Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Jaden Smith steht eine große Karriere bevor. Dafür sorgt sein Vater Will Smith, der auch Jadens neuen Film Karate Kid produziert hat. Angeblich macht der Zwölfjährige nur das, was er will: Doch einen glücklichen Eindruck macht Jaden nicht. Ist er ein Opfer des überzogenen Ehrgeizes seiner Eltern?
In der Öffentlichkeit von den Eltern abgeknutscht zu werden, ist der Albtraum jedes Teenagers. Wenn der Vater seinem Sprössling dann noch vor einer riesigen Horde Journalisten und Kameralinsen seine Liebe beweist, ist der Gipfel der Peinlichkeit in der Welt eines Teenies erreicht. Einfach im Boden versinken, sich unsichtbar machen oder die lästigen Eltern auf den Mond schicken, das wünscht sich ein Teenie in solch einem Moment.
Was Jaden Smith am liebsten gemacht hätte, als sein Vater Will Smith ihn bei der Pressekonferenz in Berlin zu seinem neuen Film Karate Kid auf die Wange küsste, das weiß nur er. Doch dass er wie jeder andere Zwölfjährige schimpfte «Oh Dad, das ist total peinlich», gibt Hoffnung, dass irgendwo hinter seiner sonst coolen und abgeklärten Fassade auch nur ein ganz normaler Junge steckt. Oder war es einfach nur eine perfekt einstudierte Einlage?
Cooler geht's kaum
Wie Jaden Smith es findet, dass seine Eltern Will Smith und Jada Pinkett Smith seit seiner frühesten Kindheit alles daran setzen, aus ihm einen gefeierten Kinderstar zu machen, war ihm in Berlin nur schwer anzumerken. Was jedoch auffiel, war, dass er mit seinen gerade einmal zwölf Jahren ein absoluter Profi in Sachen Selbstdarstellung ist. Er setzte sich gekonnt in Szene, schnippig, cool und völlig abgeklärt gab er sich, ein absoluter Medienprofi – als könne ihm niemand das Wasser reichen.
Bei David Letterman gab er kürzlich ebenfalls den absoluten Poser, als er dem Showmaster mit einer unheimlich wirkenden Selbstsicherheit begegnete und eine durchaus witzige One-Man-Show abzog, die aber einen einstudierten Eindruck machte. «Smith junior wirkte wie ein verzogener Rüpel, dem man mal die Ohren langziehen müsste», schrieb die New York Post daraufhin. Er habe sich wie eine Hollywood-Legende gegeben, «die schon Kokainentzüge und einige gescheiterte Ehen hinter sich hat», kommentierte die Welt. Auch seine eisenharten Bauchmuskeln, die er gerne in die Kamera hält, irritieren. Braucht ein Zwölfjähriger ein Sixpack?
Und braucht er die angesagtesten Designerfummel? Jaden und seine Schwester Willow, an deren Karriere ebenfalls schon fleißig geschraubt wird, sind stets topgestylt, nur die extravagantesten Kleider und die verrücktesten Frisuren kommen für sie in Frage. Derzeit hat die neunjähirge Willow einen halb rasierten Kopf, während Jaden im Afro-Look den Rapper gibt. Der Stern nannte Familie Smith treffend «die amerikanischen Ochsenknechts».
Das Gepose eines verzweifelten Kinderstars?
Von einem süßen und schüchternen Jungen, dem eigentlichen Prototyp eines Kinderstars, ist bei Jaden Smith nichts zu sehen. In Internetforen und in den Medien ist dagegen immer öfter zu lesen, wie arrogant, größenwahnsinnig Jaden rüber komme - ein Eindruck, der auch in Berlin nicht wegzureden war. Ist diese abgeklärte Haltung, dieses ewige Gepose nur ein Verzweiflungsakt eines Zwölfjährigen, der unter seinem Dasein als Kinderstar leidet, es aber vielleicht selbst nicht bemerkt, weil er nichs Anderes kennt und deswegen den trotzigen Coolen mimt?
