Von news.de-Mitarbeiterin Christin Bohmann
Neue Medien schaffen auch neue Künste. Diese Ansicht vertreten zumindest das Guggenheim Museum in New York und das Videoportal YouTube. Gemeinsam suchen sie mit der Online-Initiative «YouTube Play» weltweit die kreativsten Videos. Mehr dazu verrät Ihnen unser heutiger Clip-Tipp.
Paul Cézanne, Paul Gauguin, Edouard Manet, Claude Monet, Pablo Picasso, Camille Pissarro, Pierre Auguste Renoir oder Vincent van Gogh – allesamt sind das die große Namen der modernen Kunst, deren Werke heute als Millionenschätze in renommierten Museen wie der Nationalgalerie in London oder dem Guggenheim Museum in New York ausgestellt sind und so der Nachwelt auf immer eine Erinnerung an die vielfältigen Facetten der Kunst zu bieten.
Aber die Perspektiven der Kunst- und Kulturvermittlung sind längst nicht mehr auf Objekte bildender Kunst beschränkt. Im Zuge der fortschreitenden Multimedialisierung unserer Lebenswelten beanspruchen andere, «neue» Medien mehr und mehr ihren Platz in der Gegenwartskunst. Zeichnungen, Installationen und Videos verbinden sich dank digitaler Möglichkeiten zu neuen Kunstformen, wie auf den bedeutenden Kunst-Biennalen dieser Tage zu sehen ist – und in unserem heutigen Clip-Tipp.
Digitale Möglichkeiten beziehen vor allem das Internet als Katalysator für künstlerische Schaffensprozesse mit ein – auf Seiten des Publikums und der «Künstler». Immer attraktiver werden Netzwerke und Plattformen wie YouTube, Vimeo & Co. für kreative User, die mit kleinen Clips zu digitalen Kunstschaffenden werden. Wer seine Kunstprojekte auf Plattformen stellt und damit zur Diskussion, mag sich angreifbar machen, aber bietet in erster Linie ein Forum für eine breite Öffentlichkeit, zu diskutieren und damit möglicherweise auch neue Formen von Kunst zu definieren.
Fast schon selbstredend, dass Online-Riese Google auf den Zug aufspringt, initiierte das Videoportal YouTube mit der Möglichkeit, Videos online zu stellen und mit Millionen anderen zu teilen, erst derartige Entwicklungen. Mit «YouTube Play – eine Biennale für kreative Videos» will das Internetportal nun in Zusammenarbeit mit dem Solomon R. Guggenheim Museum außergewöhnliche Talente im Bereich Video entdecken und fördern.
Gesucht werden besonders kreative Videoarbeiten, die «innovation, originell und überraschend sind – unabhängig von Genre, Technik oder Budget», so die Initiatoren auf der Internetseite des Projekts. Im Grunde genommen, ein simpler Online-Talentwettbewerb – nur dass am Ende eine Jury prominenter Persönlichkeiten aus Kunst, Design, Film und Unterhaltung darüber entscheidet, welche 20 Videobeiträge im Oktober diesen Jahres in den Guggenheim-Museen in Berlin, Venedig und New York präsentiert werden.
Die globale Online-Initiative ist offensichtlich nicht nur für die User eine Herausforderung und Chance. Auch das Guggenheim Museum spielt mit dem traditionellen Image der Kunstmuseen und verspricht sich aus der Zusammenarbeit mit YouTube eine Annäherung an die digitalen Medien und deren «tranformativer» Wirkung für die Gegenwartskunst. Davon jedenfalls ist die Chefkuratorin des Museums, Nancy Spector, überzeugt, wie sie in dem Video-Clip zum Start der Initiative verrät.
Bis zum 31. Juli können Nutzer auf dem eigens gegründeten Kanal «YouTube Play» ihre Videos hochladen. Dann wird sich zeigen, wie viel Kunstpotenzial es im Netz zu entdecken gibt – und wer am Ende mit Cézanne, Picasso und van Gogh in einem Museum zu sehen ist.
/ivb/news.de