Von news.de-Redakteur Konrad Rüdiger
Ohne Flugmeilenlimit ins Abendprogramm: Sven Lorig, einer der jungen ARD-Moderatoren, darf heute bei der Unterhaltungsshow Weltreise ran. Der Nachfolger von Jörg Pilawa spricht über Geschenke, Wünsche und Frühbucherrituale.
Herr Lorig, wie kommt man dazu, mit der ARD-Weltreise in die Fußstapfen von Jörg Pilawa zu treten?
Sven Lorig: Im letzten halben Jahr bin ich ein bisschen im Teilchenbeschleuniger. Nachdem mich Jörg Pilawa im vergangenen Jahr als einen seiner Nachfolger vorgeschlagen hatte, durfte ich mich ein wenig in den dritten Programmen als Moderator von Abendshows probieren. Das hat mir viel Spaß gemacht und die Chefs waren offenbar angetan. So kam dann einen Tag vor Weihnachten der Anruf vom Unterhaltungschef, dass er noch ein kleines Weihnachtsgeschenk für mich hätte.
Waren eigentlich besondere Vorkenntnisse gefragt? Mussten sie soundso viele Flugmeilen vorweisen?
Lorig: Nein, das sicher nicht. Für mich ist das Ganze auch eher wie eine Familienproduktion. Wir können ja das großartige Netz der ARD-Korrespondenten nutzen. Die stellen uns dann «ihre» Länder aus der Reise- und Urlaubsperspektive vor. Das Gute daran ist, dass ich diese Kollegen schon aus dem Morgenmagazin kenne.
Und wie steht es um ihre Geografiekenntnisse? Sind Sie mit einer Weltkarte über dem Bett aufgewachsen?
Lorig: Nein, ich war in Erdkunde schon immer richtig schlecht. Mein Erdkundelehrer war auch mein Sportlehrer, und da ich immer ein guter Fußballer war, habe ich so meine Erdkundenote gerettet. Aber ich habe es als Fach abgewählt, sobald es ging.
Kleiner Test: Die Hauptstadt von Brunei ist ...
Lorig: ... keine Ahnung, ehrlich. Aber wir wollen bei der ARD-Weltreise auch kein Faktenwissen abfragen. Wir wollen miteinander spielen und unterhalten. Dabei sollen Prominente, die in bestimmten Ländern gelebt oder gearbeitet haben, ihre Geschichten erzählen. Im vergangenen Jahr war ich zufällig Gast in der Show, ohne zu wissen, dass ich sie in diesem Jahr moderieren würde, und da kam heraus, dass Vatikanstadt das Land mit der höchsten Kriminalitätsrate ist. Also: lustige und außergewöhnliche Geschichten, die einfach Spaß machen.
Was für ein Urlaubstyp sind Sie denn persönlich?
Lorig: Früher habe ich immer über Tante Inge gelästert, die fuhr 30 Jahre lang immer an den gleichen Urlaubsort. Als ich mit meiner Frau zwischen Moskau und Indonesien in der Weltgeschichte rumgereist bin, haben wir drüber gelächelt. Seit sieben Jahr haben wir Kinder und fahren wir immer an den gleichen See in Österreich und es ist einfach ein Traum.
Also nach dem Motto «Warum in die Ferne schweifen, wenn dass Gute liegt so nah»?
Lorig: Ja, doch, wir fahren im Kurzurlaub oft in Deutschland weg. Auf eine Insel, Nord- oder Ostsee oder auf den Bauernhof in der Eifel. Es gibt so tolle Ecken in Deutschland. Eins der nächsten Ziele wird dann auch die Mecklenburger Seenplatte sein. Dort muss es auch für die Kinder sehr toll sein.
Ich nehme an, Sie sind Frühbucher?
Lorig: Wir sind Ganzganzfrühbucher. Der Sommerurlaub wird am letzten Urlaubstag beim österreichischen Chef per Handschlag besiegelt. Da schreibe ich dann das Datum auf einen Bierdeckel, er brummelt etwas in seinen Bart und meint, dass ich in der Woche noch mal anrufen soll und dann geht das klar.
Sie haben ein Hobby, das gar nicht so einfach ist: Sie sind Zauberer. Müssen sie öfter auf ihre Künste zurückgreifen?
Lorig: Nur noch einmal pro Jahr, im Kindergarten. Dadurch, dass ich als Morgenmagazin-Moderator dort auch der einzige Vater bin, der vormittags frei hat, bin ich dort gut eingespannt und darf auch diesen einen Auftritt machen.
Bleiben wir kurz bei übersinnlichen Gestalten. Wenn jetzt die Intendanten-Fee käme und Sie hätten bei ihr drei Wünsche frei, wie würden diese aussehen?
Lorig: (lacht) Ich bin derzeit so froh, dass ich das alles machen darf. Aber ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass ich in der Unterhaltung weitermachen darf. Ich habe gemerkt, dass der Spagat zwischen Journalismus und Unterhaltung machbar ist. Vor siebeneinhalb Jahren war ich noch bei der Lokalzeit Düsseldorf, und hätte man mir damals gesagt, dass ich in einem Jahr das Morgenmagazin moderieren würde, hätte ich das niemandem geglaubt.
Ihre Show ist ja mitten in der eigentlichen Urlaubszeit. Ist das Absicht oder ein Versehen?
Lorig: Wir wollen alle gern mitnehmen, die vielleicht noch in den Urlaub fahren oder eben nicht so weit weg fahren können. Wir laden sie ein, zwei Stunden lang von der Couch aus mit uns um die Welt zu reisen.
Sven Lorig (38) moderiert unter anderem im Morgenmagazin der ARD. Seit vergangenem jahr hat er mehrere Unterhaltungsshows in den dritten Programmen präsentiert. Lorig ist verheiratet und hat drei Töchter.
Die große ARD-Weltreise, Donnerstag, 15. Juli, 20.15 Uhr, ARD.
reu/news.de