Michael Jackson Day auf Pro7: Der Sender feiert den King of Pop am Tag vor seinem ersten Todestag und zeigt zum ersten Mal das musikalisches Vermächtnis des am 25. Juni 2009 verstorbenen Popstars im deutschen Fernsehen: die Musikdoku Michael Jackson’s This Is It.
Noch einmal Michael Jacksons Performance von Thriller erleben zu können - das war der Wunsch vieler Fans des King of Pop. Am 25. Juni 2009 wurden diese Träume jäh zerstört. Denn mit Jacksons plötzlichem Tod starben auch die Pläne für die gigantische Konzertreihe «This Is It».
50 Konzerte in der Londoner O2-Arena sollten der Abschied des King of Pop von der Showbühne sein. Geblieben sind mehr als 100 Stunden Filmmaterial von den Proben. Daraus machte Kenny Ortega, der auch die Regie der Bühnenshow verantworten sollte, eine einzigartige Dokumentation: Erstmals im deutschen Fernsehen zeigt Pro7 Michael Jackson’s This Is It im Rahmen des Michael Jackson Day des Senders am Donnerstag, 24. Juni, um 20.15 Uhr.
Das knapp zweistündige Porträt zeigt Jacksons letzte Wochen vor seinem Tod am 25. Juni 2009. Die Mitschnitte von Proben der geplanten Konzertreihe in London beweisen, wie Jackson täglich hart an seinem Comeback arbeitete und feilte. Daraus entstanden ist ein Musikfilm, der zumindest verdeutlicht, dass Jacko ein außergewöhnlicher Künstler war.
Jacksons Stimme wirkt leise und schwach bei den Besprechungen zu den Proben, doch im Gesang und Tanz demonstriert er alte Stärke. Die Musik kommt kraftvoll und begeisternd rüber - zumindest im Kinosaal. Zu Hause empfiehlt es sich, den Ton satt über die Stereoanlage ins Wohnzimmer zu schicken.
Nach einer Tourneepause von zwölf Jahren arbeitete Jackson akribisch an der Comeback-Tour und straft damit alle Kritiker Lügen, die über seinen vermeintlich schlechten körperlichen und geistigen Zustand orakelt hatten. Allerdings sieht man in einigen Szenen mysteriöse Pflaster um seine Fingerkuppen. Und auch die Londoner Pressekonferenz, bei der Jackson im März - drei Monate vor seinem Tod - auf viele verstörend wirkte, wurde beschönigend zusammengeschnitten.
Die unmissverständliche Botschaft des Films lautet, dass mit Jackson ein Künstler mitten aus einer kreativen Schaffensphase gerissen wurde. Der legendäre Sänger wirkt zwar angestrengt, geht aber so in der Musik und seinen Bewegungen auf, dass er die kleine Schar Mitwirkender etwa bei Billie Jean immer wieder mitreißt.
Aufschluss über das skandalumwitterte Privatleben von Michael Jackson gibt der Film nicht. Der Zuschauer erfährt auch wenig über den Menschen, der sich hinter Jackson verbarg. Die Kameras bleiben fast immer auf Distanz, die wenigen Nahaufnahmen zeigen einen sichtlich abgemagerten und von unzähligen OPs gezeichneten Künstler.
So ist der Film bis zum Ende eine reine Hommage, ein spannendes Musikvideo in Spielfilmlänge. Dabei ist gut zu erkennen, wie die geplanten Londoner Auftritte aussehen sollten: This Is It wäre eine einzigartige Popshow geworden, mit viel Pomp und Pyrotechnik.
Im vergangenen Herbst lief das filmische Denkmal im Kino und war ein großer Publikumserfolg: Weinend, jubelnd, tanzend, mit weißem Handschuh und in «Jacko»-Pose haben die Fans ihren verstorbenen Star in Kinosälen rund um die Erde gefeiert. In nur zwei Wochen Laufzeit spielte der Film 200 Millionen US-Dollar ein und wurde somit zum erfolgreichsten Konzertfilm aller Zeiten.
Ortega, der einst Patrick Swayze für Dirty Dancing das Tanzen beibrachte, sagte anlässlich der Premiere im Herbst 2009, er wolle mit der Doku den Fans «eine Geschichte erzählen». Michael sei da und «für uns alle greifbar und reizend und nett». Für den musikalischen Direktor des Films, Michael Bearden, war die Arbeit an dem Film das «bittersüßeste Projekt seiner Laufbahn» gewesen. Aber nun werde die Welt Jackson triumphieren sehen. «Ich weiß, dass er ihm gefallen hätte.»
Michael Jackson's This is it, 24. Juni, 20.15 Uhr, Pro7.
car/ivb/news.de/dpa