Von news.de-Mitarbeiterin Christin Bohmann
Soziale Netzwerke sind alles andere als sozial. Der Meinung ist zumindest Sänger Cris Cosmo und wettert mit seinem sommerlichen Protest-Song gleichermaßen fröhlich wie inkonsequent gegen Facebook & Co.
StudiVZ. Facebook. Lokalisten. Kaum ein Internetnutzer kann von sich behaupten, nicht in einem dieser sozialen Netzwerke angemeldet zu sein, sie haben Hochkonjunktur. Knapp 67 Prozent der 20- bis 29-Jährigen nutzen der jährlichen Online-Studie von ARD und ZDF zufolge Facebook & Co. Bei den 14- bis 19-Jährigen sind es sogar 81 Prozent.
Aber die digitale Kontaktpflege wird immer häufiger Gegenstand der Kritik – auch von Seiten der Netzwerk-Nutzer, wie unser heutiger Clip-Tipp zeigt. Denn so sozial, wie die Namen oft propagieren, sind die Online-Plattformen längst nicht. Über all das Bloggen, Uploaden, Twittern und Posten digitaler (Un-)Wichtigkeiten nämlich vergisst manch einer, dass er seine Freunde auch mal wieder ganz altmodisch bei einer Tasse Kaffee persönlich «updaten» kann.
Cris Cosmo kann davon ein Lied singen – im wahrsten Sinne des Wortes. Der deutsche Latino-Reggae-Musiker ruft mit dem sommerlichen Protest-Song Scheiß auf Facebook dazu auf, doch öfter mal auf das Web 2.0 zu pfeifen. Wirklich konsequent ist Cris selbst jedoch nicht, wie YouTube-User BoTheCrazy kommentiert: «Ein Lied gegen soziale Netzwerke, aber dann den Clip auf YouTube hochladen.» So viel zur Systemkritik.
bla/news.de