Festival Exit aus dem Alltag

Exit (Foto)
Exitfestival in Novi Sad Bild: Exitfest

Von news.de-Redakteur Christian Mathea
Ganze 1000 Kilometer weit entfernt findet das Exitfest in Novi Sad (Serbien) statt. Doch die Reise lohnt sich. Die Kulisse und das Line Up überzeugen. Das Fest wurde bereits zum besten Europas gekürt.

Festivals, die mit ihrer Kulisse überzeugen, gibt es nicht allzu viele. Da ist das Melt mitten in Deutschland mit seinen markanten Kohlebaggern. Da ist das Sonar in Barcelona mit Bühnen mitten im Herzen der spanischen Metropole, und da ist das Exit in Novi Sad (Serbien) auf der malerischen Burg Petrovaradin am Donauufer.

Ein Festival in Serbien? Das kriegt man doch nur Balkanklänge und Europop zu hören, oder? Falsch gedacht. Das Exit ist ein Festival mit einem der erfrischendsten Line Ups überhaupt – und mit einer grandiosen Stimmung. Als Prodigy vor drei Jahren dort spielten, sagten die Musiker, es sei ihr bester Gig überhaupt gewesen.

Exitfest
Tanzen auf der Burg
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In diesem Jahr lässt das Line Up erneut keine Wünsche offen. Placebo, Missy Eliot, Faith No More, London Electricity & MC Wrec und Mika sind die Headliner. Auch die Chemical Brothers spielen eines ihrer drei Konzerte in diesem Jahr in Novi Sad. Dazu sorgen Großmeister DJ Shadow für den gemächlichen Groove und Atari Teenage Riot für eine satte Portion Noise. Süßer Pop von Röyksopp und Moderat rundet das Angebot ab.

Aber nicht nur die großen Namen machen das Exit aus. Das Festival bietet eine angenehme Mischung neuer interessanter Bands mit Alternativ-Rock, Balkansounds und Dance-Musik. Und wer auf ganz neue elektronische Klänge steht, dem bietet das Festival die Warp-Acts Chris Clark, Tim Exile und Hudson Mohawke.

Vor elf Jahren fing alles an

Das Exitfestival kann mittlerweile auf eine spannende Geschichte zurückblicken. Vor elf Jahren wurde es von zwei Studenten gegründet. Exit stand damals für Ausweg. Ausweg aus dem Regime Milosevic und für ein offenes, in die Zukunft gewandtes Serbien.

Das Festival blieb all die Jahre immer ein wenig politisch. Im Jahr 2005 hatten die Veranstalter eine Schweigeminute als Erinnerung an das Massaker von Srebrenica eingerichtet. Als danach eine bosnische Band spielte und dazu serbische Politiker auf der Videoleinwand zu sehen waren, protestierten die serbischen Besucher.

Doch diese Spannung hält das Exitfest aus und verbessert die Professionalietät gleichzeitig von Jahr zu Jahr. Mittlerweile ist es das größte Festival Südosteuropas und wohl auch eines der besten. Im Jahr 2007 wurde das Exit von den UK Festival Awards zum besten Musikfestival Europas gekürt.

In diesem Jahr findet das Exit vom 8. bis 11. Juli statt. Es bietet eine gute Alternative zur Fußball-WM. Aber ganz ohne Ball geht es aber nicht. Der Veranstalter versichert, dass die Halbfinal- und Finalspiele auf großen Leinwänden übertragen werden.

Wer noch kein Ticket hat, muss sich beeilen. In den kommenden Tagen wird mit dem Ausverkauf aller Tickets gerechnet. Hinkommen ist mit dem Zug über Budapest möglich, mit dem Flugzeug unter anderem von München und Frankfurt oder via Auto bzw. Mitfahrgelegenheiten.

car/news.de

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