Von news.de-Redakteurin Katharina Schlager
Als sich Witwer Dan verliebt, scheint alles rosarot. Doch es handelt sich bei der Angebeteten um die Freundin seines Bruders. Statt zu turteln, rutscht Steve Carell in Dan - Mitten im Leben in ein Familienwochenende voll herrlich peinlicher Situationskomik.
Steve Carell gehört seit ein paar Jahren zu den leuchtensten Sternen am Komödienhimmeln. Ob als peinlicher Boss Michael in der amerikanischen Version von The Office, als überforderter Ehemann in Date Night oder tollpatschiger Agent in Get Smart – Carell trifft immer die richtigen Töne, um ein bisschen Fremdschämen gepaart mit Slapstick in brüllendes Gelächter zu verwandeln.
Doch Carell, der seine Karriere bei der mehrfach ausgezeichneten Comedy-Central-Show The Daily Show with Jon Stewart gestartet hat, kann so viel mehr als nur die Quelle für Zwerchfelltraining zu liefern. Das hat er bereits als suizidgefährdeter Onkel in Little Miss Sunshine bewiesen. Mit Dan – Mitten im Leben, der nun im ARD-Sommerkino ausgestrahlt wird, setzt er erneut auf diese wundervolle Mischung von liebenswertem Familienchaos und tiefen Gefühlen.
Dan hat vor ein paar Jahren seine große Liebe verloren. Nun muss der schüchterne Witwer den Alltag mit seinen drei Töchtern meistern. Jedes Jahr fahren sie zum großen Familientreffen zu den Großeltern. Als Dan dort in einem Buchladen eine junge Frau trifft und sich auf den ersten Blick verliebt, scheint endlich ein Lichtblick am Ende des Tunnels aufzutauchen.
Doch bei einem zweiten Treffen im Wohnzimmer der Großeltern stellt sich heraus: Bei der Herzensdame handelt es sich um die neue Freundin seines Bruders Mitch. Und anstatt selbst zu turteln, muss sich Dan nun das Geturtel der beiden ansehen, während er gleichzeitig Kleinkriege mit seinen pubertierenden Töchtern austrägt. Armer Dan.
Doch Steve Carell versteht es, der Rolle des scheinbaren Verlierers Dan eine sympathische Selbstlosigkeit zu geben. Regisseur Peter Hedges, der schon bei solchen Perlen wie Gilbert Grape und About a Boy als Drehbuchautor mitgewirkt hat, trifft dabei genau die richtigen Töne und lässt das Familienchaos nicht überhand nehmen und zum komödiantischen Selbstzweck verkommen. Noch eine gehörige Prise Situationskomik zwischen all diese liebenswerten Figuren gestreut und schon wird der Herzschmerz und die schmachtenden Blicke mit leichtfüßigem Erzählstil aufgefangen.
Dass Dan – Mitten im Leben so wunderbar unaufdringlich zu Herzen geht, ist aber auch dem fantastischen Ensemble zu verdanken, das Star Steve Carell in jeder Szene Rückhalt gibt, ohne ihm die Show zu stehlen. Allen voran gibt sich Juliette Binoche als Dans Objekt der Begierde Marie wunderbar natürlich. Diane Wiest und John Mahoney sorgen sich als Großeltern um ihren einsamen Sprößling, während Dane Cook als Dans Bruder Mitch ein bisschen Schwung und Sorglosigkeit in die Runde wirft. Glee-Fans werden sich zudem über die Minirolle des neuen Fernsehsuperstars Matthew Morrison als genervter Polizist freuen.
Dan – Mitten im Leben, 8. Juli, 22.45 Uhr, Das Erste.