Von Gisela Ostwald
In Für immer Shrek fühlt sich der grüne Oger wie im falschen Film: Fiona zickt, der Esel ergreift die Flucht und der Kater kämpft mit den Pfunden. Und zu allem Überfluss regiert ein gewisses Rumpelstilzchen seine Heimat «Weit Weit Weg».
Viel Lebensweisheit steckt in dem vierten und letzten Film über das grüne Monster Shrek - und ebenso viel Action. Schließlich ist Für immer Shrek die erste Folge der erfolgreichen Animationsserie im 3D-Format. Wer die jüngste Folge dreidimensional mit Spezialbrille sehen kann, kommt voll auf seine Kosten: Etwa, wenn Shrek dem Publikum in atemberaubendem Tempo entgegenfliegt, kurz vor ihm abdreht und die Zuschauer dann, bei seinem Ritt auf einem Hexenbesen, mit in die Tiefe zu reißen scheint.
Fans des liebenswerten, tollpatschigen Kerls dürfen sich freuen: Das neue Shrek-Abenteuer kommt am 30. Juni in die Kinos. Selbst Neulingen des Oger-Universums sei der Film empfohlen. Er lohnt sich wegen der visuellen Effekte und der anrührenden Geschichte. Der gezähmte König des Sumpfs macht jetzt eine Midlife-Crisis durch. Nur einen Tag möchte er seinem Leben als Ehemann und Vater dreier ewig plärrender Kinder entkommen und mal wieder so richtig Shrek-lich sein.
Nichts Böses ahnend geht der gestresste Oger auf das Angebot des durchtriebenen Rumpelstilzchens ein und setzt damit sein Glück aufs Spiel. Der Knirps bietet Shrek an, 24 Stunden lang noch einmal der Alte sein und nach Belieben Chaos und sanften Schrecken stiften zu dürfen. Im Tausch dafür darf er sich einen Tag aus Shreks Leben nehmen. Wie hoch der Preis ist, merkt das grüne Monster erst, als er unterschrieben hat.
Widerstandsbewegung in «Weit Weit Weg»
Doch da ist es zu spät: Rumpelstilzchen hat den Tag gewählt, als Shrek das Licht der Welt erblickte. Ohne seinen ersten Geburtstag existiert der Oger nun nicht mehr, erkennt ihn niemand, nicht der Esel, nicht der gestiefelte Kater, nicht einmal Fiona, seine große Liebe und Gemahlin.
An dem gewünschten «Glückstag» erlebt Shrek, wie Rumpelstilzchen und dessen Hexenarmee sein Reich «Weit Weit Weg» in Angst und Schrecken versetzen. Derweil hat sich das Volk der Oger unter Fionas Führung im Untergrund zum Widerstand organisiert. Auf die Liebe seiner Frau kann sich Shrek verlassen, und so heißt es schließlich: Ende gut, alles gut. Nur, dass DreamWorks damit auch seine oscargekrönte Shrek-Serie beenden will, ist schade.
Unter der Regie von Mike Mitchell liehen Hollywoodstars Mike Myers (Shrek), Cameron Diaz (Prinzessin Fiona), Eddie Murphy (Esel), Antonio Banderas (Gestiefelter Kater), Walt Dohrn (Rumpelstilzchen), Justin Timberlake (Artie) und Julie Andrews den Charakteren im englischsprachigen Original ihre Stimme. In der deutschen Fassung sind Sascha Hehn (Shrek), Esther Schweins (Prinzessin Fiona), Dennis Schmidt-Foß (Esel), Benno Fürmann (Gestiefelter Kater), Bernhard Hoëcker (Rumpelstilzchen) und Marie-Luise Marjan (Königin Lillian) wieder mit dabei.
Allein auf dem nordamerikanischen Markt hat Shrek 4 bisher 210 Millionen Dollar eingespielt. So beeindruckend die Zahl klingt, liegt sie doch unter den Erwartungen des Studios. US-Kritiker vermuten, dass der Film unter den gesalzenen Eintrittspreisen (bis zu fünf Dollar Aufpreis für die 3D-Brille) und dem Echo auf den eher enttäuschenden Shrek 3 zu leiden hat.
Titel: Für immer Shrek
Regie: Mike Mitchell
Sprecher (deutsche Fassung):Sascha Hehn, Esther Schweins, Benno Fürmann
Filmlänge: 94 Minuten
FSK: ab 6 Jahren
Verleih: Paramount
Kinostart: 30. Juni 2010