auf dem Highway, eine Schießerei, ein Mann mit durchlöchertem Rücken vor einem Motel-Fenster - mit einem gemächlichen Einstand geben sich die neuen Kriminalisten auf Sat.1 gar nicht erst ab. Dabei ist der Begriff Einstand eigentlich zu hoch gegriffen. Immerhin hat sich das Ermittlerteam aus Los Angeles längst vorgestellt, das dem Ostküstenpendant Navi CIS mit Mark Harmon Konkurrenz machen will.
Doch vom Teamspiel, mit dem sich Navi CIS L.A. als Spin Off an der Seite des bisweilen bissigen Jethro Gibbs den eigenen Startschuss verpasst hat, ist in der ersten Folge nichts mehr zu spüren. Stattdessen drängen sich die Agenten G. Callen (Chris O'Donnell) und Sam Hanna (LL Cool J) in den Mittelpunkt. Cool, lässig und mit manch sarkastischem Lächeln, das vor allem die Lippen Hannas umspielt.
Vorweg gesagt: Echte Konkurrenz für Gibbs und das Team aus Navy CIS sind die Westküstler nicht. Vor allem, weil der militärische Aspekt, der die Mutterserie geprägt hat, zur Randerscheinung degradiert wird. Die Einheit, die sich Office of Special Projects schimpft, könnte genauso gut jedem anderen amerikanischen Geheimdienst angehören. Dafür ist das Team deutlich jünger, hipper, technisch moderner - und vor allem temporeicher.
Kein Wunder also, dass es beim ersten echten Fall gleich um Landesverrat geht. Einem erschossenen Navy-Offizier sei dank, dessen Nichte entführt wurde. Aus einem einzigen Grund: Der Mann hatte Zugriff auf Spionagesatelliten. Es gibt wohl keinen bösen Buben, der diesen Service nicht gern nutzen würde. Allein schon um Geld zu sparen.
Dicke Fische, bekannte Muster
In vielen Szenen sitzen die Schnitte prägnant, was den Anspruch an aktionreiche Unterhaltung unterstreicht. Statt simple Morde und moralisch verwerfliche Militäraktionen zu klären, schnappen sich Callen und Co. die dickeren Fische. Drogenbosse, Waffenhändler und Terrorzellen sind ihr Metier und werden mit dem technisch Neusten vom Neuen verfolgt. Immer schön aus einem zumindest innen düster wirkenden Versteck.
Kein Wunder also, dass die Serie ein bisschen wirkt, als sei sie aus Batman und Matrix zusammenkopiert worden. Nicht zu vergessen ein ordentlicher Schuss aus Miami Vice und der aufgefrischten Version von Kobra, übernehmen Sie. Nur der Kugelhagel ist in Navi CIS L.A. deutlich ausgeprägter.
Was letztlich heraussticht sind allerdings nicht Batman und Robin - Verzeihung: Hanna und Callen -, sondern deren Chefin. Henrietta «Hetty» Lange (Linda Hunt) ist der harte Kontrast zum jungen, dynamischen Team. Klein, schmal, und irgendwie mauerblümchenartig schmeißt sie mit lateinischen Zitaten um sich, reitet auf bürokratischen Vorschriften herum und wirkt eine bisschen wie Harry Potter und der hochgeschätzte Q aus sämtlichen James Bond-Filmen zusammen. Die perfekte Chefin also.
Der Rest vom Team verhält sich beim Serienstart weniger auffällig. Es wird eine Weile dauern, bis die Profile der einzelnen Charaktere schärfer in Erscheinungen treten. Das gilt für Kensi Blye (Daniala Ruah), die Frau für alle Fälle, genauso wie für den «besonders geschulten Teampsychologen» Nate «Doc» Gates (Peter Cambor), der als Profiler seinen Senf fast nur dazu gibt, wenn er ausdrücklich gefragt wird
Auch wenn Callen und Hanna dem subtil arroganten Gibbs nicht das Wasser reichen können: Die beiden entwickeln ihren eigenen Charme. Tarnungskünstler G. Callen wechselt die Haut schneller als eine Schlange, bleibt dabei aber immer jungenhaft und geheimnisvoll. Im Team ist er das Schaf im Wolfspelz. Hanna ist der coole Gegenpart, der muskelbepackt eher nach Gangster aussieht als nach Undercover-Ermittler und für Callen fast eine Art Bruder ist. Ein paar sarkastische Untertöne, freche Sprüche und nachdenkliche Sätze machen an dieser Beziehung das Besondere aus.
Was es übrigens mit der Abkürzung «G.» auf sich hat? Mit der Antwort darauf lässt die Serie den Zuschauer zappeln. Nur Schritt für Schritt tauchen Indizien auf, die das Geheimnis lüften sollen. Wer's unbedingt wissen will, muss weiter gucken.
Navi CIS L.A., ab 24. Juli, jeweils samstags um 20.15 Uhr, Sat.1
car/news.de
Ich finde die Sendung gut. Endlich sind die Leute nicht so schräg. (kleine Ausnahme vorhanden) Es wäre langweilig wenn die eine Serie, wie die andere aussieht. Jede sollte ihren eigenen Stil zeigen dürfen. Das ständige rumgezicke in den anderen Serien ist nervig.
jetzt antwortenKommentar meldenkein Charme, kein Esprit, nur Ballermänner und irgendwie immer unnatürlich eilig - einfach langweilig. Habe ich zum ersten und letzten mal gesehen. Schade um die Zeit.
jetzt antwortenKommentar melden?! WÜRG !!
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