Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Die morgige Wahl zum Bundespräsidenten ist auch eine Wahl zwischen zwei First Ladys, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Es stehen sich Bettina Wulff, die scheinbar perfekte PR-Frau mit Glamour-Faktor, und die eher zurückhaltende, aber kompetente Journalistin Daniela Schadt gegenüber.
Egal, ob nun Christian Wulff oder Joachim Gauck ins Schloss Bellevue einziehen wird, eine kleine Revolution wird die Mauern des Amtsitzes des Bundespräsidenten auf jeden Fall erschüttern. Denn keiner der beiden Kandidaten passt in das traditionelle Familienbild, das man vom höchsten Würdenträger des Staates bisher gewöhnt war.
Wulff würde im Falle eines Sieges als geschiedener Konservativer mit seiner Patchworkfamilie und der jüngsten First Lady aller Zeiten und der ersten mit Tattoo in Berlin anrücken. Und Gauck würde - obwohl noch verheiratet - mit seiner langjährigen Lebensgefährtin, mit der er in den vergangenen zehn Jahren eine Fernbeziehung führte, die ersten gemeinsamen vier Wände im Schloss beziehen - übereilte Hochzeit des Amtes wegen ausgeschlossen, spätere Hochzeit aber möglich.
Bei allen Unterschieden also immerhin eine Gemeinsamkeit: Sowohl Wulff als auch Gauck stehen für einen modernen Typus Mann, der unkonventionell und vor allem zeitgemäß ist. Und ihre First Ladys entsprechen nicht dem klassischen Rollenverständnis von Frauen und Männern: Bettina Wulff und Daniela Schadt sind zwei moderne, selbstständige und selbstbewusste Frauen, die den Aufgaben einer First Lady gewachsen zu sein scheinen und, ähnlich wie es ihnen Eva Luise Köhler bereits vorgemacht hat, zur engsten Beraterin des jeweiligen Bundespräsidenten werden könnten.
Dabei scheint jedoch auch schon eines sicher: Bettina Wulff wird sich im Gegensatz zu Daniela Schadt als First Lady medial inszenieren, so wie sie es bereits in den vergangenen vier Jahren als niedersächsische Landesmutter getan hat. Im Falle eines Sieges von Christian Wulff wird es wohl schon bald eine Homestory aus dem Kinder-Zimmer des Schlosses Bellevue geben. Dass sich Daniela Schadt nach dem Einzug ins Schloss mit dem Boulevard anfreundet, gilt als eher unwahrscheinlich.
Eine coole First Lady für Deutschland
Bettina Wulff lacht gerne, bei offiziellen Terminen an der Seite ihres Mannes macht sie einen freundlichen und überzeugenden Eindruck. Die zweifache Mutter, aus einer früheren Beziehung hat sie Sohn Leander (6) und mit Wulff den zweijährigen Linus, gilt als offen, unkompliziert und pragmatisch. Sie steht mitten im Leben, war alleinerziehende Mutter, bevor sie 2006 Christian Wulff kennenlernte.
Mit ihren 36 Jahren wäre sie die jüngste First Lady in der Geschichte der Bundesrepublik und die erste mit Tattoo - «Ich habe eben eine coole Frau» hat Christian Wulff einmal gesagt. Deutschland hätte dann also auch eine coole First Lady. Schon vor der Wahl wird sie von der deutschen Presse in einem Atemzug mit Michelle Obama und Carla Bruni genannt.
Diese große Erwartungshaltung würde wohl für die First Lady Bettina Wulff kein Problem darstellen. Im Gegenteil: Bettina Wulff ist gelernte PR-Frau. Als sie ihren zukünftigen Mann kennenlernte, arbeitete sie gerade in der Öffentlichkeitsarbeitsabteilung bei Continental. Heute ist sie halbtags in der Presseabteilung der Drogeriekette Rossmann beschäftigt. Und in ihrer Freizeit polierte sie in den vergangenen Jahren gekonnt das angestaubte Image ihres Mannes auf.
Aus dem biederen Christian Wulff, der in seiner Jugend ein Poster von Helmut Kohl im Kinderzimmer hängen gehabt haben soll, machte sie einen lässigen, coolen Typen und Patchwork-Papa, dessen modernes Familienmodell zwar gar nicht mehr in die CDU-Familienpolitik passen wollte, ihn aber für die Wähler umso sympathischer machte.
Und nicht nur das: Bettina Wulffs Medienkompetenz ist es wohl auch zu verdanken, dass Christan Wulff die Scheidung von seiner ersten Frau Christiane, mit der er die 16-Jährige Annalena hat, ohne Imageschaden überstand. Immerhin war Christian Wulff noch nicht einmal geschieden, als Bettina Wulff mit ihrem gemeinsamen Sohn Linus schwanger wurde. Früher hätte so etwas das Karriere-Ende in der CDU bedeutet. Doch die schwangere neue Lebensgefährtin Wulffs setzte ihren Charme ein und überzeugte die Öffentlichkeit sehr schnell von sich. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass Christan Wulff ohne seine zweite Frau und den damit verbundenen Imagewandel niemals das höchste Amt im Staate angeboten bekommen hätte.
