Das Finale der Fußball-WM hat am Sonntag den Fernsehabend beherrscht. Allein in Deutschland schalteten durchschnittlich 25,11 Millionen Menschen die Partie Spanien-Niederlande ein.
Auch wenn man aus deutscher Sicht den ganzen Abend irgendwie das Gefühl hatte, dass da mindestens eine falsche Mannschaft um den Weltpokal kickt, konnten sich dennoch 25,11 Millionen Zuschauer für das große WM-Finale am Sonntagabend erwärmen. Dies war somit die höchste Einschaltquote für ein WM-Spiel ohne deutsche Beteiligung bei dieser Weltmeisterschaft in Südafrika.
Das Match schaffte einen Marktanteil von 71,4 Prozent. Fußballfans beim Public Viewing wurden wie immer nicht mitgerechnet, wie die Marktforschungsfirma Media Control in Baden-Baden mitteilte.
Die erste Halbzeit sahen 21,97 Millionen Zuschauer, die zweite 26,63 Millionen. Den Höhepunkt bildete aber die Verlängerung ab 22.25 Uhr, bei der 27,16 Millionen Menschen zusahen. Der Marktanteil kletterte dann sogar auf 79 Prozent.
Im Weltmeisterland Spanien saßen bis zu 20 Millionen der etwa 46 Millionen Einwohner vor dem heimischen Bildschirm. Die Verlängerung sahen durchschnittlich 15,6 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 85,9 Prozent entsprach. Spaniens Quotenmesser sprachen am Montag von der bislang «meistgesehenen Live-Sendung im spanischen Fernsehen». Drei Sender - zwei Pay-TV-Kanäle und der frei empfangbare Privatsender Telecinco - übertrugen die Partie.
Das Ende des Spiels gegen 23 Uhr verfolgten in Spanien 16,8 Millionen Zuschauer (91 Prozent). Viele Menschen waren für die spannenden Minuten auf die Straße gegangen. Allein in Madrid auf Spaniens größter «Fanmeile» jubelten etwa 250.000 Menschen.
In den Niederlanden schauten das für die Holländer enttäuschende Spiel nach Angaben der offiziellen Stiftung Zuschauerzahlen (SKO) durchschnittlich 8,5 Millionen Menschen. Kurz vor Schluss des Spiels hatte der Sender Nederland 1 sogar 9,1 Millionen Zuschauer. Damit guckten also rund 55 Prozent der Gesamtbevölkerung zu (16,5 Millionen Menschen). Fans beim Public Viewing wurden nicht mitgezählt.
In Deutschland hatten die anderen Sender wie erwartet mit ihrem Programm keine Chance gegen Quotenkönig Fußball: Die ARD konnte mit ihrer Tatort-Wiederholung ab 20.15 Uhr immerhin 2,41 Millionen Zuschauer für sich gewinnen (7,1 Prozent Marktanteil). ProSieben schaffte es mit dem Jackie-Chan-Film Shang High Noon, 1,73 Millionen Zuschauer vom Fußballgucken abzuhalten (5,0 Prozent).
Der Kölner Privatsender RTL, der am Nachmittag mit der Formel 1 noch 5,35 für sich gewinnen konnte, schmierte am Abend ab. Die Filmwiederholung Florian - Liebe aus ganzem Herzen schalteten lediglich 1,03 Millionen Menschen (3 Prozent) ein. Die Navy-CIS-Folgen bei Sat.1 sahen um 20.15 und 21.15 Uhr jeweils 1,65 Millionen Zuschauer.
car/reu/news.de/dpa