Seit seiner frühesten Kindheit steht er regelmäßig vor der Kamera. Im Alter von vier Jahren spielte er in Papas Kultfiilm Men in Black mit, 2007 bekam er für seine Rolle in Das Streben nach Glück, ebenfalls an der Seite seines Vaters, einen MTV Movie Award. Und nun spielt Jaden neben Jackie Chan in Karate Kid, dem Remake des Kultfilm aus den 80ern, seine erste große Hauptrolle. Der Film schaffte es in den USA bereits auf Platz 1 der Kinocharts. Dass er diese Rolle ergattern konnte, hat Jaden wohl weniger seinem schauspielerischem Talent zu verdanken, sondern vielmehr der Tatsache, dass seine Eltern den Film produziert haben. Und wie sein Vater fährt auch Jaden bereits zweigleisig: Mit Teenie-Star Justin Bieber hat er den Karate-Kid-Titelsong Never Say Never aufgenommen. Besser kann man einen Kinderstar nicht vermarkten.
Will Smith eine «Eislauf-Mutti»?
Doch wie bei jedem Kinderstar scheint auch bei Jaden die eigenen Kindheit auf der Strecke zu bleiben. Vier Monate lang drehte er in China Karate Kid, teilweise bis zu zwölf Stunden am Tag. In seiner Freizeit trainierte er eine Kampfsporttechnik, nebenher wurde er von Privatlehrern unterrichtet. Und hört man Jaden genau zu, kommen sicherlich noch etliche Stunden PR-Training hinzu.
Will Smith und Jada Pinkett versicherten in Berlin wieder und wieder, dass ihr Sohn Jaden als das macht, weil er es selbst will. Er sei einfach ein Naturtalent und von selbst so wahnsinnig diszipliniert, schwärmen seine Eltern. Doch hatte Jaden eigentlich jemals eine Chance zu entscheiden, ob er dieses Leben wirklich will? Wie beim Phänomen der Eislauf-Mütter haben Kinderstars meist nie eine Alternative, weil sie von klein auf auf dieses Leben getrimmt werden. Und am Ende kommt bei vielen der große Absturz, Drogen, Alkohol, Depressionen - die Namen ehemaliger Kinderstars wie Lindsay Lohan, Britney Spears und Michael Jackson sprechen für sich selbst.
Die Sache mit dem Ehrgeiz
Will Smith und Jada Pinkett Smith sind richtige Arbeitstiere, sind das wohl ehrgeizigste Paar Hollywoods und sind auch voller Ehrgeiz für ihr Kind Jaden. Doch irgendwie passt das nicht in das Image des Will Smith, der immer so cool und relaxt wirkt. Soll Will Smith wiklich eine «Eislauf-Mutti» sein?
Will Smith ist der Saubermann und Strahlemann Hollywoods, keine Skandale, eine perfekte Karriere, eine pefektes Familienleben. Schon wieder fast zu perfekt, um wirklich wahr zu sein. Die offensichtliche Vermarktung seiner Kinder Jaden und Willow, sie spielt breits in einer TV-Kinder-Serie mit, könnte erstmals dieses Image ins Wanken bringen. So cool wie sich Familie Smith gibt, scheint sie gar nicht zu sein. Aber vielleicht ist Jaden eines Tages so cool und sagt seinem Vater, dass er keine Lust mehr hat auf dieses ganze Showbusinnes. Dass er das alles nur peinlich findet.
Der Film Karate Kid startet am 22. Juli in den deutschen Kinos.
dem leitkommentar habe ich nichts mehr hinzuzufügen. er bestätigt mir meinen eindruck über das peinliche, grosskotzige gehabe der beiden smith, das heute morgen im tv zu sehen war. im übrigen mochte ich will smith noch nie mit seinem -was bin ich doch für ein toller hecht- gehabe. auch in der serie -prinz von bel air- soll er ja bereits mit rücksichtslosigkeit u. geltungsbedürfnis gegenüber seinen kollegen unangenehm aufgefallen sein.
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