Eine First Lady wider Willen
Bettina und Christian Wulff liegen 15 Jahre auseinander, Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt können noch einen draufsetzen: Die gebürtige Hessin ist mit ihren 50 Jahren 20 Jahre jünger als Gauck. Und nicht nur das, verheiratet sind die beiden auch nicht. Joachim Gauck ist immer noch mit seiner Frau Hansi verheiratet, von der er seit 1991 getrennt lebt und mit der er vier Kinder hat. Doch sollte er neuer Bundespräsident werden, sind Scheidung und Hochzeit mit Daniela Schadt zwar kein Muss, aber möglich.
Homestory? Hochzeitsbilder in der Bunten? Bei Daniela Schadt, die noch nie verheiratet war und kinderlos ist, kaum denkbar. Die Journalistin, die seit über zwanzig Jahren Ressortleiterin für Innenpolitik bei der Nürnberger Zeitung ist und von Rot-Grün nichts halten soll, mag nicht gerne von sich in der Presse lesen. Sie hält sich lieber dezent im Hintegrund. «Tief durchatmen» musste sie, als sie davon erfuhr. Aber dann habe sie ihn «aus vollem Herzen unterstützt, weil alles andere inkonsequent wäre», sagte sie der SuperIllu. Begeisterung hört sich wahrlich anders an.
Sollte Joachim Gauck tatsächlich neuer Bundespräsident werden, würde das auch bedeuten, dass Daniela Schadt ihren Job als Journalistin aufgeben müsste. «Daniela ist eine erwachsene, politikerfahrene Frau, der klar ist, dass sie als Partnerin des Bundespräsidenten nicht weiter als Ressorleiterin Innenpolitik in ihrer Zeitung arbeiten könnte. Sie würde sich freuen, in diesem Fall an meiner Seite zu stehen und alles, was das Amt braucht, als Begleiterin auch zu leisten», sagte der Kandidat von SPD und Grünen im Interview mit der Superillu.
Über Daniela Schadt ist sonst wenig bekannt, Fotos von ihr und Gauck sind Mangelware. Ihre Kollegen beschreiben sie als humorvoll, herzlich und fleißig. Die überzeugte Rad- und Bahnfahrerin, die Gauck vor zehn Jahren bei einem Vortrag kennengelernt hat, liebt klassiche Musik und Bücher.
Mediale Inzenierung ist nicht alles
Bei allen Unterschieden scheinen beide Frauen den Aufgaben einer First Lady gewachsen zu sein. Bettina Wulff scheint im Vergleich zu Daniela Schadt sicherlich mehr Lust auf diesen «Job» zu haben und dem Schloss Bellevue mehr Glamour verleihen zu können. Daniela Schadt dagegen dürfte mit ihrer politischen Kompetenz und ihrer zurückhaltenden Haltung dem Amt mehr Würde verleiten - etwas, was Bettina Wulf durch die mediale Inszenierung ihrer First-Lady-Rolle abhanden kommen könnte.
Doch bekannterweise steht die erste Frau im Lande nicht zur Wahl. Welches Paar letztlich ins Schloss einzieht, müssen die Männer untereinander austragen. Bei dem ein oder anderen Wahlmann könnte aber auch die potentielle First Lady den Ausschlag geben - getreu dem Spruch «Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine erfolgreiche Frau».
bei einem schwulen aussenminister dürfte es doch kein problem mit einem jungesellen als bundes- präsident geben? warum plötzlich so kleinlich !?
jetzt antwortenKommentar meldenWieso kann eine herbeigeholte 5o jährige Junggesellin First Lady genannt werden nur weil Sie dann mit Gauck unter einem Dach haust . First Lady ist und bleibt noch immer seine gesetzlich angeheiratete Frau HANSI ,Kinder hin oder her. Ein Fall für die Medien zum recherchieren das könnte doch auch dem Bundespräsidentenamt Moralschaden zufügen und was sagen die deutschen Mediensaubermänner ????
jetzt antwortenKommentar meldenEin Bundespräsident als Pfaffe der seine Familie mit vierKinder im Stich läst,und in wilder Ehe lebt,ist dieses Amtes nicht würdig.Wenn doch dan sage ich Pfui.......
jetzt antwortenKommentar meldenWas ist dies denn? So ein Schwachsinn !!!
jetzt antwortenKommentar meldenDie Meinung des Volkes liegt eindeutig bei Gauck. sollte es dennoch bei einer Wahl von Wulff enden, sollte sich niemand wundern, dass der einfache Wähler sich vera....t fühlt und Demokratie zu einer Floskel verkommt!!!
jetzt antwortenKommentar meldenMan könnte sich vor Lachen biegen über den Schwachsinn den die Presse von sich gibt - so oder so wird eine kleine Revolution in die Mauern des Schlosses Bellevue einziehen -was für eine Revolution soll dies sein,drängt der neue Bundespräsident nun darauf dem Souverän Volk mehr Rechte einzuräumen und über eine Verfassung abstimmen,fordert er Truppenabzug aus Afghanistan oder - selbst wenn er wöllte es würde nichts nutzen denn er hat nichts zu melden auch wird seine Funktion im Ausland kaum wahrgenommen im Interesse steht da der oder die Kanzlerin -also neuer zahnloser Tiger mehr nicht.
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